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Mit einer 5 im Abitur...

... begann der Werdegang von Sarah Leßmann und führte sie direkt in den Mathevorkurs. Dort vollbrachte man das Wunder einer unsicheren Studienanfängerin, für die Mathe ein Buch mit sieben Siegeln und 3 Vorhängeschlössern war, innerhalb einer Woche den gesamten Oberstufeninhalt beizubringen. Und das noch größere Wunder: Sie hatte sogar Freude dabei. [...]

Einen großen Anteil daran hat für sie Prof. Dr. Buxbaum, der nicht nur mit lockeren Sprüchen Ängste zu nehmen wusste, sondern dessen Vorlesungen ihr auch als grandios und als Grundlehre fürs Leben in Erinnerung blieben. Die Gewissheit, dass man die größten Herausforderungen meistern kann, wenn man den richtigen Blickwinkel findet, einen Menschen hat, der es vernünftig erklären kann und dabei das Lachen nicht zu kurz kommt ist eine wichtige Erkenntnis aus dieser Zeit.

Geprägt war die Studienzeit natürlich auch von legendären Abenden im „Pflaumenbaum“ oder in der „Nacht“ in Mönchengladbach und Mensapartys mit unschlagbaren Preisen für Longdrinks. Aber eben auch von „Motortalks“ mit den Kommilitonen, dem Paternoster in Krefeld und dem Streifenhörnchen-Saal in Mönchengladbach, Lerngruppen bis spät in die Nacht und dem Zittern vor dem Glaskasten, in dem damals noch die Noten ausgehängt wurden. Dazu erhitzte Diskussionen um Semesterarbeiten und die Notengebung und schließlich ein „Robofight“ als Abschlussarbeit der Robotik-Vorlesung. Geblieben sind aber vor allem die unzähligen Momente mit den Menschen, mit denen sie diese Erinnerungen teilt und zu denen sie heute noch Kontakt hat.

Nach dem Abschluss hat Sarah Leßmann in München bei BMW als Entwicklungsingenieurin im Bereich Leichtbauprojekte angefangen und dann verschiedene Bereiche innerhalb des Konzerns durchlaufen, sei es als Spezialistin für Komponentenstrategien oder als Produktmanagerin für die neue 8er Reihe 2018. Ihren Jugendtraum hat sie 2019 mit dem Wechsel zur BMW M GmbH in die „Sparte mit den wirklich scharfen Kisten“ verwirklicht und betreut zurzeit die Entwicklung eines – wie sie beschreibt – „wirklich spektakulären Fahrzeugs“. Mehr kann und darf sie dazu nicht verraten, aber man erkennt ihre Begeisterung, wenn sie davon schwärmt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie auf die Frage, ob und was sie studieren würde, wenn sie nochmal anfangen würde, antwortet, dass sie vielleicht auch (Automobil)Design studiert haben könnte, aber rückblickend und im Ergebnis alles so gekommen ist, wie sie es sich gewünscht und vorgestellt hat. Am Ende würde sie wohl alles wieder genauso machen. Und vielleicht ist ihr dies auch durch den Kopf gegangen als sie vor noch nicht allzu langer Zeit bei einem Besuch in der alten Heimat nachts vor den Hochschulgebäuden stand und sich an ihre Studienzeit zurückerinnert hat.