Peer Tutoring und Studienverlaufsberatung

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.

Bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre

Die Hochschule Niederrhein hat sich auch in der zweiten Förderphase erfolgreich im Programm „Bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beworben. Im Rahmen des Projektes "Peer Tutoring und Studienverlaufsberatung" soll Studierenden mit maßgeschneiderten Angeboten das Ankommen an der Hochschule erleichtert werden. Gleichzeitig werden sie in ihrem Lernprozess während des gesamten Studiums individuell unterstützt.

Vizepräsident für Studium und Lehre
Sylvia Sandmann
Projektassistenz Peer Tutoring und Studienverlaufsberatung

 

_Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 

_Förderkennzeichen 01PL11074

_Laufzeit 1. Förderphase: 11.2011-08.2016

_Laufzeit 2. Förderphase: 09.2016-12.2020

Studieneingangsphase - Enkulturation fördern

Vielen Studierenden fällt es schwer, erfolgreich ins Studium zu starten: Fast ein Drittel erreicht im ersten Studienjahr lediglich 0–25 % der möglichen ECTS-Punkte. Aus der Studienverlaufsberatung sind Probleme und Bedarfe dieser Studierendengruppe bekannt. Dieses Wissen wird zur Verbesserung der Studieneingangsphase in den Fachbereichen eingesetzt.

Beispielsweise koordinieren und moderieren die Studienverlaufsberater/innen die Einführungswochen und bieten Workshops zu Studierstrategien und Lernmethoden an. Unterstützt werden sie dabei von Erstsemestertutorinnen und -tutoren sowie den Fachschaftsräten. Die Tutorinnen und Tutoren werden vorab für ihren Einsatz durch die Tutorenbeauftragten qualifiziert.

Seit August 2015 steht den Fachbereichen Dr. Janina Tosic als Ansprechpartnerin zur Konzeption neuer Maßnahmen sowie der Überarbeitung der Studieneingangs- phase zur Verfügung. Sie unterstützt durch:

  • individuelle Lehrberatung (z.B. um neue Lehrmethoden oder Prüfungsformen zu implementieren),
  • Moderation von Arbeitsgruppen (z.B. zur Abstimmung der Lehrveranstaltungen im ersten Semester),
  • Konzeption neuer curricularer und extracurricularer Lehrveranstaltungen und Modulen sowie
  • die Erhebung von Auswirkungen neuer und bestehender Maßnahmen.

Peer Tutoring und Studienverlaufsberatung

Die Hochschule Niederrhein ist mit etwa 14.500 Studierenden die viertgrößte Fachhochschule in Deutschland. Das vielfältige Studienangebot an den Standorten Krefeld und Mönchengladbach zieht hauptsächlich Studierende aus der Region an. Deren Heterogenität spiegelt sich im Studienerfolg wider: Eine Gruppe studiert scheinbar ohne Probleme, während eine zweite Gruppe Schwierigkeiten hat.

Das übergeordnete Ziel dieses Projektes ist, dass alle Studierenden eigenverantwortlich, selbstorganisiert und kooperativ lernen und studieren. Die Studieneingangsphase ist dabei die kritische Phase, in der der Grundstein für einen erfolgreichen Studienverlauf gelegt wird. Studierende sollen hinsichtlich ihrer individuellen Studierstrategien möglichst früh unterstützt werden. Das Augenmerk wird gezielt auf leistungsschwächere Studierende und Studierende mit abweichenden Bildungsverläufen gerichtet: Ihnen soll über ein Studium mit individueller Geschwindigkeit ein erfolgreicher Studienabschluss ermöglicht werden. Potentielle Studienabbrecher sollen früh identifiziert und beraten werden.

Projektbausteine

Im Rahmen des Projektes wird ein vielfältiges Maßnahmenpaket umgesetzt. Die Hauptbestandteile sind:

  • Studienverlaufsberatung als kontinuierliches und flächendeckendes Angebot
  • Peer Tutoring als Ergänzung und Vertiefung der curricularen Lehre
  • Qualifizierung aller Tutorinnen und Tutoren, Repetitorinnen und Repetitoren

Bisherige Erfolge

Während der ersten Förderphase wurden alle geplanten Projektmaßnahmen umgesetzt und in die Hochschule und ihre Fachbereiche integriert. Mit dem Ausbau des Beratungs- und Betreuungsnetzes  wurden bessere Studien- und Prüfungserfolge erzielt. Gleichzeitig veränderte sich die Lehr- und Lernkultur der Hochschule; sie ist deutlich kooperativer geworden. Einen großen Anteil daran haben die Tutorinnen und Tutoren sowie Repetitorinnen und Repetitoren, die ein besonderes Augenmerk auf kooperative Lehr- und Lernmethoden legen. Die Projektangebote werden sehr gut in Anspruch genommen und die Zufriedenheit der Studierenden ist mit allen Maßnahmen hoch. Der starke Aufwuchs an Studierenden mit der damit verbundenen Erschließung neuer Studierendengruppen hat jedoch zusätzliche Bedarfe entstehen lassen.

