Wissenschaftliche Weiterbildung
und Wissenstransfer für die Region

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.

Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer

Auch in der zweiten Wettbewerbsrunde des Bund-Länder-Programms konnte die Hochschule Niederrhein mit einem Einzelantrag überzeugen. Für das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer für die Region" erhält die Hochschule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zwei Millionen Euro bis zum Jahr 2018, um ein Weiterbildungsangebot auf Masterniveau für die Region Niederrhein systematisch neu zu entwickeln. Grundbausteine der wissenschaftlichen Weiterbildung sind Zertifikatsmodule, die sich auf bestehende Masterstudiengänge anrechnen oder sich bis hin zu einem Masterabschluss kombinieren lassen.

Gleichzeitig wird ein Netzwerk von Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Verwaltung aufgebaut, um das Angebotsportfolio dauerhaft aktuell zu halten. Zusätzlich soll eine volkswirtschaftliche Nutzenanalyse von wissenschaftlicher Weiterbildung für die Region durchgeführt werden. Die Analyseergebnisse bilden die Grundlage für eine Diskussion über kooperative Finanzierungsmodelle von Weiterbildung, mit denen die Existenz eines passgenauen Weiterbildungsangebots für die Region gesichert werden kann.

Projektbausteine

► P1 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung

► P2 Entwicklung eines nachhaltigen Organisations- und Finanzierungskonzeptes

► P3 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen

► P4 Entwicklung und Umsetzung eines Beratungskonzepts

► P5 Aufbau eines Netzwerks zur Weiterentwicklung und Kommunikation des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebot

► P6 Entwicklung eines Evaluationssystems

► P7 Analyse des Nutzens wissenschaftlicher Weiterbildung für die Region aus volkswirtschaftlicher Sicht

Förderkennzeichen: 16OH21010

P1 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung

P1 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung

Für ein langfristig tragfähiges Konzept zur wissenschaftlichen Weiterbildung an der Hochschule Niederrhein müssen die Kompetenzen der Hochschule und die Erfordernisse der regionalen Wirtschaft im Umfeld der Hochschule korrespondieren. Um die Weiterbildungsbedarfe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den ansässigen Unternehmen zu erheben, hat das Projektteam zwei Befragungen durchgeführt, eine Unternehmensbefragung und eine Befragung der Alumni der Hochschule Niederrhein

(P 1.1 und P 1.2).
Die Ergebnisse dieser Umfragen fließen in die Konzeptionierung von Zertifikatskursen ein. Diese neuen Bildungsangebote für Berufstätige entsprechen denselben formalen Anforderungen und Qualitätsansprüchen der Hochschule Niederrhein wie das grundständige Studienprogramm. Gleichzeit müssen die Bedürfnisse der neuen Zielgruppe in Lernform und Lerninhalten berücksichtigt werden (P 1.3-1.5). 

Die fertigen Hochschulzertifikate werden innerhalb von vier festgelegten Pilotphasen erprobt (P 3).

 

 

P1.1 Alumnibefragung

P1.1 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung/Alumnibefragung

Die für Frühjahr 2015 vorgesehene Alumni-Befragung (Pool von 7.200 Adressen) ist im September 2015 mit einer Erinnerungsmail im Oktober 2015 durchgeführt worden. Ziel der Befragung war die Bedarfserhebung von Weiterbildungsthemen sowie von   Weiterbildungsformaten. Die Alumni sind dabei als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen angesprochen worden. 1.346 Alumni beteiligten sich an der Befragung, dies entspricht einer Rücklaufquote von 18,7 %. Auffallend ist das hohe Weiterbildungsinteresse der Alumni. Nur für einen von zwanzig Befragten kommt Weiterbildung nicht in Frage. Ein Großteil der Alumni möchte mit Hilfe von Weiterbildung das eigene Wissen auf den neuesten Stand bringen und/oder das berufliche Profil vervollständigen. Darüber hinaus streben jeweils knapp 40% der Befragten einen beruflichen Aufstieg oder eine Gehaltserhöhung an.

