Rückblick 15 Jahre - Kompetenzzentrum Ressourcenorientierte Alter(n)sforschung (REAL)

 

15 Jahre Forschungsschwerpunkt

"Kompetenz im Alter zwischen Routine und Neubeginn"

von Engelbert Kerkhoff und Sigrid Verleysdonk-Simons

 

Seit 1993 besteht der oben genannte Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Niederrhein, Abteilung Mönchengladbach, Fachbereich Sozialwesen unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff. An diesem Forschungsschwerpunkt arbeiten sieben Fachbereiche der Hochschule Niederrhein in wissenschaftlichen und fachpraktischen Vorhaben kooperativ miteinander.

 

Sie setzen sich gezielt mit den individuellen und gesellschaftlichen Belangen der älteren Generation auseinander. Die Vernetzung und Koordination der verschiedenen Fachdisziplinen bieten zum einen ein breites Spektrum der Aktivierung wissenschaftlicher Methoden, Forschungsansätze, Fragestellungen und Arbeitsprozesse. Zum anderen ergeben sich vielgestalte Lern- und Arbeitsprozesse mit hochschuldidaktischen Auswirkungen in Lehre und Forschung. Anwendungs- und praxisbezogene Forschungsergebnisse fließen in den wissenschaftlichen Hochschulbetrieb mit ein. Im Verbundsystem gilt es, Impulse, Denkanstöße und Modelle zu entwerfen, die in permanenter Auseinandersetzung mit den Betroffenen (der älteren Generation) in direktem Dialog und kritischem gemeinsamen Nachfragen darauf abzielen, Alltagsgewohnheiten, Verhaltensformen, Lebensstile und individuelles Geprägtsein zu thematisieren.

 

Wie bereits beschrieben arbeitet der Forschungsschwerpunkt in Kooperation mit sieben Fachbereichen unterschiedlicher Disziplinen. Dies gerade ist das Besondere dieses Forschungsschwerpunktes. Rund um das Thema Alter(n) forschen und lehren Professoren und Professorinnen der Fachbereiche Chemie, Design, Oecotrophologie, Sozialwesen, Textil- und Bekleidungstechnik, Wirtschaft und Gesundheitswesen. Aus der interdisziplinären Zusammenarbeit sind Projekte und Forschungsvorhaben entstanden, die allesamt dokumentieren, dass das Leben im Alter viele Seiten hat.

 

Medienkompetenz im Alter:

Neue Alte, neue Medien neue Herausforderungen

 

Zum Beispiel der Fachbereich Design. In Kooperation mit dem Fachbereich Design, seinerzeit vertreten durch Herrn Prof. Dr. Sachsse, drei angehenden (nun diplomierten) Designerinnen und dem Fachbereich Sozialwesen, vertreten durch Herrn Prof. Dr. Kerkhoff wurde im Rahmen einer zu fertigenden Diplomarbeit ein Projekt konzipiert, das den Titel trägt: „Einschneiden. Ausschnitt - Neue Alte - Neue Medien - Neue Herausforderungen"

 

Nun fragt man sich, was hat die Lebensgestaltung älterer Menschen mit Design zu tun? Die Zielvorgabe war es, im Rahmen einer Erhebung biographische Daten und Fakten aus dem Leben der „Neuen Alten" zu sammeln. Die Ausinandersetzung der älteren Generation mit den neuen Medien und deren Nutzung stand im Mittelpunkt. Die drei Diplomandinnen hatten die Ergebnisse nicht nur textlich zu präsentieren, sondern vor allem designerisch aufzubereiten. Die spannenden Ergebnisse flossen in ein Buch ein, das im Rahmen der Schriftenreihe des Fachbereichs Sozialwesen veröffentlicht wurde, in eine Ausstellung mit Fotographien und Zeichnungen, die im Wickrather Schloss im Jahre 2001 zu sehen war, in eine Internet-Seite, Computeranimation sowie in illustrierte Tagebuchaufzeichnungen.

