Chemie und Biotechnologie

koop. Ingenieurausbildung (Bachelor of Science)

 

Im Kooperativen Bachelor-Studiengang „Chemie und Biotechnologie“ werden Absolventen mit naturwissenschaftlich-chemischem Grundlagenwissen und vertieften Kenntnissen in der Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik in einer Studiendauer von 4 Jahren ausgebildet. Auch werden Aspekte der chemischen Verfahrenstechnik und der instrumentellen Analytik gelehrt.

 

Die Absolventen werden z.B. in Laboratorien der chemischen und biochemischen Industrie tätig. Sie sind mit  modernen apparativen Labormethoden vertraut und darüber hinaus befähigt, im Bereich von Zulassungsverfahren von chemischen oder pharmazeutischen Produkten zu arbeiten. Entsprechend ihrer Ausbildung sind die Absolventen in der Lage, innovative chemische und biochemische Produkte zu entwickeln, zu synthetisieren und zu analysieren. Die möglichen Einsatzgebiete sind sehr vielseitig und umfassen die Produktentwicklung, die biochemische Produktion und die Produktion organischer Feinchemikalien, die Analyse und Kontrolle von Produkten, das Qualitätsmanagement, den technischen Kundenservice, den Vertrieb sowie Arbeiten im Zusammenhang mit der Genehmigung pharmazeutischer Produkte. Soweit es sich um einen Einsatz in der Forschung handelt, führen diese Tätigkeiten zur Position des wissenschaftlichen Laborassistenten und zur Leitung von Laboratorien. Bei einer Tätigkeit im Vertrieb oder in Genehmigungsverfahren sind Fremdsprachenkenntnisse erforderlich, die vertiefend im Studium vermittelt werden.

 

Der Bachelorstudiengang Chemie und Biotechnologie hat eine Regelstudienzeit von 8 Semestern und ist modularisiert. Jedem Modul ist eine ECTS-Punktzahl zugewiesen. Die Module werden durch Fachprüfungen oder Leistungsnachweise abgeschlossen. Der zeitliche Umfang der Module beträgt i.A. ein Semester; maximal zwei Semester.

Studium

Der zeitliche Verlauf des Kooperativen Bachelor-Studiengangs „Chemie und Biotechnologie“ ist im Folgenden dargestellt:

 

Grundstudium (1. bis 4. Semester)

Duale Phase von parallelem Studium (2 Tage/Woche) und Berufsausbildung (3 Tage/Woche). Die Phase dient der praktischen Ausbildung im Betrieb und einer chemischen Ausbildung an der Hochschule. An der Hochschule umfasst sie die Prüfungsfächer (Modulprüfungen): Mathematik, Physik, Allgemeine Chemie und Analytische Chemie, Anorganische Chemie, Organische Chemie I, Physikalische Chemie I, Datenverarbeitung und Technisches Englisch.

 

Ziel der betrieblichen Ausbildung soll es sein – neben der Aneignung der Fertigkeiten und Kenntnisse zum Bestehen der Abschlussprüfung –, dem Studierenden/Auszubildenden jene Verhaltensweisen zu vermitteln, die zur Erfüllung der technologischen und ökonomischen, der organisatorischen und sozialen Aufgaben des Betriebes notwendig sind.

 

Dieses geschieht in den ersten beiden Jahren durch die Ausbildung und durch aktive Mitarbeit, durch Übernahme persönlicher Verantwortung im Rahmen dieser Mitarbeit und durch Integration in die jeweilige Arbeitsgruppe. Die praktische Ausbildung übernimmt der jeweilige Ausbilder im Betrieb. In einem Zeitraum von zwei Jahren sollen die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die nach den geltenden Bestimmungen Gegenstand der Ausbildung zum jeweiligen Ausbildungsberuf sind: Z.B. können die jungen Frauen und Männer in den Chemieberufen wie etwa Chemiefachwerker (Chemikant), Chemielaborant, Lacklaborant, Textillaborant (chemisch-technisch) sowie in den Textilveredlungsberufen ausgebildet werden. Ausbildungsordnungen hält die Industrie- und Handelkammer (IHK) bereit.

