Forschungsblog

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Aktuell: Geschlechterdifferenter Ansatz zur Vermittlung von BWL-­Kompetenzen

Ausgangssituation Im Bachelor Studiengang Soziale Arbeit werden Grundlagen der Betriebs-­‐ wirtschaftslehre vom Antragsteller u.a. in dem Teilmodul 11.2 gelehrt. Der Gegenstand des Gesamtmoduls ist die Vermittlung von Grundkenntnissen im Überblick. Im Teilbereich des Antragstellers geht es konkret um die Themen: -­‐ Allgemeine Grundlagen (Grundbegriffe, Wirtschaften, Kennzahlen, Nutzwertanalyse) -­‐ Marketing -­‐ Externes Rechnungswesen -­‐ Internes Rechnungswesen Das Modul umfasst insgesamt 4 SWS und 9 ECTS Punkte. In der Vergangenheit wurden sehr hohe Durchfallquoten in Teilklausuren beobachtet und eine Unzufriedenheit festgestellt. Die Studierenden sind zu 80% Frauen. Mittels einem strukturierten Vorgehen soll ein geschlechterdifferenter Ansatz im Modul entwickelt und erprobt werden.

 

Das Vorgehen ist wie folgt geplant:

  • Die Vorkenntnisse, das Vorinteresse, die Vormotivation, die Vorbedürfnisse etc. werden im WS zu Beginn der Veranstaltung getrennt nach Geschlechtern per Befragung erhoben und ausgewertet.
  • Darüber hinaus wird mittels Interviews analysiert, welche speziellen Methoden und Motivationen geschlechterdifferent Erfolg versprechend sein können.
  • In der Theorie vorliegende Ansätze geschlechterdifferenter Lehre werden als Grundlage für die Veranstaltung festgelegt.
  • Es erfolgt die praktische Umsetzung der Erkenntnisse. Dazu werden genderspezifische Materialien entwickelt, konkret entsprechende fiktive Fallbeispiele, realer Praxisbeispiele, theoretischer Content (Wissensbausteine) Übungsgeneratoren zum Einüben von Methoden und Instrumenten etc. , insgesamt möglichst multimedial.
  • Die Bereitstellung der Materialien erfolgt u.a. auf der Lernplattform der Hochschule .
  • Möglichkeiten der Anbindung an das bestehende Mathe Online Tutorium werden geprüft.
  • Ex post wird eine Evaluation durchgeführt, sowohl am Ende der Projektzeit (Dezember) als auch nach Absolvierung der Prüfung (Februar).
  • Während der Förderungsdauer bestehen spezielle Beratungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zu Feedbackgesprächen. Dokumentation und nachhaltige Verwertung Die Ergebnisse des Projektes werden dokumentiert und die Materialien zur nachhaltigen Verwendung auf dem Blog des Antragstellers www.lerntechniken.info veröffentlicht.

 

Die Ergebnisse und Materialien werden nachhaltig in den Veranstaltungen der kommenden Semester genutzt. Die Erkenntnisse sollen zusätzlich im kommenden Semester im FB 01 genutzt werden. Der Antragsteller lehrt „Grundlagen der BWL" auch in diesem Fachbereich.

 

Anspruchshorizont

Folgender Anspruchshorizont ist derzeit u.a. geplant:

  • Die gendergerechte Lehre der Betriebswirtschaftslehre fördert alle Studierenden gleichermaßen und unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Lebenslage.
  • Geschlechtersensible Perspektiven der Fachinhalte werden ermittelt.
  • Nach Möglichkeit werden unterschiedliche Lernpfade aufgezeigt und angeboten.
  • Eine gendergerechte Sprache wird durchgängig in der Wissensbasis (Content, Übungen, Fallbeispiele; Schrift und Bild) verwendet.
  • Frauen und Männer erscheinen gleich häufig und hierarchisch gleichrangig, jedoch nicht stereotypisierend im Lehrmaterial und Beispielen.
  • Im Rahmen der BWL zu entwickelnden Materialien werden Bereiche, die als typisch männlich oder typisch weiblich gelten, gleich behandelt.
  • Zitate und Literatur von Autorinnen und Autoren werden ausgewogen verwendet. Die Vornamen werden sichtbar gemacht.
  • Weibliche und männliche Studierende werden gleich häufig und mit gleichermaßen förderlichen Anforderungen angesprochen.
  • Der Lehrinhalt wird an geeigneten Stellen mit Gender-­‐Theorien und Themen wie Stereotypisierungen, Gleichberechtigung etc. verknüpft.
  • Es wird ein wertschätzendes Betreuungskonzept angeboten.
  • Auf die Arbeitsmarktsituation und Karrieresituation von Frauen wird hingewiesen.
  • Die Bewertung der Leistungen ist transparent, objektiv und fair.
  • Die geschlechtergerechte Sprache und Darstellung ist ein Bewertungskriterium der Leistung.
  • Die Ergebnisse von Lehrevaluationen werden nach Geschlechtern getrennt ausgewertet und dokumentiert. Auf Unzufriedenheit von weiblichen und männlichen Studierenden wird nach Möglichkeit reagiert.