 

Der Forschungsschwerpunkt „Kompetenz im Alter zwischen Routine und Neubeginn" hat sich verschiedene Forschungs- und Entwicklungsaufgaben gestellt. Zum einen setzt er seine Forschungsarbeit im Rahmen des Verbundsystems der verschiedenen Fachdisziplinen an der Hochschule Niederrhein um. Zum anderen berät, begleitet, fördert und unterstützt er Institutionen, Unternehmen und Initiativen in ihrem Bestreben, innovative Projekte umzusetzen, die den Dialog zwischen den Generationen erhalten und die gesellschaftliche Teilhabe und Eigenverantwortlichkeit der älteren Generation unterstützen wollen. Viele Institutionen nutzen das Angebot und wenden sich mit Fragestellungen und Ideen an den Forschungsschwerpunkt und bitten ihn um seine Mithilfe. Die Kooperation mit diesen Institutionen und auch die Vernetzung mit den entsprechenden Partnern und Partnerinnen im Forschungsverbundsystem gehört zu den genuinen Aufgaben des Forschungsschwerpunktes.

 

Videowettbewerb: Generationen verbinden Grenzen überwinden

 

Ein Beispiel für ein Kooperationsprojekt mit verschiedenen Institutionen innerhalb der Stadt Mönchengladbach ist der Videowettbewerb mit dem Titel: „Lebenssichten - Entwürfe eines Miteinanders von Jung und Alt"

 

Dieses Projekt, generationsübergreifend konzipiert, wollte Impulse setzen, sich mit dem derzeit bestehenden Bild des Miteinanders der Generationen auseinanderzusetzen. In Kooperation mit der Stadtbibliothek Mönchengladbach und Rheydt, der Stadtsparkasse Mönchengladbach, dem Film- und Videoclub „Kamera aktiv", dem Medienzentrum des Fachbereichs Sozialwesen und unter Schirmherrschaft der damaligen Oberbürgermeisterin der Stadt Mönchengladbach wurde ein Videowettbewerb ausgeschrieben. Ein Filmteam mußte aus mindestens zwei Personen bestehen, der Altersunterschied zwischen dem jüngeren und dem älteren Teammitglied sollte mindestens 35 Jahre betragen. Bei der Erstellung des siebenminütigen Videofilms wurden die WettbewerbsteilnehmerInnen durch begleitende Workshopangebote zum Thema: „Geschichten mit der Kamera erzählen" fachkompetent unterstützt. Bei der Bearbeitung des Themas konnten vielfältige Ideen umgesetzt werden, die sich mit Stärken oder Belastungen der Generationen, Vertrautheiten oder Misstrauen, Gegensätzen oder Gemeinsamkeiten, Freuden, Ängsten, Visionen auseinandersetzen. Die TeilnehmerInnen nahmen die Herausforderungen an und konnten im Dezember 2000 im Rahmen einer feierlichen Präsentation mit echter Filmfestivalatmosphäre die Ergebnisse der Fachjury und die Prämierung der besten Wettbewerbsvideos sehen und natürlich ihre Urkunden und Preise in Empfang nehmen.

 

Die Vielzahl der Projekte und Forschungsvorhaben, die im Forschungsschwerpunkt initiiert und umgesetzt wurden, können Sie in der anschließenden Übersicht nachvollziehen.

 

Der nun im 15. Jahr bestehende Forschungsschwerpunkt wurde bis zum Ende des Jahres 2000 vom Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert, etwas länger also als der übliche Förderzeitraum. Die erfolgreiche Arbeit des Forschungsschwerpunktes und die für die Altenpolitik so wichtige Fragestellung, wie Lösungen gefunden werden können, den größer werdenden Anteil der älteren Bevölkerung gesellschaftlich zu integrieren und vor allem, welche Voraussetzungen für ein sinnerfülltes Altern geschaffen werden können, haben eine Weiterförderung über einen so langen Zeitraum legitimiert.

 

 

Gasthörerprogramm: Junge Studierende und ältere Gasthörer studieren gemeinsam

 

Seit 2001 finanziert sich der Forschungsschwerpunkt aus selbständig eingeworbenen Mitteln, insbesondere aus den Gasthörerbeiträgen des seit dem Wintersemester 1995/1996 bestehenden gelenkten Gasthörerprogramms "FAUST - Hochschule für Alte und Studierende".