 

Für die betriebliche Ausbildung stehen bis zur Abschlussprüfung in der Regel drei Tage in der Woche zur Verfügung. In der zweiten Phase der betrieblichen Ausbildung nach dem Berufsabschluss mit Prüfung vor der IHK kann sich eine Betriebsassistentenzeit anschließen (optional). Die Teilnehmer sollen in dieser Zeit an betriebspraktische Aufgaben herangeführt werden, die in Übereinstimmung mit den Ausbildungsbetrieben zu wählen sind. Als Assistenten in der jeweiligen Gruppe bzw. Abteilung sollen die Teilnehmer unter Anleitung der Führungskräfte zu Sonderaufgaben herangezogen werden, um unter ständigen Kontakten mit ihnen Einblick in die jeweiligen betrieblichen Abläufe zu bekommen. Für die Tätigkeit in den verschiedenen Bereichen steht insgesamt ein Ausbildungszeitraum von bis zu einem Jahr zur Verfügung.

 

Hauptstudium (5. bis 6. Semester)

Präsenzphase an der Hochschule (5 Tage/Woche; ggf. auch parallele Betriebsassistentenzeit mit zwei Tagen pro Woche im Betrieb). Die Präsenzphase dient der Ausbildung in Industrieller Chemie, Biotechnologie, Instrumenteller Analytik, Betriebswirtschaft und Soft Skills. Sie umfasst die Prüfungsfächer (Modulprüfung): Biochemie, Mikrobiologie/Genetik, Industrielle Produktionsverfahren, Betriebswirtschaft sowie Management und Recht.

 

Fachliche Vertiefung im 6. und 7. Semester (Wahlpflichtbereich)

Präsenzphase an der Hochschule (5 Tage/Woche) mit fachlicher Vertiefung in den Wahlpflichtbereichen:

 

  • Biotechnologie (Pflicht)
  • Instrumentelle Analytik II
  • Organische Chemie II
  • Wassertechnik
  • Chemische Technik

 

Projektarbeit und Bachelor-Arbeit (8. Semester)

Die Projektarbeit und besonders auch die Bachelor-Arbeit kann im Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden.

 

Als Abschlussbezeichnung vergibt die Hochschule den Titel "Bachelor of Science". Als Titelzusatz (Spezialisierung) ist die Bezeichnung "Chemie und Biotechnologie" vorgesehen. Zusätzlich zu Zeugnis und Urkunde erhalten die Absolventen ein "Diploma Supplement", das detailliert sämtliche Module und Modulnoten ausweist und somit über die tatsächlich besuchten Veranstaltungen wie auch über die individuell gewählten Studienschwerpunkte Aufschluss gibt.

 

Potentiellen Arbeitgebern können dadurch die im Rahmen des Studiums erworbenen Kenntnisse verdeutlicht werden.

Studienschwerpunkte

Biotechnologie/Bioinformatik

 

Biotechnologie ist eine interdisziplinäre Zukunftstechnologie: Sie vereinigt verschiedene Disziplinen: Biochemie, Molekularbiologie, Mikrobiologie, Zellbiologie, Bioinformatik und Bioverfahrenstechnik.

 

Zukunftsweisende Anwendungsgebiete der Biotechnologie sind:

 

Technische Biotechnologie:

Herstellung von Produkten wie Enzymen (z. B. für die Waschmittelindustrie), organischen Säuren und anderen Nahrungsmittelzusätzen (z. B. Citronensäure oder Glutamat), von Biotreibstoffen, von biologisch abbaubaren Polymeren und Medikamenten (Biopharmazeutika)

Molekulare Medizin:

Biotechnologisch-molekularbiologische Methoden sind ein für die Entwicklung neuer Therapieansätze sowie für die Aufklärung und Diagnose von Krankheiten unentbehrlich.

Molekulare Diagnostik:

Biotechnologische Verfahren werden auch in der Kriminalistik zur Überführung von Tätern, der Umweltanalytik, der Diagnose gentechnisch veränderter Lebensmittel, und vielen weiteren Diagnoseverfahren angewendet.

 

Organische Chemie

 

Die meisten chemischen Produkte, die industriell hergestellt werden, stammen aus der organischen Chemie.

 

In der Spezialisierung Organische Chemie erhalten Sie besondere Kenntnisse in vielen Gebieten dieses Faches. Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert, so dass nicht nur grundlegendes Wissen, sondern vor allem Kenntnisse über die verschiedenen Produktgruppen der Organischen Chemie und Methoden der Biochemie vermittelt werden. Die Studierenden lernen Reaktionen und Reaktionsmechanismen, chemische Synthesen im Labormaßstab und betriebliche Verfahren kennen. In praxisbezogenen Seminar- und Projektarbeiten zu aktuellen Themen werden Umgang mit Fachliteratur, Präsentationstechniken und wissenschaftliches Arbeiten geübt.

