Diagnose-System zur automatischen Endothel-Zelldichtebestimmung von Hornhauttransplantaten

Zusammenfassung

Die objektive Bestimmung der Endothel-Zelldichte ist für eine erfolgreiche Hornhauttransplantation und damit für die dauerhafte Wiederherstellung der Sehfähigkeit eines Patienten von entscheidender Bedeutung.

Als Standardverfahren dient weltweit die sog. Fixed-Frame Methode, die eine manuelle Markierung und Auszählung der Zellen innerhalb eines definierten Rahmens durch den betreuenden Arzt oder entsprechend geschultes Personal vorsieht.

Die Basis hierfür ist ein kontrastarmes und in weiten Bereichen unscharfes Polaroid-Foto des in Organkultur mikroskopierten Endothels.

Aufgrund der schlechten Erkennbarkeit der Zellen in der Aufnahme ist dieses Verfahren sehr subjektiv und fehleranfällig und darüberhinaus sehr zeit- und kostenintensiv.

Durch die Integration von konventionellen Bildverarbeitungsmethoden mit wissensbasierten Ansätzen (Fuzzy-Logik) konnte ein zuverlässiges automatisches Auswertungsystem entwickelt werden, das die Nachteile des manuellen Auszählverfahrens vermeidet. Das System arbeitet, sowohl mit Polaroid-Foto-Scans als auch mit Mikroskopbilddaten, die von einer CCD-Kamera geliefert werden.

Die Lions-Hornhautbank an der Universitäts-Augenklinik in Düsseldorf ist damit weltweit erstmalig in der Lage, die Zelldichtebestimmung bei Hornhauttransplantaten automatisch durchführen und so dem betreuenden Arzt einen entsprechenden Diagnosevorschlag unterbreiten zu können.