 

Die Entstehungsgeschichte dieses Gasthörerprogramms ist ein exzellenter Beleg für eine Eigendynamik sich entwickelnder Aktivitäten älterer Menschen - wenn erst einmal das Interesse geweckt wurde: Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes "Kompetenz im Alter zwischen Routine und Neubeginn" führten im Jahre 1994 Professorinnen und Professoren eine Ringvorlesung durch, die die unterschiedlichen wissenschaftlichen Arbeiten für die interessierte Studentenschaft im Rahmen einer außerfachlichen, interdisziplinär angelegten Lehrveranstaltung vorstellte und damit eine thematische Diskussion eröffnete. Zu dieser Ringvorlesung war auch die ältere Generation eingeladen, da sich die vorgestellten Forschungsarbeiten thematisch mit den Fragen und Problemaspekten der Älteren auseinandersetzten.

 

Nach dem Ende dieser Ringvorlesung waren die Bedürfnisse und Wünsche der älteren Zuhörerschaft noch nicht befriedigt, und man bat die Dozentinnen und Dozenten der Hochschule auch weiterhin Seminare für ältere GasthörerInnen zu öffnen. Diesem Wunsch konnte entsprochen werden, denn es bestand und besteht grundsätzlich an den Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, mit dem Gasthörerstatus - nach Absprache mit den DozentInnen - an Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Die MitarbeiterInnen des Forschungsschwerpunktes unter Federführung von Herrn Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff entwickelten eine Konzeption, um zukünftig aus den zehn Fachbereichen der Hochschule (Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Oecotropholgie, Sozialwesen, Textil- und Bekleidungstechnik, Wirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen) in Absprache mit den Dozentinnen und Dozenten ein Vorlesungsverzeichnis zusammenzustellen, das den Gasthörern und Gasthörerinnen eine Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten eröffnet. Das Konzept ging auf, von anfänglich 15 interessierten Gasthörern und Gasthörerinnen blicken wir nun stolz auf eine Teilnehmerzahl von mehr als 250 Gasthörern und Gasthörerinnen pro Semester. Damit gehört die Hochschule Niederrhein bundesweit zu den Fachhochschulen mit der größten Gasthörerzahl.

 

Der ältere Gasthörer, die ältere Gasthörerin nimmt an den vom ihm/ihr ausgesuchten Seminaren freiwillig teil. Dieser Aspekt der Freiwilligkeit ist von herausragender Relevanz. Die Motivation zur Weiterbildung ist somit primär gegeben, kein Schein, keine Prüfungsleistung oder kein Diplom ist das Ziel, sondern der Wunsch nach neuen, unbekannten Erkenntnis- und Handlungszusammenhängen bestimmt den Lernanlass und -prozess. Ein solcher Lernprozess der Selbstbildung ist in hohem Maße bezogen auf das Hier und Jetzt. Der Lernende möchte die Erkenntnisse sofort anwenden können, er möchte sich einbringen. Die GasthörerInnen können „vor Ort" wissenschaftliche Konzepte mit ihren Erfahrungen verknüpfen, mit kritischem Blick hinterfragen, neue Erkenntnisse gewinnen, veränderte Inter¬pretationsmöglichkeiten des Alltags entdecken und vor allem Ihre Lebenssichtweisen an die jüngere Generation weitergeben.

 

Aus diesem gelenkten Gasthörerprogramm heraus sind vielfältige weitere Projekte zur Partizipation und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten entstanden, wie z.B. das Generationenmagazin „ZwischenTöne" oder die Schreibwerkstatt „Federleicht".

 

 

Generationenmagazin „ZwischenTöne"

 

Seit dem Wintersemester 2000/2001 bringt der Forschungsschwerpunkt gemeinsam mit interessierten GasthörerInnen und StudentInnen einmal im Semester, also zweimal jährlich eine Zeitschrift heraus, die sich an alle Angehörigen der Hochschule Niederrhein (StudentInnen, DozentInnen, MitarbeiterInnen) insbesondere an die GasthörerInnen des FAUST-Programms, sowie an die interessierte Öffentlichkeit der Region Mönchengladbach/Krefeld/Niederrhein richtet. „ZwischenTöne" versteht sich als publizistische Einrichtung innerhalb der Hochschule Niederrhein, dient dem Forschungsschwerpunkt als Öffentlichkeitsorgan und fördert gleichzeitig die Verständigung zwischen den Angehörigen der Hochschule. „ZwischenTöne" fördert den Austausch von Gedanken, Ideen, Sichtweisen, Kompetenzen, Erfahrungen zwischen den verschiedenen Generationen unserer Gesellschaft. Dabei soll unter den Überschriften „Kultur, Bildung und Leben" eine Verbindung zwischen wissenschaftlicher Theorie und erlebter und angewandter Praxis eingegangen und insbesondere ein Miteinander von Jung und Alt unterstützt werden.