Bei der Auswahl des Anbieters liegt die Hochschule Niederrhein erfreulich weit vorne. 98% der weiterbildungsinteressierten Alumni können sich vorstellen, Kurse an der Hochschule Niederrhein zu belegen. Für die Hochschule sprechen laut der Befragungsergebnisse insbesondere die Nähe zum Wohn- oder Arbeitsort sowie das Renommee der Hochschule.

Alumni wünschen sich vor allem Weiterbildungsformate, die internet-basiertes Lernen mit Präsenzveranstaltungen verbinden. Lernen ohne Präsenzphasen ist für die Mehrzahl
der Befragten keine Option. Der größte Weiterbildungsbedarf besteht im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Beliebt sind darin insbesondere Führungsthemen sowie das Personalmanagement. Auf Platz 2 und 3 der am häufigsten genannten Bereiche stehen rechtliche Themen sowie das Feld der Ingenieurwissenschaften.

 

P1.2 Unternehmensbefragung

P1.2 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung/ Unternehmensbefragung

Ende Oktober 2015 erfolgte die Befragung von 10.00 Unternehmen in der Region zum Thema Weiterbildung. Die Rücklaufquote betrug 3,1 % = 317 Rückmeldungen. Um die Datenbasis zu verbessern wurde anschließend eine ergänzende Online-Befragung von Unternehmenskontakten der Hochschule durchgeführt. Über diesen Weg konnte die Datenbasis noch einmal um 148 verwertbare Antworten (ca. 10% Rücklaufquote) ergänzt werden. Insgesamt kann also in der Analyse auf 465 Datensätze zurückgegriffen werden. Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die befragten Unternehmen stellen nur zu einem kleinen Teil (knapp 27%) aktuell einen Fachkräftemangel fest. Etwas weniger als die Hälfte der Unternehmen erwartet diesen jedoch für die Zukunft. Im Bereich der akademischen Fachkräfte sehen sie einen Mangel eher für Hochschulabsolventen naturwissenschaftlich- technischer Studiengänge als für Absolventen kaufmännischer Studiengänge.

Mit Weiterbildung möchten Unternehmen in erster Linie die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter bzw. des Unternehmens erhöhen. Darüber hinaus möchten sie durch das Ermöglichen von Weiterbildungsmaßnahmen ihre Attraktivität für (potenzielle) Mitarbeitende steigern bzw. ihren Fachkräftebestand sichern. Ein hervorstechendes Weiterbildungshemmnis ist nicht auszumachen. Jeweils knapp ein Drittel der befragten Unternehmen gibt jedoch die mit Weiterbildung verbundenen Gebühren sowie Freistellungsprobleme als Hindernis an.

Nur in etwa einem Drittel der befragten Unternehmen findet eine systematische Weiterbildungsplanung statt. Vielmehr stehen die Mitarbeitenden bei der Anbahnung von Weiterbildungsmaßnahmen stark im Fokus. In über 60% der Unternehmen ist Weiterbildung Bestandteil in Mitarbeitergesprächen. Häufig gehen Weiterbildungsaktivitäten aus der Eigeninitiative von Mitarbeitenden hervor. Der von den befragten Unternehmen als am relevantesten eingestufter Weiterbildungsanlass ist die Vorbereitung von Mitarbeitern auf neue Tätigkeiten.

Für die Hochschule Niederrhein als Anbieter von wissenschaftlicher Weiterbildung spricht aus Sicht der befragten Unternehmen vor allem deren regionale Nähe. Auch das Renommee der Hochschule spielt für viele Unternehmen bei der Auswahl des Weiterbildungsanbieters eine Rolle. Spezielle Charakteristika des Lehrangebots stellen aus Sicht der befragten Unternehmen eher kein Argument für die Hochschule Niederrhein dar. Vermutlich liegt auch an der bislang geringen Bekanntheit der Angebote. Bezüglich der Weiterbildungsformate wünschen sich die Unternehmen vornehmlich Veranstaltungen mit Präsenzzeiten. Diese müssen in den Arbeitsalltag der Beschäftigten integrierbar sein. Blockveranstaltungen über mehrere Tage sind daher unattraktiv, eher gewünscht sind Abendveranstaltungen, die durch Internetangebote ergänzt werden.

