17.07.2012

Vier NRW-Hochschulen wollen Lehrbeauftragte professioneller rekrutieren

 

Krefeld/Mönchengladbach, 17. Juli. Startschuss für ein ambitioniertes Projekt: Die Hochschule Niederrhein strebt im Verbund mit der Fachhochschule Düsseldorf, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Hochschule Rhein-Waal die Schaffung einer „Servicestelle Lehrbeauftragtenpool" an. Dabei geht es darum, die Rekrutierung von Lehrbeauftragten zu professionalisieren. Lehrbeauftragte spielen insbesondere an Fachhochschulen eine wichtige Rolle: Sie üben neben ihrer Tätigkeit als Lehrende ihren Beruf weiter aus und sind somit ideales Bindeglied zwischen Hochschule und Unternehmen.

 

Jetzt trafen sich die Projektverantwortlichen der vier beteiligten Hochschulen zum offiziellen Projektstart. Ziel ist es, eine Servicestelle für die vier Fachhochschulen zu schaffen, die in der Lage ist, je nach Bedarf der Fachbereiche Lehrbeauftragte schnell und unkompliziert zu rekrutieren. Die Mitarbeiter der Servicestelle sollen dafür systematisch auf die Suche nach Lehrbeauftragten gehen. Sie sollen bestehende Kontakte zu Unternehmen, Verbänden oder anderen Institutionen nutzen und neue Kontakte knüpfen, um geeignetes Personal zu finden.

 

Bislang ist es in der Praxis so, dass gerade in technischen Fächern Lehrbeauftragte nur schwer zu finden sind. Dazu kommt, dass bei steigenden Studierendenzahlen der Bedarf nach ihnen steigt. Weil sich die personelle Situation in der Lehre mit dem doppelten Abiturjahrgang im nächsten Jahr noch verschärfen wird, wollen die vier Hochschulen künftig Lehrbeauftragte verstärkt einsetzen, um Spitzenauslastungen vorübergehend aufzufangen. Ziel des Projekts ist es, die Fachbereiche bei der Rekrutierung, Betreuung und Weiterbildung qualifizierter Lehrbeauftragter zu unterstützen und damit die Qualität der Lehre an Fachhochschulen insgesamt zu optimieren.

 

Für die Lehrbeauftragten selbst soll die Servicestelle hilfreich für ihre Karriere sein und eventuell den Weg zu einer Fachhochschul-Professur erleichtern. Zugleich sollen Frauen gefördert werden, um den Anteil an Professorinnen zu erhöhen. Hierzu wird ein Personalentwicklungskonzept erarbeitet, das den Bedarf der verschiedenen Zielgruppen berücksichtigen wird. Durch die Systematisierung der Praxiskontakte soll zudem der Anwendungsbezug in der Lehre gestärkt werden. Die Fachhochschulen können somit ihre Kernkompetenz – die auf den Arbeitsmarkt ausgerichtete, anwendungsnahe Lehre und Forschung – weiter ausbauen.

 

Das Projekt ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufenen Qualitätspakts Lehre. Die vier Fachhochschulen erhalten dafür insgesamt 4,12 Millionen Euro, davon gehen 1,13 Millionen Euro an die Hochschule Niederrhein, die das Verbundprojekt koordiniert.

 

Weitere Informationen erteilt Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein: Tel.: 02151 822 3610; Email: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Von links: Daniela Wolsdorf (FH Düsseldorf), Prof. Dr. Michael Lent (Vizepräsident für Studium und Lehre, Hochschule Niederrhein), Prof. Dr. Christof Menzel (Koordinator Verbundprojekt, Hochschule Niederrhein), Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg (Präsident Hochschule Niederrhein), Cornelia Al Naqib (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg), Corinna Stich (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg), Prof. Dr. Anja von Richthofen (Hochschule Rhein-Waal).


Autor: Christian Sonntag