Forschungsblog

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Aktuell: Compliance

Die Ausgaben für psychisch Kranke steigen. Im Einzelfall nehmen Sie beachtenswerte Dimensionen an.

Bürger und Politiker fragen sich natürlich: Wie lassen sich eine weitere Steigerung verhindern oder gar eine Senkung erreichen? Dazu gibt es verschiedenen Stellschrauben.

Eine liegt darin, das Mitwirken der zu therapierenden Menschen erhöhen.

 

In der Medizin ist die Bedeutung dieser Stellschraube schon länger unter dem Begriff „Compliance“ bekannt und auch erwerbswirtschaftliche Unternehmen haben den Aspekt für sich entdeckt (annähernd synonym die Begriffe: „Adherence“, „Empowerment“, „Accordance“, „Concordance“). Der Begriff „Compliance“ bedeutet so viel wie „Befolgung, Regeltreue“ und speziell im medizinischen Bereich „Therapiemitarbeit“ und „Befolgung ärztlicher Anweisungen“.

 

Es handelt sich um eine Selbstverpflichtung, sich an bestimmte Regeln zu halten. „Non-Compliance“ wird entsprechend als Verweigerung solcher Mitarbeit verstanden. Von mangelnder Compliance spricht man im medizinisch-therapeutischen Bereich zum Beispiel dann, wenn Menschen mit Übergewicht die ärztlich angeratene Diät nicht einhalten oder Alkohol- oder Drogenabhängige eine Entziehungskur verweigern, aber auch wenn Patienten verordnete Medikamente nicht oder nicht vorschriftsmäßig einnehmen. Die Verweigerung aktiver Therapiemitarbeit kann für den Einzelnen die Verschlech-terung der Lebensqualität, längere Behandlungszeiträume oder das Ausbleiben einer Genesung zur Folge haben. Daneben führen die Folgen von Non-Compliance aber auch zu einer erheblichen finanziellen Belastung des Gesundheitssystems und damit der Gesellschaft insgesamt.

 

Auch im sozialen Sektor gibt es bestimmte Dienstleistungen, die stark von der Compliance des Kunden abhängen und bei denen mangelnde Mitwirkung schwerwiegende Folgen haben kann, z. B. Erziehungsberatung.

 

Im Rahmen der Forschungsarbeit soll ein Modell für die Compliance im sozialen Sektor entwickelt werden.