 

Alle diese Kenntnisse werden heute in den verschiedenen Bereichen der Chemie-Industrie, in Behörden sowie in Forschungs und Umweltinstituten benötigt. Kontakte zu namhaften Chemieunternehmen bestehen. Bachelorarbeiten können im Inland und im Ausland angefertigt werden.

 

Instrumentelle Analytik und Umweltschutzanalytik

 

Umweltschutz und Qualitätssicherung, um exemplarisch nur zwei Bereiche zu nennen, sind wichtige industrielle Fragestellungen, die durch Instrumentelle Analytik und Umweltschutzanalytik beantwortet werden können.

 

Im  Bachelorstudium können die Studierenden an sehr praxisnahen Projekten arbeiten. Diese Spezialisierung schafft die Voraussetzung, selbstständige Lösungen und chemischanalytische Fragestellungen zu bearbeiten.

 

Gelehrt werden moderne instrumentelle Trenn- und Analysenverfahren (Chromotagraphie, Spektroskopie, Elektrochemische Verfahren). Des Weiteren werden statistische Auswertungsverfahren erlernt sowie die Verarbeitung von Daten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Automatisierbarkeit von Analysenverfahren und das Management von Laboren.

 

Chemische Umwelt- und Wassertechnologie

 

Studierende erlernen anfallende Probleme der Wasserchemie und der Wassertechnologie, insbesondere der betrieblichen Abwasserreinigung, sowie allgemein die Probleme der Abfallbeseitigung zu beherrschen. Kenntnisse des Wasserrechts, der Wasseranalyse und der Mikrobiologie befähigen die Absolventen ihre Tätigkeitsfelder in unterschiedlichen Bereichen zu finden.

Berufliche Perspektiven

Biochemie, Biotechnologie und Organische Chemie gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Chemische Industrie sieht durch Verknüpfung dieser Wissenschaftszweige eine gute Chance für die Zukunft.

 

Dabei bestimmen Nachhaltigkeit, „Sustainable Engineering“ und die Chemie nachwachsender und wiederwendbarer Rohstoffe die Herstellung, Nutzung und Entsorgung von Produkten. Moderne Verfahren der Analytik, des Umweltschutzes und der Wassertechnologie gewinnen ebenfalls an Bedeutung.

 

Die Absolventen werden in Forschung und Entwicklung oder in Behörden eingesetzt, aber auch im Vertrieb, im Einkauf oder im Technischen Service.

Akkreditierung

Der konsekutive Studiengang wurde von der Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik e.V. (ASIIN) akkreditiert.

Die ASIIN ist die einzige deutschen Fachakkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik.

 

Die ASIIN, ein gemeinnütziger Verein, ging im Jahr 2002 aus der Fusion der Fachakkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften und der Informatik (ASII) und der Akkreditierungsagentur für die Studiengänge Chemie, Biochemie und Chemieingenieurwesen an Universitäten und Fachhochschulen hervor.

Mit Wirkung vom 11.06.2003 ist die ASIIN als (zunächst provisorisches) Mitglied dem "Vertrag von Washington" beigetreten. Dies ist ein wichtiger Erfolg im Bemühungen für eine internationale Anerkennung der von ASIIN akkreditierten Studiengänge in Deutschland.

 

Akkreditiert werden Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Diplomstudiengänge, für die keine Rahmenprüfungsordnung existiert. Akkreditiert werden Studiengänge an Universitäten und Fachhochschulen.


Kurz-Info

 

Regelstudienzeit

8 Semester

 

Studienbeitrag

entfällt ab WS 2011

 

 

Beginn

Wintersemester

 

Bewerbungsverfahren

Keine Zulassungsbeschränkung

 

Zulassungsvoraussetzung

Nachweis über den Abschluss eines

Ausbildungsvertrages als Chemikant,

Chemie-, Lack- oder Textillaborant

 

Studienschwerpunkte

Biotechnologie / Bioinformatik

Organische Chemie

Instrumentelle Analytik und Umweltschutzanalytik

Chemische Umwelt und Wassertechnologie

 

Zusatzinformationen

Als konsekutive Masterstudiengänge werden

Biotechnologie und Organische Chemie sowie

Instrumentelle Analytik und Labormanagement angeboten

 

Abschluss

Bachelor of Science (B.Sc.)