Zweite Förderphase

Auf Basis der Projekterfahrung wurden die Ziele weiterentwickelt und betreffen nun auch den Bereich Lehre und Hochschulkultur. Daher sollen die bisherigen Maßnahmen wie folgt angepasst werden:

  • Die Studienverlaufsberatung sowie das Peer Tutoring werden bedarfsorientiert und fachbereichsspezifisch stärker differenziert. Neue Angebote sollen spezielle Studierendengruppen adressieren, so dass mehr Studierende mit Unterstützungsbedarf diese nutzen.
  • In den Ingenieurfachbereichen wird die Studieneingangsphase als für den Studienerfolg kritische Phase in den Blick genommen und in Fachbereichsforen bearbeitet.
  • Die Tutorenqualifizierung wird für weitere Zielgruppen wie Peer-Berater/innen und Labor-Tutorinnen und -Tutoren ausgebaut.
  • Der Erfolg der Maßnahmen wird durch ein Qualitätsmanagementsystem wissenschaftlich ausgewertet. Ein entsprechendes Konzept soll gemeinsam mit den Datenschutzbeauftragten erarbeitet werden.

Die freiwillige, individuelle und vertrauliche Studienverlaufsberatung richtet sich an alle Studierenden der Hochschule Niederrhein und wird an den zehn Fachbereichen von den jeweiligen Studienverlaufsberaterinnen und -beratern angeboten. Sie unterstützen Studierende bei der Bewältigung ihrer Studienorganisation, der Entwicklung von Lernstrategien und der individuellen Verlaufsplanung.

Beratungskonzept

Die Gespräche der Studienverlaufsberatung basieren auf einem lösungsorientierten Beratungsansatz, so dass sich die Beratenen in einem aktiven Prozess befinden und die Verantwortung für ihre Entscheidungen selbst tragen. Hierzu wurde ein detailiertes Beratungskonzept entwickelt (siehe Downloads).

Zum professionellen Beratungsverständnis der Studienverlaufsberaterinnen und -berater gehört auch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung des Angebots. Hierfür wird mit dem Net Promotor Score (NPS), einem Instrument zur Messung der Weiterempfehlungsbereitschaft, die Zufriedenheit mit der Beratung erhoben. Beim NPS liefert eine offene Frage Ankünpfungspunkte für die Weiterentwicklung der einzelnen Beraterinnen und Berater. Desweiteren werden regelmäßige kollegiale Beratungen und gegenseitigen Hospitationen von Beratungsgesprächen durchgeführt.

Semesterweise initiiert die Studienverlaufsberatung den hochschulweiten "Round Table Beratung" aller Beratungseinrichtungen, um Synergien zu nutzen und Kooperationen anzustoßen. Darüber hinaus ist die Hochschule Mitglied in der GIBeT (Gesellschaft für Information, Beratung und Therapie an Hochschulen e.V.).

Bisherige Ergebnisse

Pro Semester nehmen mehr als 500 Studierende die Studienverlaufsberatung wahr. Zusätzlich zu den Beratungsgesprächen auf Eigeninitiative der Studierenden wurde ein Frühwarnsystem mit automatischen postalischen Einladungen zur Studienverlaufsberatung etabliert. Basierend auf folgenden Kriterien werden die Empfänger/innen der Einladungen ermittelt:

  • <30% der möglichen ECTS-Punkte im 1. und 3. Semester
  • 1,5-fache Überschreitung der Regelstudienzeit sowie Drittversuch in einer Prüfung  

Alle Beratungsgespräche werden quantitativ mit Hilfe eines Beratungsprotokolls anonym dokumentiert und automatisiert ausgewertet (siehe Downloads). Die Beratungsanlässe sind sehr vielfältig und können größtenteils den folgenden Beratungsthemen zugeordnet werden:

  • Stress und Belastung (z.B. Arbeitsbelastung neben dem Studium, familiäre Belastung, Krankheit, Problem mit Dozent),
  • Organisation und Studienplanung (z.B. Studienzweifel, Studium planen, Studiengangswechsel, Zeitplanung),
  • Lernen und Prüfungsvorbereitung (z.B. Lernstrategie, Prüfung nicht bestanden, Motivation) und
  • Schreiben (z.B. Schreibprozess, Wissenschaftliches Arbeiten, Abschlussarbeit).

Studienverlaufsberatung zweite Förderphase

In derzweiten Förderphase soll der Prozess der automatischen Einladungen durch Anpassung der Kriterien optimiert werden, um noch mehr Studierende mit Beratungsbedarf zu erreichen. Neue Nutzergruppen (z.B. junge Studierende, Bildungsaufsteiger, Langzeitstudierende) sollen über bedarfs- und zielgruppenorientierte Beratungsformate erschlossen werden.