 

 

Räume schaffen und nutzen

 

Man kann sich leicht vorstellen, daß bei 250 bildungswilligen GasthörerInnen ein Potential an Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vorhanden ist, welches scheinbar unerschöpfliche Kapazitäten an Ideen, Impulsen und vor allem an Bereitschaft zum Teilhaben, Mitmachen und Einmischen birgt, die es abzufragen und einzusetzen gilt. Der Forschungsschwerpunkt sieht diese Bereitschaft und setzt dieses Potential gemeinsam mit den GasthörerInnen in seiner fachpraktischen Arbeit um. Die Aufgaben des Forschungsschwerpunktes werden auch zukünftig darauf abzielen, Fragestellungen aus der Praxis zu erforschen und in Projekten mit Hilfe der StudentInnen und GasthörerInnen praktisch umzusetzen. Von den Ergebnissen profitieren Praxis und Hochschulbetrieb. Die unmittelbare Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Theoriekonzepte in der Praxis verbessert die Qualität von Forschung und Lehre. Der ständige Dialog zwischen den Betroffenen und Professionellen ermöglicht, dass die Bezugsgruppe direkt in das wissenschaftliche Geschehen mit einbezogen wird. Einsatzfelder werden durch Kooperation in der Praxis gesucht. Die Kooperationspartner im Rahmen des Verbundsystems, aber auch im institutionellen öffentlichen Bereich werden es weiterhin als ihre Aufgabe ansehen, Denkanstöße zu geben, Innovationen anzuregen, Fragestellungen aufzuwerfen und Räume zu schaffen, in denen Dialoge möglich sind.

 

 

"Forever young!"

von Rudolf Haupt

 

Der Forschungsschwerpunkt „Kompetenz im Alter zwischen Routine und Neubeginn" der Hochschule Niederrhein hat das mittlere Teenie-Alter erreicht: Er wurde 15 und feierte das am 10. Oktober mit Kooperationspartnern und Vertreterinnen und Vertretern seiner Zielgruppe ab 14 Uhr in der Hochschule in Mönchengladbach. Wer den Forschungsleiter Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff, seine „rechte Hand" Sigrid Verleysdonk-Simons und ihr Team kennt, wusste, dass auch bei der Jubiläumsveranstaltung die Stimulierung der älteren Generation im Vordergrund stehen würde.

 

Was Kerhoff und seine professoralen und studentischen Partner aus sieben Fachbereichen der Hochschule Niederrhein seit 15 Jahren betreiben, ist mit „Aktionsforschung" am präzisesten beschrieben. Denn immer münden die Projekte in ganz gezielte Aktionen, sei es das Gasthörerprogramm „Faust", das Generationenmagazin „Zwischentöne", die Vermittlung von Medienkompetenz im Alter, Foto- und Videowettbewerbe, Nachmittagsbetreuung von Schülern, Mode und Bekleidung im Alter, altengerechte Ernährung und vieles mehr. Oecotrophologen, Textil- und Bekleidungsmanager, Chemiker, Designer, Gesundheitsökonomen und Betriebswirte bringen mit Gerontologen, Sozialpädagogen und Sozialarbeitern ihre Kompetenzen ein.

 

Als das Land NRW 1993 den Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Niederrhein einrichtete und zu fördern begann, waren die „jungen Alten" noch so gut wie nicht präsent. Aber sie waren „schwer" im Kommen mit neuen Ansprüchen und Erwartungen an den dritten Lebensabschnitt. Kerkhoffs Anliegen war und ist es, den älter werdenden Menschen so lange wie möglich eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Dem trug der Name des Forschungsschwerpunkts im zweiten Teil Rechnung: ".... zwischen Routine und Neubeginn". Kerkhoff und seine Mitstreiter dokumentieren in ihren Forschungsarbeiten die vielen Facetten des Alters und des Alterns nicht nur, sie geben zugleich Impulse zur Stimulierung und zur Mobilisierung - in letzter Zeit häufig auch in intergenerativen Projekten. Denn im Dialog der Generationen und im Miteinander, davon sind sie überzeugt, liegen für alle Seiten große Entwicklungschancen, wie besonders das Schulprojekt „Nase" in Mönchengladbach zeigte. Seniorinnen und Senioren, junge Studentinnen und Studenten, Lehrer und Professoren machten hier vielfältige Angebote für die Nachmittagsbetreuung von Schülern an Ganztagsschulen: Mit Chemie experimentieren, gemeinsam Kochen, Vorlesen und Theater spielen, die Pflege des Schulgartens und vieles mehr standen auf dem Stundenplan. Interdisziplinär geht es auch beim jüngsten Projekt zu: der Einrichtung und der Programmgestaltung des „Belting-Treffs" im Mönchengladbacher Stadtteil Beltinghoven.