Die von den Unternehmen formulierten Themenwünsche fallen zu einem großen Teil in den betriebswirtschaftlichen Bereich. Genannt werden vor allem Führungsthemen. Auch Vertriebs-, Marketing-, und Personalthemen sind vergleichsweise gefragt.

P1.3 Entwicklung Curriculum

Konzept online-gestützte Selbstlern-/Übungsphasen BMBF

P1.3 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung/Entwicklung Curriculum

Ziel der Hochschulzertifikatskurse ist es, aktuelles, fachspezifisches Wissen praxisnah und nachhaltig zu vermitteln. Deshalb wurde für die Kurse zunächst ein didaktisches Grobkonzept erarbeitet. Dieses Konzept kombiniert Präsenz- mit online-gestützten Selbstlernphasen. Die Mindestgröße eines Zertifikatskurses beträgt 1 ECTS = 25 Stunden workload, aufgeteilt auf zwei Präsenztage sowie eine Selbstlernphase. Für die Erlangung eines Zertifikats müssen Teilnehmende eine Prüfung ablegen. Ansonsten erhalten sie eine Teilnahmebescheinigung. Zur Qualitätssicherung wird für jedes Modul eine Modulbeschreibung erstellt. Diese richtet sich nach den Vorgaben der hochschulinternen Handreichung für die Erstellung von Modulbeschreibungen, die im Projekt „Die duale Hochschule" entwickelt wurde.

P1.4 Ordnungs- und Genehmigungsverfahren

P1.4 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung/Ordnungs- und Genehmigungsverfahren

Im Berichtszeitraum wurde eine Muster-Prüfungsordnung für Hochschulzertifikate erstellt, die sich an der Rahmen-Prüfungsordnung der Hochschule Niederrhein orientiert. Die Genehmigung der einzelnen Prüfungsordnungen für Hochschulzertifikate durch den jeweiligen Prüfungsausschuss wurde durch Gespräche mit den Vorsitzenden der in den Fachbereichen beteiligten Gremien intensiv begleitet.

P1.5 Betreuung Lehrende

P1.5 Nachfrageanalyse und Angebotsentwicklung/Betreuung Lehrende

Für Professorinnen und Professoren, die mit der neuen Zielgruppe der Berufstätigen noch nicht vertraut sind, ist im Projekt eine Autorenhandreichung entwickelt worden als Basisinformation für die Konzeptionierung von Zertifikatskursen. Die Autorenhandreichung behandelt vor allem die Themen „Zielgruppenorientierung", „Blended-Learning-Konzept" und „Erstellung von Lerninhalten".

Um den Lehrenden die vielfältigen Möglichkeiten im Bereich eLearning zu veranschaulichen, ist außerdem der Moodle-Kursraum „Einführung in die wissenschaftliche Weiterbildung" erstellt worden. Dieser zeigt interessierten Professoren und Professorinnen die Chancen und Grenzen von Blended-Learning auf und soll erste Hemmschwellen abbauen. Parallel dazu werden die Lehrenden in interaktiven Online-Elementen zur aktuellen Didaktik und Methodik in der Erwachsenenbildung geschult. Hierzu wurde eine Reihe von E-Learning-Materialien entwickelt, wie E-Lectures oder E-Tests, die mit klassischen Lernhilfen kombiniert sind.

