Konzeption und Aufbau eines interaktiven Messsystems zur Analyse von Erdmagnetfeldanomalien

Zusammenfassung

Verantwortlich für Erdbeben sind die durch die Bewegungen der Ozean- und Kontinentalplatten verursachten Spannungen in den Gesteinsschichten der Erdkruste, die sich urplötzlich und völlig unerwartet unter Freisetzung von riesigen mechanischen Energiemengen entladen. Verursacht wird die Plattentektonik durch thermische und gravitatorische Konvektionsströmungen aus heißem und kaltem Gesteinsmaterial innerhalb des Erdmantels, die ihrerseits - so die Arbeitshypothe- se einer kleinen internationalen Arbeitsgruppe um John Wilcoxen (USA), Manfred Geilhaupt und Norbert Dahmen (Deutschland) und anderen - auf Magmaaktivitäten im Innern der Erde zurückzuführen sind.

Für die Hypothese, dass Erdbeben durch außergewöhnliche Magmaaktivitäten ausgelöst werden können, gibt es erste messtechnische Hinweise. So konnten während des Tsunami-Bebens im Dezember 2004 mit Hilfe eines hochinduktiven Spulensystems in Tennessee, USA auffällige niederfrequente Änderungen des Erdmagnetfeldes aufgezeichnet werden, die insbesondere hinsichtlich der Dauer des Bebens mit den seismischen Aufzeichnungen korrelierten.

Das im Mikroprozessorlabor entwickelte Messsys- tem erfasst und verarbeitet die Signale eines Magnetfeldsensors (Coil), eines dreiachsigen Vergleichssensors, eines dreiachsigen Beschleunigungsaufnehmers zur Erfassung lokaler Schwingungen am Messort und die Daten eines GPS-Empfängers für die Ableitung der Zeitbasis und der Ortskoordinaten des Messortes. Die interaktive Software enthält u.a. eine Peak Detection, d.h. eine automatische Maximumerkennung des Hauptmagnetfeldsignals, um besondere Ereignisse in den aufgezeichneten Messsignalverläufen aufzufinden.