29.10.2010

Über Geld spricht man doch - Staatssekretär stellt heute Forschungsprojekt der HN vor

 

Mönchengladbach, 29. Oktober. Über Geld spricht man nicht - das ist eine weit verbreitete Auffassung, die aber gerade für Familien mit weniger Geld oft verhängnisvoll ist. Ein Praxisprojekt an der Hochschule Niederrhein möchte nun dazu beitragen, dies zu ändern. Am Fachbereich Oecotrophologie erforschte ein Team um Prof. Dr. Stefanie Bödeker im Rahmen des Projekts „Offen gesprochen über Geld im Familienzentrum", inwieweit Familienzentren dazu beitragen können, die Finanzkompetenz junger Familien zu stärken.

 

Ergebnis des Projekts, das vom Verbraucherschutzministerium NRW gefördert wurde, ist das Praxishandbuch für Familienzentren „Über Geld spricht man doch!". Darin werden Praxisbeispiele gegeben, wie Eltern und Kinder den richtigen Umgang mit Geld erlernen können. Die Erzieherinnen erfahren, wie man Familien im Alltag unterstützen kann. Dafür werden ganz konkrete Beispiele gegeben, von der Steuererklärung über das Führen eines Haushaltsbuchs bis zu dem Thema gesund und günstig kochen.

 

„Kinder werden von der Wirtschaft immer früher als Konsumenten entdeckt. Diesen verlockenden Angeboten dürfen Eltern nicht immer nachgeben, sondern sie müssen dem etwas entgegensetzen", erklärt Prof. Dr. Stefanie Bödeker die Bedeutung des Projekts. Kompetenz in finanziellen Fragen sei heute wichtiger denn je. „Die Verbraucher müssen heute viel besser informiert sein als früher", sagt Bödeker.

 

Das unterstreicht auch der Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium NRW, Udo Paschedag. „Nur informierte Verbraucher sind starke Verbraucher", sagt er. „Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat gezeigt, dass wir die Verbraucherinnen und Verbraucher und vor allem die Familien stärken müssen - vom täglichen Umgang mit Geld bis hin zur Beratung bei Finanzdienstleistungen."

 

In allen fünf Regierungsbezirken entwickelten und erprobten 36 Familienzentren verschiedene Angebote und Maßnahmen. Begleitend zur Praxisphase führte die Hochschule Fortbildungen für die Mitarbeiterinnen der Familienzentren durch. Ihnen sollte es erleichtert werden, mit Eltern über das Tabu-Thema Geld ins Gespräch zu kommen. „Wir halten die Familienzentren für einen wichtigen Ort für die Vermittlung dieser Kompetenzen, weil sie täglich mit jungen Eltern umgehen", erklärt Meike Hamacher, Mitarbeiterin des Projekts.

 

Das Praxishandbuch wird am heutigen Freitag von Staatssekretär Udo Paschedag vorgestellt. Es kann über das Verbraucherschutzministerium kostenlos bezogen werden (praxishandbuch@mkulnv.nrw.de).



Autor: Christian Sonntag