P2 Organisations- und Finanzierungskonzepte

P2 Entwicklung eines nachhaltigen Organisations- und Finanzierungskonzeptes

Der aktuelle Hochschulentwicklungsplan sieht die nachhaltige Verankerung der wissenschaftlichen Weiterbildung an der Hochschule Niederrhein vor. Ein Ziel des Projektes ist es daher, eine auf die Strategie der Hochschule abgestimmte Aufbau- und Ablauforganisation für die wissenschaftliche Weiterbildung einzurichten. Dazu werden zuerst bekannte Modelle anderer Hochschulen analysiert und zu bestimmten Fragestellungen „good practices" anderer Hochschulen ermittelt. Eine weitere wichtige Grundlage für die Einrichtung einer Ablauforganisation bilden Prozessschemata für Aufgaben innerhalb der wissenschaftlichen Weiterbildung. Mit der Auswahl des passenden Organisationsmodells sind auch Fragen der Finanzierung eines Weiterbildungsangebots verbunden.

P3 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodule

P3 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen

Jeder neu entwickelte Zertifikatskurs wird im Projekt pilothaft erprobt. Dadurch sollen von Beginn an eine hohe Qualität und die Passgenauigkeit von Angebot und regionalem Bedarf an wissenschaftlicher Weiterbildung sichergestellt werden. Vor allem für Teilnehmende mit Familienpflichten werden gleichzeitig besonders geeignete Zeitmodelle und Formate erprobt.

Die Teilnahme an den Pilotkursen ist für Berufstätige kostenlos. Die Erprobung der Hochschulzertifikate erfolgt innerhalb der Projektlaufzeit in vier Phasen. Zu jeder Pilotphase werden neue Zertifikate angeboten.

Folgende Pilotphasen sind geplant:

  • 1. Pilotphase Mai 2016
    ►P3.1 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 1
     
  • 2. Pilotphase September 2016
    ►P3.2 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 2
     
  • 3. Pilotphase Februar 2017
    ►P3.3 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 3
     
  • 4. Pilotphase September 2017
    ►P3.4 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 4

 

P3.1 Pilotphase 1

P3.1 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 1

Die erste Pilotphase startete im Mai 2016. Für alle 11 konzipierten Hochschulzertifikatskurse konnte eine ausreichende Zahl an Pilotteilnehmerinnen und -teilnehmern akquiriert werden, die meisten Kurse waren ausgebucht. Insgesamt sind Hochschulzertifikate im Umfang von 71 ECTS-Punkte entstanden. Schon in der ersten Phase konnte eine große Themenvielfalt sowie verschiedene zeitliche Modelle entwickelt werden.

Die einzelnen Hochschulzertifikate wurden den vier Themenschwerpunkten: "Effizienz in Entwicklung und Produktion", "Informationstechnologie", "Management" und "Sozialwesen" zugeordnet:

 

Effizienz in Entwicklung und Produktion
REACH*
Statistische Versuchsplanung mit Excel – von den Grundlagen bis zur Validierung*
Robust-Design-Optimierung in der virtuellen Produkt- und Prozessoptimierung*
Systematische Innovation mit TRIZ -  Methoden der erfinderischen Problemlösung*

 Informationstechnologie
Aufbau und Betrieb moderner Unternehmensnetze*
Embedded Linux lernen mit dem Raspberry Pi*
IT-Security*

Management
Bilanzmanagement*
Investitionsmanagement
Ermittlung und Beurteilung psychischer Belastungen im Betrieb*

Sozialwesen
Tiergestützte Therapie und Pädagogik*

 

* Diese Hochschulzertifikatskurse wurden als Teilergebnisse bereits verwertet und erneut angeboten

P3.2 Pilotphase 2

P3.2 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 2

Für die zweite Pilotphase im September 2016 wurden folgende sieben Zertifikatskurse entwickelt und den vier Themenschwerpunkten zugeordent.