 

Eine Idee Kerkhoffs wartet noch auf seine Realisierung: Eine Modenschau, ganz abgestellt auf Pflegebedürftige in Heimen, die als „Models" im Rollstuhl über den Laufsteg fahren oder im Bett gefahren werden. „Glauben Sie denn nicht, dass der pflegebedürftige Mensch nicht immer nur im cremefarbigen Steppjäckchen seinen Arzt oder Pfleger empfangen will? Diese Menschen haben modische Bedürfnisse wie wir alle!" sagt der Gerontologe. So dicht am Leben kann Forschung sein!

 

 

Mit Freunden feiern

von Albert Verleysdonk

 

Der Dekan des Fachbereiches Sozialwesen, Professor Dr. Peter Schäfer, ließ es sich in seiner Begrüßungsansprache der Jubiläumsveranstaltung nicht nehmen mit der Zahl 15, also dem 15. Geburtstag des Forschungsschwerpunktes zu spielen und Parallelen zu Familienkonstellationen zu ziehen. Er attestierte dem Forschungsschwerpunkt "in der Pubertät" zu sein und bezeichnete den Gründer und Leiter des Forschungsschwerpunktes, Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff und die Projektkoordinatorin, die Dipl.-Gerontologin und Diplom-Sozialarbeiterin Sigrid Verleysdonk-Simons, als die "Eltern" des Forschungsschwerpunktes.

 

Mit seinem geistreichen Beitrag, stimmte er die rund 100 Gäste auf eine Jubiläumsveranstaltung ein, deren drei Stunden dank einer guten Mischung aus kulturellen und akademischen Beiträgen wie im Flug vergingen. Es war eine Feier, auf der im wahrsten Sinne des Wortes gefeiert wurde.

 

Zum Gelingen des Nachmittags trugen insbesondere der Pianist und Absolvent des Studienganges Kulturpädagogik Jürgen Schröder und die Kaberettistin, Sängerin und studierte Diplom-Sozialpädagogin Monika Hintsches bei.

 

Dr. Felicitas Lowinski verband in einem bemerkenswerten Beitrag zusammen mit vier TänzerInnen akademische Theorie und kulturpädagogische Praxis und Prof. Dr. Theodor Bardmann stellte in seinem Beitrag nicht nur die Fotoausstellung "Weg-Weisungen" vor, sondern überzeugte die Gäste mit einem kleinen Experiment zugleich, dass nicht nur in der Forografie "alles eine Frage der Einstellung" ist.

 

Der Student der Sozialen Arbeit und Leiter der Schreibwerkstatt "Federleicht" Ansgar Fabri und die langjährige FAUST-Gasthörerin Charlotte Karsch stellten einen Text aus dem Buch "Weg-Weisungen" vor.

 

Unter diesen Titel "Weg-Weisungen" war dabei nicht nur die Jubiläumsveranstaltung des Forschungsschwerpunktes gestellt, es war auch mit dem Zusatz "Über den Umgang mit Nähe und Distanz" der Titel des neuesten Buches, das der Forschungsschwerpunkt zeitgleich mit seinem Jubiläum der Öffentlichkeit vorstellte. Und weil es auf Feiern nun einmal immer auch Geschenke gibt, erhielten alle Gäste ein Exemplar des frisch aus der Druckerei angelieferten Buches.

 

Nicht verschwiegen werden soll bei soviel Feier(lichem), dass sich auch die beiden Verantwortlichen des Forschungsschwerpunktes, Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff und Diplom-Gerontologin Sigrid Verleysdonk-Simons nicht nur von ihrer kompetenten, sondern auch von ihrer unterhaltsamen Seite zeigten und das Publikum in einem beschwingten Dialog auf eine kurzweilige und informative Reise durch die 15jährige Geschichte des Forschungsschwerpunktes mitnahmen.