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Erfahrungsbericht: Uni oder Fachhochschule?

Eine Studentin aus dem Fachbereich 03 erzählt uns wie Sie zur Hochschule Niederrhein gekommen ist und welche Erfahrungen Sie auf diesem Weg gemacht hat.

Als ich mein Abi hatte wusste ich erst seit kurzem, dass ich Elektrotechnik studieren werde. Über das WO hatte ich mir nicht wirklich große Gedanken gemacht. Es kam nur das Beste für mich in Frage. Das war meiner Meinung nach die RWTH Aachen. Also hab ich mich dort eingeschrieben. Ich war vor meiner Einschreibung nicht einmal dort.

Und dann ging es los. 4 Wochen Mathevorkurs. Die Wochen waren echt toll: morgens Vorlesung, dann Mittagspause und am Nachmittag praktische Übung. In dieser Zeit hab ich super nette Leute kennen gelernt, aber vor allem die Stadt Aachen. Sie ist noch heute eine meiner Lieblingsstädte.


Der Stoff im Vorkurs Mathe war schwer keine Frage. Aber mit ein bisschen Ehrgeiz und Lernen machbar. Außerdem hat mich das nicht überrascht. Dies hatten mir ja alle vorher gesagt, dass es in Aachen schwer ist. Was das aber wirklich bedeutet habe ich erst viel später begriffen.


Als dann die ersten richtigen Vorlesungen begonnen haben war das eine aufregende Zeit. Wir haben mit über 700 Studenten in einem Hörsaal gesessen. Jeden Tag habe ich neue Leute kennen gelernt, aber vor allem eine ganz neue Art zu lernen. An einer Uni hat man als Student keinerlei Kontakt zu den Professoren. Diese halten nur die Vorlesungen. Die dazugehörigen Übungen werden von Hiwis oder Studenten gehalten. Die wenigen Praktika betreuen auch die Hiwis.


Eine Vorlesung sieht so aus, dass man sich zunächst das Skript für ein paar Euro gekauft hat und dort die Dinge mit reinschreibt, die der Prof zusätzlich anschreibt. Das geht alles so schnell, dass es schwierig ist gleichzeitig zu schreiben und mitzudenken. Dazu kommt, dass der Stoff sehr schwer ist. Selbst beim Nachbereiten der Vorlesung ist es schwer die einzelnen Schritte nachzuvollziehen.


Der Begriff "schwer" hat für mich in dieser Zeit eine ganz neue Bedeutung bekommen. Dann kamen die Klausuren und ich bin verzweifelt. Ich bin das erste Mal im Leben kolossal gescheitert und da war ich leider nicht die einzige. In der Schule war ich ziemlich gut. Da bin ich meist ohne lernen durch gekommen. Jetzt wusste ich was lernen heißt. Wochenlang, jeden Tag von Morgens bis spät in die Nacht Aufgaben rechnen, Vorlesungsmitschriften lernen und Formelsammlungen schreiben.


Heute weiß ich, dass es auch eine andere Art von lernen gibt.
Ich habe lang gebraucht um damit klarzukommen, dass ich gescheitert bin. Ich hab Zeit gebraucht um mich neu zu orientieren.


Dann hab ich die Hochschule Niederrhein für mich entdeckt. Aber ich war vorsichtig. Ich hab mich beraten lassen und bin in die Vorlesungen rein. Hab mit den Professoren gesprochen. Im übrigen etwas, dass ich vorher noch nie gemacht habe, weil es einfach nicht möglich war. Hier konnte ich einfach so nach der Vorlesung hingehen und meine Fragen stellen. Das war eine neue Erfahrung für mich. Und es war definitiv eine Gute.


Ich hab mich also an der Hochschule Niederrhein eingeschrieben. Mein zweiter Versuch. Ich durfte nicht nochmal scheitern. Auch hier gab es Vorkurse, aber das war Schulstoff. Das war einfach. Teilweise zu einfach. Auch die ersten beiden Semester sind absolut machbar. Erst ab dem dritten Semester wird der Stoff etwas komplizierter.


Als dann das Semester angefangen habe war das was ganz anderes als in Aachen. Wir waren am Anfang knapp 180 Studenten. Also eine ganz andere Hausnummer. Man konnte den Prof im ganzen Hörsaal gut sehen und verstehen. Die Profs haben auch die Übungen gehalten, bei denen wir dann ca. 50 Leute waren. Teilweise wesentlich weniger. Aber vor allem gab es mehr Praktika. Im Praktikum haben wir mit ca 16 Leuten zusammen Experimente gemacht. Und das betreut von dem unterrichtenden Professor einem Hiwi und meist noch einem Studenten. Ich konnte Fragen stellen und habe mich nach und nach an die Geräte und Messstationen gewöhnen können.


Dann kam die erste Klausurphase und ich bekam Angst. Ich hatte meine Panikataken aus früheren Klausuren nicht vergessen.


Was jetzt anders war, war vor allem die Organisation. In Aachen schreibt man für gewöhnlich eine Klausur pro Woche. Verteilt auf die komplette vorlesungsfreie Zeit.


Hier sollte ich nun 5 Klausuren in zwei Wochen schaffen - wie war mir ein Rätsel.
Aber es hat geklappt. Und zwar sehr gut. Und dann hatte ich zum ersten mal Semesterferien. Also richtig frei. Tolle Sache!