Effizienz in Entwicklung und Produktion
Labormanagement*

Informationstechnologie
ISMS für Energieunternehmen

Management
Arbeitsrecht*
Kostenrechnung für Ingenieure*
Online + Social Media Recht *
Steuerliche Verrechnungspreise*

Gesundheits- und Sozialwesen
Requirements-Engineering in Healhcare / Anforderungsermittlung im Gesundheitswesen*

 

* Diese Hochschulzertifikatskurse wurden als Teilergebnisse bereits verwertet und erneut angeboten

P3.3 Pilotphase 3

P3.3 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase 3

Für die dritte Pilotphase im Frühjahr 2017 wurden folgende neun Zertifikatskurse entwickelt und den vier Themenschwerpunkten zugeordent.

Effizienz in Entwicklung und Produktion
Konstruieren von Kunststoffbauteilen*'
Numerische Strömungssimulation (CFD) mit OpenFOAM®*

Informationstechnologie
Professionelles Software Engineering*

Management
Grundlagen der Internationalen Rechnungslegung nach IFRS
Jobprofiling in der Personalentwicklung*
Konfliktmanagement für Ingenieure*
Marketing und Kommunikation*

Gesundheits- und Sozialwesen
Evidenzbasierte Pflege für PraxisanleiterInnen*

 

* Diese Hochschulzertifikatskurse wurden als Teilergebnisse bereits verwertet und erneut angeboten

P3.4 Pilotphase 4

P3.4 Pilothafte Erprobung von Zertifikatsmodulen/Pilotphase

Für die vierte Pilotphase im Herbst 2017 wurden folgende acht Zertifikatskurse entwickelt und den vier Themenschwerpunkten zugeordnet.

Effizienz in Entwicklung und Produktion
Prozesse effizient und effektiv gestalten durch innovatives Qualitäts- und Prozessmanagement*

Informationstechnologie
ISMS Auditor*

Management
Bilanzanalyse - kompakt*
Entscheidungen treffen*
Internationales Steuerrecht
Qualitative und quantitative Geschäftsmodellentwicklung

Gesundheits- und Sozialwesen
Existenzsichernde Unternehmensführung für Praxisleitende
Qualifizierung von Einrichtungsleitungen - Grundlegende betriebs- und personalwirtschaftliche Kenntnisse

 

* Diese Hochschulzertifikatskurse wurden als Teilergebnisse bereits verwertet und erneut angeboten
Leseprobe zu den Studienbriefen für den Zertifikatskurs "Qualifizierung von Einrichtungsleitungen"

P4 Beratungskonzept

Beratungskonzept

P4 Entwicklung und Umsetzung eines Beratungskonzepts

Mit dem Angebot von wissenschaftlicher Weiterbildung für Berufstätige – mit und ohne Hochschulabschluss – erschließt die Hochschule Niederrhein eine neue Zielgruppe, die auch neue Anliegen für Beratung und Betreuung in die Hochschule trägt. Diese unterscheiden sich von denen traditioneller Studierender so stark, dass die Lösung im Regelfall weder in der regulären Studierendenberatung, noch in der psychosozialen Beratungsstelle verortet werden kann. Daher ist eine weitere Aufgabe des Projekts, ein eigenes Beratungssystem für die Zielgruppe „Berufspraktikerinnen und -praktiker" zu entwickeln, das aus den Erkenntnissen der Beratungsforschung in der Erwachsenenbildung abgeleitet ist.

Dieses Beratungskonzept wird darüber hinaus die Situation von Weiterbildungsinteressierten mit Familienpflichten gezielt berücksichtigen. Für diese Gruppe gilt in besonderem Maße, dass eine Entscheidung für eine Weiterbildungsmaßnahme immer nur mit Blick auf den individuellen Karriereverlauf, beispielsweise einem geplanten Wiedereinstieg nach einer Elternzeit, sowie die persönlichen Umstände erfolgen kann.