Zu diesen neuen Beratungsformaten gehören:

  • Peer-Beratung zur Behebung des Informationsdefizits besonders von Studienanfängerinnen und -anfändern
  • E-Beratung für pendelnde und berufstätige Studierende  

An allen zehn Fachbereichen wurde im Laufe der ersten Förderphase ein umfangreiches Tutorien- und Repetitorienwesen auf- bzw. ausgebaut, um Studierende in ihrem Lernprozess intensiv zu unterstützen. Basierend auf Analysen von ECTS-Statistiken und Durchfallquoten und dem kontinuierlichen Austausch mit Lehrenden, Dekanen und Studierenden wird der Unterstützungsbedarf erhoben.

Die etwa 700 Tutorien und Repetitorien je Semester werden flächendeckend durch die Studierenden evaluiert, um die Qualität sicherzustellen und den Tutoreninnen und Tutoren sowie Repetitoreninnen und Repetitoren eine fachliche, methodische und persönliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. (siehe Evaluationsbögen unter Downloads)

Fachtutorien

In den Fachtutorien werden die Vorlesungen inhaltlich vertieft und praxisnah von qualifizierten und zertifizierten Tutorinnen und Tutoren nachbereitet. Sie dienen im Wesentlichen dem Verständnis der Vorlesungsinhalte und finden insbesondere für anspruchsvolle Lehrveranstaltungen der ersten drei Semester statt.

Bei der Gestaltung der Fachtutorien soll besonders auf die Aktivierung der Teilnehmenden geachtet werden. Ein Tutorium ist keine zweite Vorlesung oder Übung sondern bietet die Möglichkeit auf Augenhöhe kooperativ zu lernen und zu lehren. Die Tutorinnen und Tutoren verfügen durch die Qualifizierung im Tutorenprogramm über kooperative Lehr- und Lernmethoden.

Erstsemestertutorien

Die Erstsemestertutorien erleichtern den Studienanfängerinnen und -anfängern das Ankommen an der Hochschule. Die Tutorinnen und Tutoren engagieren sich vor allem in der Einführungswoche. Darüber hinaus gibt es verschiedene Formate, die Studierenden die Enkulturation erleichtern. Dazu zählen beispielsweise die Studierwerkstätten "Fit durch's Studium" und "Optimale Prüfungsvorbereitung" sowie Workshops zu Lerntechniken, informelle Treffen und Informationen.

Repetitorien

Das Lehr-/Lernformat "Repetitorium" wurde durch das Projekt neu an der Hochschule Niederrhein eingeführt. Repetitorinnen und Repetitoren betreuen kleine Lerngruppen mit bis zu acht Studierenden. Neben der gezielten Prüfungsvorbereitung in Grundlagenfächern werden auch Studier- und Lernstrategien vermittelt. Dieses Angebot richtet sich primär an Studierende im 2. und 3. Prüfungsversuch, um diese bei der Überwindung von Hürdenfächern individuell zu unterstützen.

Peer Tutoring in der zweiten Förderphase

  • Überfachliche Tutorien
  • Fachbereichsübergreifende Tutorien
  • Neue Tutorienformate
  • Neue Unterstützungsangebote für Tutorinnen und Tutoren sowie Repetitorinnen und Repetitoren
Melike Cetin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin zur Evaluierung der Studienverläufe Evaluation und Monitoring Studienverlaufsberatung
Sandra Dölling-Trapp
Sandra Dölling-Trapp, Dipl.-Päd., Dipl.-Soz.Päd.
Projektleitung Studienverlaufsberatung Studienverlaufsberaterin FB 09 Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Robina Geupel, M.A.
Tutorenbeauftragte im Projekt "Peertutoring"
Studienverlaufsberatung für alle Bachelorstudiengänge am FB 05 Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Studienverlaufsberaterin FB03
Studienverlaufsberaterin FB07
Heike Kröpke, Dipl.-Päd.
Leiterin Tutorenprogramm, Schlüsselqualifikationen in der Sommerakademie und Winterakademie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Studienverlaufsberatung FB 08
Sylvia Sandmann
Projektassistenz Peer Tutoring und Studienverlaufsberatung
Vizepräsident für Studium und Lehre
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Svenja Treppinger, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Studienverlaufsberatung FB 01
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Studienverlaufsberatung FB04
Nina Westerholt, Diplom-Pädagogin
Studienverlaufsberaterin FB06 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dekanat und Prüfungsauschuss Diversitätsbeauftragte für den wissenschaftlichen Bereich
Heidemarie Wittau, Dipl.-Päd.
Tutorenbeauftragte im Projekt "Peertutoring"