P5 Aufbau eines Netzwerks

P5 Aufbau eines Netzwerks zur Weiterentwicklung und Kommunikation des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebot

Ein Ziel des Projekts ist der Aufbau eines regionalen Netzwerks mit Unternehmen und Institutionen. So sollen Weiterbildungsbedarfe zielgerichtet erfasst und mit maßgeschneiderten Angeboten abgedeckt werden. Mit diesem partnerschaftlichen Ansatz beschreitet die Hochschule Niederrhein einen neuen Weg in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Die enge Verzahnung zwischen regionalen Bedürfnissen und Angebotsgestaltung soll den praxisnahen Wissenstransfer in die Region gewährleistet. Ein Kommunikationskonzept soll als Grundlage für die interne und externe Angebotsverbreitung dienen. Gleichzeit sollen Formate für einem gegenseitigen Austausch und Verstärkung der Kooperationsbeziehungen gefunden werden.

P5.1 Aufbau eines Netzwerks

P5.1 Aufbau eines Netzwerks zur Weiterentwicklung und Kommunikation des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebot/Konzept

Damit das einmal erarbeitete wissenschaftliche Weiterbildungsangebot auch zukünftig den Anforderungen und Bedürfnissen genügen kann, sind Anpassungen und Weiterentwicklungen notwendig. Diese sollen im Dialog mit Kooperationspartnern wie Verbänden, Kammern oder Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Region durchgeführt werden. Zu diesem Zweck werden Plattformen/Netzwerke mit institutionalisierten Abläufen implementiert, die auch nach Ende der Projektlaufzeit weiter bestehen werden. Diese Plattformen werden neben der Pflege und Weiterentwicklung auch die Kommunikation des Angebots zu den potenziellen Teilnehmerkreisen unterstützen.

 

P5.2 Aufbau eines Netzwerks

P5.2 Aufbau eines Netzwerks zur Weiterentwicklung und Kommunikation des wissenschaftlichen Weiterbildungsangebot/Kooperationspartner

Unsere bisherigen Kooperationspartner:

  • IHK Mittlerer Niederrhein
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld
  • Wirtschaftsförderung Mönchengladbach
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Straelen
  • Wirtschaftsförderung der Stadt Willich
  • Stadt Geldern
  • Gemeinde Nettetal

 

P6 Entwicklung eines Evaluationssystems

Grafik_Messzeitpunkt

P6 Entwicklung eines Evaluationssystems

Evaluationen haben sich als Instrument zur Qualitätssicherung von Lehrveranstaltungen an Hochschulen fest etabliert. Mit der Entwicklung von Hochschulzertifikatskursen werden nicht nur neue Lehr-/Lernformate angeboten, sondern auch eine für die Hochschule völlig neue Zielgruppe angesprochen. Diese spezifischen Besonderheiten bringen neue Herausforderungen für die Ebenen und Kriterien der Evaluation mit sich. Aus diesem Grund wird innerhalb des Projekts ein Evaluationssystem entwickelt, das die neuen Hochschulzertifikatskurse umfassend evaluiert. Dieses System soll in die Evaluationsstandards der Hochschule Niederrhein implementiert werden.

Ziel der Zertifikatskursevaluation ist es, den Erfolg und die Wirksamkeit der Weiterbildung zu überprüfen. Auch dienen die Evaluationsergebnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung und Optimierung der Kurse, sowie für die Entwicklung weiterer Hochschulzertifikatskurse. Über die Qualitätsaspekte hinaus dient die Evaluation der Ermittlung und Überprüfung der adäquaten Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Weiterbildungsangebote für Berufstätige mit und ohne Hochschulabschluss.

 

P7 Nutzens wissenschaftlicher Weiterbildung

P7 Analyse des Nutzens wissenschaftlicher Weiterbildung für die Region aus volkswirtschaftlicher Sicht

Ein Erststudium an einer öffentlichen Hochschule wird in Deutschland überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert. Die Weiterbildung ist dagegen weitgehend privatwirtschaftlich strukturiert, wobei die Zahl der akademischen, wissenschaftlichen Weiterbildungsangebote, wie sie am ehesten durch Hochschulen oder Hochschulinstitute bereitgestellt werden können, bislang recht überschaubar ist. Dies wirft zum einen die Frage auf, in welchem Umfang und zu welchen Themenfeldern derartige Angebote zweckmäßig und notwendig sind; je besser die Angebote auf die Bedarfe abgestimmt sind, umso höher ist der Nutzen, den Wirtschaft und Gesellschaft daraus ziehen können.

Zum anderen stellt sich in diesem Kontext die Frage nach der Finanzierung einer wissenschaftlichen Weiterbildung: Geht man davon aus, dass die Erträge der wissenschaftlichen Weiterbildung (Bildungsrenditen, persönliche Weiterentwicklung) ausschließlich denen zugutekommen, die wissenschaftliche Weiterbildungsangebote wahrnehmen, müssten die Kosten der Maßnahmen auch diesem Personenkreis angelastet werden. Hat wissenschaftliche Weiterbildung aber einen darüber hinausgehenden gesellschaftlichen Wert, so würde die ausschließliche Finanzierung durch die Privaten zur Konsequenz haben, dass eine zu geringe Menge an wissenschaftlicher Weiterbildung konsumiert wird (Problem der positiven Externalitäten).

Entsprechend dieser beiden Problemstellungen sollen deshalb am Beispiel der Region „Mittlerer Niederrhein" Bedarfsermittlungen durchgeführt werden. Außerdem soll der volkswirtschaftliche Nutzen von wissenschaftlicher Weiterbildung analysiert und die daraus zu entwickelnden – möglicherweise kooperativen Finanzierungskonzepte diskutiert werden.

 

P7.1 Analyse des Akademikerbesatzes

P7.1 Analyse des Nutzens wissenschaftlicher Weiterbildung für die Region aus volkswirtschaftlicher Sicht/Analyse des Akademikerbesatzes

Eine Analyse der Struktur akademischer Beschäftigung am Mittleren Niederrhein diente als Grundlage, um davon ausgehend Produktivitätspotentiale für die Region abschätzen zu können. Zunächst wurde die Branchenstruktur am Mittleren Niederrhein untersucht und der jeweilige Akademikerbesatz ermittelt. Durch eine Gegenüberstellung mit entsprechenden Daten auf Bundesebene konnte ein relativer, struktureller Akademikerunterbesatz festgestellt werden.

  • Der Mittlere Niederrhein hat – bezogen auf seine Größe – nur 79% des nach Bundesdurchschnitt üblichen Akademikerbesatzes.
  • Am Mittleren Niederrhein sind verstärkt Branchen angesiedelt, die traditionell vergleichsweise wenig akademisches Personal beschäftigen.
  • Unternehmen der Branchen mit hohem Akademikerbesatz (etwa unternehmensnahe Dienstleistungen) sind am Mittleren Niederrhein unterrepräsentiert. Des Weiteren sind in den am Mittleren Niederrhein ansässigen Unternehmen dieser Branchen deutlich weniger Akademiker beschäftigt als im Bundesdurchschnitt.
  • Ausgehend von Lohnunterschieden zwischen akademisch und nicht akademisch Beschäftigten einer jeweiligen Branche lassen sich Produktivitätspotenziale abschätzen, die bei einer hypothetischen Steigerung des Akademikerbesatzes auf bundesdurchschnittliches Niveau ausgeschöpft werden könnten.
  • Für den Mittleren Niederrhein beläuft sich dies auf etwa 96 Mio. Euro pro Jahr.

 

 

 

Teilnahme an Tagungen und Konferenzen

  Teilnahme an Tagungen und Konferenzen

  • 13. November 2017: Treffen der NRW-Landesgruppe der DGWF, Universität Bonn
  • 01. September 2017: elearn.nrw, Tagung für E-Learning, Universität Duisburg-Essen, Workshop: "Akzeptanz von E-Learning bei Lehrenden und Lernenden fördern", gemeinsam mit Hochschule Düsseldorf
  • 1. - 3. März 2017: Spring School der wissenschaftlichen Begleitung „Interne Qualifizierungsangebote der Projekte“, Posterpräsentation „Workshop für Lehrende: Blended Learning in der wissenschaftlichen Weiterbildung, Universität Oldenburg
  • 16. Februar 2017: Fachtagung „Mobiles Lernen für Morgen – berufsbegleitende, wissenschaftliche Aus- und Weiterbildung für die Ingenieurwissenschaften“, Verbundprojekt Mobilitätswirtschaft, Universität Braunschweig
  • 14. - 16. September 2016 : DGWF-Jahrestagung 2016 : "Die Vielfalt der Lifelong Learners - Herausforderungen für die Weiterbildung an Hochschulen", Vortrag: "Alumni von Hochschulen als Konsumenten akademischer Weiterbildung – Eine Analyse unterschiedlicher Bedarfslagen einer heterogenen Zielgruppe", Wien
  • 14. September 2016: Fachtagung 2016 der Forschungsverbunde KeGL und PuG: „Weiterbildung für Gesundheitsberufe an Hochschulen im Kontext des lebenslangen Lernens: Erkenntnisse – Innovationen – Herausforderungen", Ostfalia Hochschule Wolfsburg
  • 29./30. Juni 2016 „Interne Tagung der wissenschaftlichen Begleitung: "Ansätze gemeinsamer Forschung und Vernetzung". Erste Arbeitstagung der WB2.0 und der Förderprojekte, Berlin
  • 26.April 16: Arbeitstreffen Netzwerk Offene Hochschulen: „Geschäftsmodelle wissenschaftlicher Weiterbildung und nachhaltige Verankerung“, Uni Oldenburg
  • 11./12. April 2016: 8. Treffen der NRW Landesgruppe der DGWF, Vortrag: "Unternehmensbefragung als Form der Bedarfsanalyse?", Hochschule Düsseldorf
  • 07.April 2016 Teilnahme am Workshop "Evaluation von E-Learning-Angeboten" im Rahmen des Netzwerkes E-Learning NRW, Learning Lab der Universität Duisburg-Essen
  • 2. – 4. März 2016: 7. Dortmunder Spring School for Academic Staff Developers (DOSS): „Und wie geht es weiter? Implementierungsstrategien für innovative Entwicklungen in der Hochschulbildung." Dortmund. Erstellung und Durchführung des Workshops: „Lehrkompetenz in der wissenschaftlichen Weiterbildung – Workshop zur Sensibilisierung für eine neue Zielgruppe"
  • 24. – 26. Januar 2016: Learntec, Karlsruhe
  • 23. – 25. September 2015: DGWF Jahrestagung "Lehr-/Lernarrangements in der wissenschaftlichen Weiterbildung - Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für eine wirksame Didaktik", Universität Freiburg
  • 18./19.Juni 2015: Internationale Tagung der wissenschaftlichen Begleitung „Lebenslanges Lernen und Weiterbildung - Deutsche Hochschulen im Spiegel internationaler Erfahrungen", Berlin
  • 20./21.April 2015: Frühjahrstreffen der NRW-Landesgruppe der DGWF, Universität Münster
  • 19./20.März 2015: Tagung der wissenschaftliche Begleitung: „Entwicklung von Weiterbildungsstudiengängen“, Berlin
  • 07. Oktober 2014: Posterpräsentation bei der Auftaktveranstaltung der 2. Wettbewerbsrunde „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“, Berlin
  • 24. September 2014: Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium  (DGWF): „Wissenschaftliche Weiterbildung neu denken! – Ansätze und Modelle für eine innovative Gestaltung von Weiterbildung und lebenslangem Lernen an Hochschulen“, Universität Hamburg

Das Team

Cordula Albersmann
Projektkoordinatorin Wissenschaftliche Weiterbildung
Dr. Katrin Waletzke
Projektmitarbeiterin Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer