Digitale Lehre an der Hochschule Niederrhein
Einblicke in die Praxis

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.

Köpfe für die digitale Lehre

Seit dem 13. März ist alles anders: An diesem Tag wurde entschieden, dass der Vorlesungsbeginn verschoben wird. Viele Lehrende haben seitdem ihren Unterricht auf digitale Lehre umgestellt. Wir stellen in einer losen Serie Professorinnen und Professoren und ihre Lösungsansätze vor. 

Gute Praxisbeispiele finden Sie außerdem auf den Seiten der Teams digitaLe und Hochschuldidaktik. Dort gibt es auch hochschul- und mediendidaktische Beratung für Lehrende.

Prof. Dr. Matthias Freund
Prof. Dr. Matthias Freund

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet 
Finanzmathematik, Optimierung und Statistik

Prof. Dr. Matthias Freund

Was bieten Sie digital / online an? Seit wann oder ab wann?
Alle meine Statistik- und Mathekurse werden online angeboten. Da es sich fast immer um Großveranstaltungen (deutlich mehr als 100 Studierende) handelt, war schnell klar, dass eine „Live-Durchführung“ an technischen Restriktionen scheitert. Deshalb wird es Podcasts – also Audio-Dateien – geben, die die Studierenden durch die Skripte, Folien und Aufgaben leiten.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation? (Wo gibt es Probleme, hakt es?)
Anfangs war es schwierig sich über ein (technisch und didaktisch) machbares Konzept Gedanken zu machen. Ist ein solches Konzept aber einmal vorhanden, klappt es mit Audio-Dateien ganz gut. Zumal diese zeitlich unabhängig vorproduziert werden können und nur geringe Speicherbedarfe haben, so dass die Verteilung an zum Teil 250 Studierende effizient gestaltet werden kann. Aus mathematik-didaktischer Sicht ist es herausfordernd, sein Auditorium nicht zu sehen! Oft verraten die Gesichter Unverständnis, auf das eingegangen werden kann – eine Möglichkeit die in meinem Konzept der online-Lehre nicht gegeben ist. Ich hoffe auf eine offene Kommunikation gerade der Inhalte, die nicht verstanden werden.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Aus meiner Sicht gibt es hier allenfalls bei Kleingruppen Vorteile. In großen Gruppen ziehe ich die Interaktion im Hörsaal strikt vor.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Bleiben Sie geduldig – wir lernen gerade alle!
Seien Sie offen – Kommunikation ist der Schlüssel!
Bleiben Sie dran – auf Ihre Disziplin kommt es jetzt an!
Und bedenken Sie: Es ist eine Ausnahmesituation, die einem oberliegenden Ziel geschuldet ist!

Und natürlich: Bleiben Sie gesund!

Prof. Dr. Jürgen Karla
Prof. Dr. Jürgen Karla

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet 
Wirtschaftsinformatik
 

Prof. Dr. Jürgen Karla

Was bieten Sie digital / online an? Seit wann oder ab wann?
Videos, die die Präsenzveranstaltung Wirtschaftsinformatik-Grundlagen abdecken sollen. Die Veranstaltung hat mit Semesterstart begonnen.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation? (Wo gibt es Probleme, hakt es?)
Eine besondere Herausforderung war die Erarbeitung der notwendigen Medientechnik. Tatkräftige Unterstützung durch befreundete Medienprofis war hier sehr hilfreich. Die Einarbeitung in die Software, mittels derer eine Spiegelreflexkamera an den Rechner angebunden werden kann, eine parallel laufende Screencast-Software sowie die Einbindung der Audio-Technik war spannend. Aber es geht. Perfekt die Unterstützung durch ein lokales Foto-Geschäft, welches persönlich am Abend noch eine Lieferung mit ergänzender Technik vorbeigebracht hat.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Zeitunabhängigkeit durch non-lineare Produktion und Konsumtion.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Nutzen Sie die Zeit und lesen Sie hochrangige wissenschaftliche Journals. Ja, ich weiß, die sind auf Englisch. Aber es lohnt sich.

Prof. Dr. Ing. Arne Graßmann
Prof. Dr. Ing. Arne Graßmann

Fachbereich
Maschinenbau und Verfahrenstechnik

Lehrgebiet 
Energietechnik
 

Prof. Dr. Ing. Arne Graßmann

Was bieten Sie digital / online an?
Ich biete die Betreuung der Praxisphasen und Abschlussarbeiten seit Ende März mittels Online Konferenzen an. In der Forschung finden alle Besprechungen ebenfalls als Konferenzschaltungen statt, das war in Teilen bedingt durch Industrieprojekte und Partner in anderen Ländern ohnehin schon so.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Das Datenaufkommen ist in den letzten Wochen massiv angestiegen. Konferenztools, die in den vergangenen Monaten hervorragend funktioniert haben, sind jetzt nur noch sehr eingeschränkt nutzbar. Daher jongliere ich zurzeit mit drei verschiedenen Konferenztools.

Studierende haben mehr Schwierigkeit online an Literatur zu kommen. Ich hoffe, dass andere Hochschulen und Universitäten mit deutlich größerem Angebot sich flexibel zeigen für den Zugriff unserer Studenten auf diese Ressourcen. Studierenden in der Abschlussphase brechen z.T. die Firmenbetreuer weg, Kurzarbeit etc. Diese Betreuungslücke müssen wir bestmöglich schließen.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Die digitale Lehre zwingt dazu Inhalte noch besser aufzubereiten, da der Anspruch sein muss ohne Tonspur wesentliche Inhalte erfassen zu können. Die Nähe zu den Studierenden hat zugenommen, da allen Beteiligten klar ist, dass ein improvisiertes Programm keinen Anspruch auf Perfektion hat. Die Studierenden wertschätzen unsere Bemühungen sie bestmöglich zu unterstützen. Das Arbeitsleben findet bei international arbeitenden Firmen heute schon Online statt. Das üben unsere Studierenden jetzt schon mal ein.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Zeigen Sie Eigeninitiative und verbessern Sie ihre Selbstlernfähigkeiten.

Prof. Dr. Joachim Schettel
Prof. Dr. Joachim Schettel

Fachbereich
Wirtschaftsingenieurwesen

Lehrgebiet 
Energietechnik

 

Prof. Dr. Joachim Schettel

Was bieten Sie digital / online an?
Seit dem 23. März biete ich das Grundlagenfach Mechanik und das Wahlpflichtfach Energietechnik III digital an. Die Vorlesungen als Film und das Skript als Buch. Außerdem gibt es auch ein Online-Tutorium sowie ein Forum für Übungsaufgaben. Themen und Sprechstunden für Hausarbeiten werden online vereinbart. Es besteht zudem ein gemeinsames Literaturverzeichnis als Glossar in Moodle.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Die Online-Lehre ist aufwendiger als Präsenzlehre. Bibliothek und Fernleihe geschlossen. Studierende müssen das für Mechanik benötigte Buch gegebenenfalls kaufen, obwohl die Bibliothek genügend hat. Ein Versandservice wäre traumhaft. Ein Live-Streaming von Veranstaltungen ist schwierig wegen nicht ausreichender Bandbreite.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Keine Fahrzeiten zur Hochschule und flexible Arbeitszeiten sind von Vorteil.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Bleibt zuhause!

Prof. Dr. Martin Wenke
Prof. Dr. Martin Wenke

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet 
Ökonomie und Ökologie
 

 

Prof. Dr. Martin Wenke

Was bieten Sie digital / online an?

  • Lehrvideos im Fach Gesamtwirtschaftliche Einflüsse im MBA, biete ich seit 4 Jahren über moodle an, Online-Lehrsequenzen sind jetzt gefolgt
  • Seit einem Jahr gibt es das CSR International Online Module zusammen mit Partnern in Bern (CH) und Valkeakoski (FIN) in Kooperation mit dem HN Projekt digitaLe. Genutzt werden unterschiedliche Instrumente, zum Beispiel AdobeConnect zur direkten Kommunikation, Screencasts, Foren usw
  • Online Lehrsequenzen im Verbundstudium (BA/LLM) und im (eigentlichen) Präsenzstudium (Master, Business Ethics, Business Economics)

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?

Grundsätzlich für Online-Lehre

  • Dozenten: LVA Strukturen sind anders zu organisieren als bei der Präsenzlehre, hoher Zusatzaufwand, Suche nach Materialien bzw. Eigenerstellung solcher
  • Kommunikationsverhalten der Studies in der Online-Lehre (chatten eher, anstatt zu reden), Free Rider-Verhalten (Studies „verstecken“ sich hinter ihren Anwesenheitsicons oder nehmen nicht an gruppeninternen Diskussionen teil oder Aufgaben wahr)

Aktuelle Situation

  • Hoher Handlungsdruck, schnelles Erlernen neuer Techniken (z.B. eduVote)
  • Hoher Aufwand, gegebenenfalls mehrere als Präsenzveranstaltungen geplante Seminar nun in Richtung „online“ umzustricken
  • teilweise sind die Systeme (AdobeConnect, Skype, Zoom, …) je nach Tageszeit instabil bzw. funktionieren überhaupt nicht (gilt wohl vor allem für AdobeConnect)

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?

  • Unabhängigkeit von Ort und (manchmal je nach Strukturierung) auch Zeit
  • Mehrfache Wiederholung der Nutzung ganz bestimmter Materialien unterstützt den Lernerfolg für die Studierenden  

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?

  • möglichst alle Online-Angebote wahrnehmen, um die zukünftigen sicherlich ebenfalls herausfordernden Wochen zu „entzerren“
  • sich als Partner der Lehrenden mit konstruktiv-kritischen Ideen an der Weiterentwicklung der Onlinelehre zu beteiligen
  • Sich nicht als Trittbrettfahrer in der derzeitigen, für alle herausfordernden Situation zu betätigen   
Prof. Dr. Werner Heister
Prof. Dr. Werner Heister

Fachbereich
Sozialwesen

Lehrgebiet 
Betriebswirtschaft im Sozialen Sektor
 

Prof. Dr. Werner Heister

Was bieten Sie digital / online an?
Unter anderem den Brückenkurs Einführung in die BWL für Masterstudierende, Start am 23. März, 9 Uhr.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Da ich vor zwei Jahren meine Lehre komplett digital umgestellt habe, gab es jetzt keine besonderen Herausforderungen für mich. Eine Herausforderung ist immer die digitale Infrastruktur.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Man kann die Kurse inhaltlich viel besser steuern. Die Studierenden tauschen sich untereinander aus, oft bin ich gar nicht der Erste, der auf eine Frage antwortet. Ich halte die digitale Lehre in vielem dem physischen Lehrbetrieb für überlegen. Das ist 100-prozentig die Zukunft.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Ich rate meinen Studierenden, sich 100 Prozent auf das Digitale einzulassen. Es ergibt sich derzeit eine riesige Chance, die digitalen Prozesse, die in der Arbeitswelt jetzt schon teilweise Normalität sind und in Zukunft noch mehr vorherrschen werden, im Studium schon mit zu erfahren und sich zu erobern. Und weil die digitale Lehre auch für Lehrende immer wieder neu Herausforderungen bringt, Kreativität fordert, Umdenken verlangt, wünsche ich mir von ihnen, dass Sie dabei mitwirken, Ideen zu entwickeln, Lösungen mit zu suchen, wie Lehre und Lernen derzeit erfolgreich funktionieren können. Noch ein Tipp: Carpe Diem - nutzen Sie die Zeit der Quarantäne zum Studieren, auch im Selbststudium. Selbststudium ist eine hervorragende Form des Studiums.

Prof. Dr. Wilhelm Mülder
Prof. Dr. Wilhelm Mülder

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet
Wirtschaftsinformatik
 

Prof. Dr. Wilhelm Mülder

Was bieten Sie digital / online an? Seit wann oder ab wann?
Ab sofort biete ich sämtliche Veranstaltungen als Online-Veranstaltungen an. Nach der ersten Schockstarre und ein paar Stunden Ausprobieren habe ich eine einfache, dennoch mit der Qualität der Präsenzveranstaltung vergleichbare Lösung gefunden. Hierbei handelt es sich um einen Mix verschiedener Medien, zusätzlich habe ich auch Back-Up-Lösungen geplant. Die Online-Angebote werden auf die Größe der Studentengruppe zugeschnitten.

Für größere Gruppen mit mehr als 12 Studenten habe ich Folien, Unterlagen sowie konkrete Literaturhinweise über Moodle bereitgestellt. Ich nutze ein einfaches Tool zur Video-Aufzeichnung der Vorlesung am heimischen Laptop. Hierbei werden die Folien mit angezeigt, man sieht und hört mich, quasi wie bei einer Live-Vorlesung. Diese Lernvideos schauen sich die Studenten zu Hause an, bearbeiten Fallstudien und beantworten Fragen/Aufgaben zur Lernkontrolle. Nach dieser „Selbstlernzeit“ gibt es ein Moodle Forum/Chat, dort kann ich den Studenten bestimmte Themen nochmals erläutern und mit ihnen diskutieren.

Für kleinere Gruppen mit weniger als 12 Studenten gibt es ebenfalls Material in Moodle, die Vorlesungen jedoch als Videokonferenz. Die Studenten erhalte vorab Link per Mail, müssen sich als Teilnehmer der Konferenz anmelden und ich halte die Vorlesung am Laptop zu Hause, zeige die Folien und wir können direkt kommunizieren. Als Backuplösung werden wir ein für unsere Institut Gemit eingerichtetes Telefonkonferenzsystem nutzen. Da die Studenten die Folien haben, kommt der Ton dann eben über das Telefon.

Wenn das Internet mitspielt, sehe ich in diesen beiden Varianten einen nahezu vollwertigen Ersatz meiner Präsenzveranstaltungen.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Ich musste alles erst einmal ausprobieren, die Technik und das Internet müssen funktionieren und man braucht für Live-Online-Vorlesung eine Backup Option.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Momentan die einzige Möglichkeit, vollwertige Lehre anzubieten. Aber es ist auch mal gut, Neues auszuprobieren.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Leute, bleibt dran! Wenn man nicht gerade an Corona erkrankt ist, sollte man die Zeit unbedingt nutzen, jetzt zu lernen. Wir tun alles, damit die Studenten keine Nachteile aus der aktuellen Krise haben.

 

 

Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt
Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt

Fachbereich
Textil- und Bekleidungstechnik

Lehrgebiet 
Modedesign mit dem Schwerpunkt Strick- und innovatives Produktdesign

 

Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt

Was bieten Sie digital / online an?
Obwohl es sich eigentlich um praktische Fächer handelt, die Masterpflichtfächer „Creative Processing“ und „Innovatives Produktdesign“. Die Aufgabenstellungen wurden kommuniziert und die Basis für die kreative Themenfindung und die Literaturrecherche gelegt. Referate können erarbeitet und vorgestellt werden. Im Bachelor-Wahlpflichtfach „Designkonzepte“ werden Kollektionskonzepte für Lizenzkollektionen zu bestehenden Marken erarbeitet.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Die größte Herausforderung in meinen Fächern ist die praktische Umsetzung von Ideen in textile Flächen und Prototypen, die eigentlich zum großen Teil in unseren Laboren stattfindet. Da wir hier zurzeit keinen Zugang haben, bereiten wir alles so gut es geht vor, um dann praktisch durchstarten zu können.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
In jedem Falle in Krisenzeiten wie diesen, Informationen, Themen und Inhalte austauschen zu können. Für mich ist es aber nur eine Überbrückung, keine annehmbare Dauerlösung durch die Art der Fächer.  

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Aus Sicht der Kreativität und Innovation ist die Situation geradezu perfekt. Eingefahrene Prozesse und Rituale werde aufgebrochen und infrage gestellt. Sich Problemen zu stellen, heißt das eigene kreative Potential zu aktivieren. Neue Sichtweisen entwickeln, neue Verfahren ausprobieren. Für meine Fächer die besten Voraussetzungen. Nutzen Sie die Chance. Ansonsten Die Zeit nutzen zum Recherchieren. Forschungs-, Studienarbeiten und Abschlussarbeiten vorantrieben!  

Professor Richard Jung
Professor Richard Jung

Fachbereich
Design

Lehrgebiet 
Kommunikationsdesign
 

Professor Richard Jung

Was bieten Sie digital / online an? Seit wann oder ab wann?
Projekt: Corporate/Branddesign, Projekt: Werbung/PR, Seminar: Designpräsentation/Portfolio

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Digitale Lehre ist nicht nur eine Funktion, sondern benötigt vor allem einfache, intuitive, anwenderfreundliche Nutzeroberflächen. Sie ist arbeitsintensiver als Präsenzlehre, weil Inhalte neu und völlig anders aufgearbeitet werden müssen.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Sie ist zeitunabhängiger, zeitsparender, flexibler und umweltschonender. Allerdings fehlt der soziale, zwischenmenschliche Aspekt, da geht online einiges verloren, deshalb kann das Ziel nicht sein, ausschließlich digitale Lehre anzubieten, aber der Mix macht’s. Hinzu kommt, dass es Bereiche in der Lehre gibt, die nur mit physischer Präsenz funktionieren.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Für Studierende sollte eigentlich Heimarbeit nichts Besonderes sein. Schließlich besteht ein Studium zum größten Teil aus Selbststudium und setzt Selbstorganisation und Eigeninitiative voraus.

Das A und O ist Selbstdisziplin, Selbstmotivation (hier sind Musiker und Musikerinnen sowie  Sportler und Sportlerinnen klar im Vorteil),  eine übersichtliche Terminplanung und den Tag strukturierende Routinen.

Prof. Dr. Robert Groten
Prof. Dr. Robert Groten

Fachbereich
Textil- und Bekleidungstechnik

Lehrgebiet
Technische Textilien
 

Prof. Dr. Robert Groten

Was bieten Sie digital / online an?
An meine Studierenden habe ich Mitte März persönliche Vorlesungsskripte, eine zeitliche Einteilung der Vorlesungswoche und ein paar Kommunikations-Verhaltensregeln, damit es für alle einfacher wird, verschickt. Wir arbeiten die Skripte wochenweise parallel durch und ich verschicke zusätzliche Infos, Erklärungen und Links. Nach ein paar Tagn bekommen die Studierenden dann Übungsfragen mit Lösungen zur Selbstkontrolle. Fragen der Studierenden an mich bleiben für die Kommilitonen anonym, ich beantworte häufig gestellte Fragen in einer E-Mail an alle. Bei Vorlesungen mit wenig Teilnehmern werde ich gegebenenfalls auch Videokonferenzen ausprobieren.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Kreative Lösungen anbieten, die hoffentlich funktionieren und hoffentlich angenommen werden.
Keine Zeit verlieren.
Sich in die Lage der „Studies“ zu versetzen.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Ich weiß jetzt, dass ich die Studierenden auch je nach Krankheitsfall von zuhause aus „bedienen“ kann.
Präsenz: Ich kann mit meiner Vorlesung Studenten „anstecken“ sich für technische Textilien zu interessieren. Ich kann Ihnen Muster zum Ansehen und Anfassen geben.
Digital: Ich kann eben nicht anstecken und auch nicht angesteckt werden...

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Wir brauchen jetzt alle Vernunft und Disziplin, ob das nun das Zuhause-bleiben betrifft, oder die strukturierte E-Mail-Kommunikation (damit weder ich noch meine Mailbox überlaufen). Ich lese parallel und schicke Zusatz-Infos und Links – damit Sie sich ein besseres Bild vom Gesagten machen können.

Und last but not least werden wir einen (geordneten) Weg finden, dass ich Ihnen doch noch die vielen Anschauungsmuster zeigen und erläutern kann. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Bleiben Sie gesund!

 

Derval Olivier Toukam
Derval Olivier Toukam

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet
NEW-Stiftungsprofessur
für Controlling

Derval Olivier Toukam

Was bieten Sie digital / online an? Seit wann oder ab wann?
Ich biete die Lehrveranstaltung Controlling II am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Herausforderungen gibt es bei der Umstellung des Lernmaterials. Die Präsentationsfolien brauchen etwas mehr Interaktivität, beziehungsweise Animationen oder Filmmaterial. Man muss sich gegebenenfalls mit Software und Apps weiterbilden. Audios oder Videos schneiden gehören nun zum Beispiel zu meinen neuen Aufgaben. Mein persönliches Konzept ist es, asynchrone (Skript, Cases) und synchrone Lehrmaterial (Video, Webinar) zu erstellen und beide Varianten zu mischen.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Ortsunabhängigkeit fürs Lernen, der Einsatz verschiedener Lehrmaterialien in verschiedensten Formaten, die Verfügbarkeit des Materials und die Möglichkeit der Weiterbildung für Lehrende und die innovativen Wege, die sich dadurch eröffnen. Man arbeitet definitiv kreativer.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?

  • sich frühzeitig in den Moodle Räumen anzumelden
  • sich mit Audio und Video Konferenzen auseinander zu setzen
  • sich informieren, was ein Webinar ist und wie es abläuft
  • Online Gruppenarbeit bzw. Teamarbeit Tools nutzen wie z.B. Google docs oder Dropbox

 

 

Prof. Dr. Uwe Grossmann
Prof. Dr. Uwe Grossmann

Fachbereich
Oecotrophologie

Lehrgebiet 
Lehrgebiet Physik und technisches Gebäudemanagement
 

Prof. Dr. Uwe Grossmann

Was bieten Sie digital / online an?  
Onlineangebote zu meinen Veranstaltungen gibt es schon seit der Einführung von Metacoon. Anfangs war das noch auf pdf beschränkt, inzwischen wurde es stetig erweitert. Heute gibt es pdf, pptx, selbst erstellte Videos und Screencasts, Online-Sprechstunden ab diesem Semester.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Momentan erstelle ich zu einigen meiner Präsentationen zusätzliche Audio-Erläuterungen, damit die Studierenden in der Zeit bis zum 20.4. sich schon mit dem Stoff beschäftigen können. Kleinere Beispielaufgaben, die ich in der Veranstaltung vorrechnen wollte, zeichne ich, soweit es zeitlich möglich ist, als Screencast auf, um es auf Moodle zur Verfügung zu stellen. Das kostet alles mehr Zeit als wir durch die nicht stattfindende Lehre gewinnen. Es wird sich also nur ein Teil der ausfallenden Lehre so kompensieren lassen. Es ist unglaublich, wie der Austausch über Möglichkeiten und Probleme bei der Moodle-Nutzung und anderer Werkzeuge nach oben geschnellt ist. Hier gibt es zwischen den Lehrenden fachübergreifend einen regen Austausch.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Zeit- und ortsunabhängiges multimediales Angebot für Studierende, dass je nach Bedarf beliebig wiederholt werden kann. Es lassen sich außerdem mit Tests und anderen Elementen viele zusätzliche Elemente zur Ergänzung der Präsenzlehre schaffen. Die digitale Lehre wird durch diese Situation einen sehr großen Aufschwung erhalten. Aber auch andere (Verwaltungs-)Abläufe werden stark verändert. Aber die direkte Interaktion mit den Studierenden ist bei vielen Inhalten, insbesondere Praktika, nicht zu ersetzen.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Nutzen Sie die verschiedensten Kommunikationskanäle! Untereinander, um die hoffentlich bald wieder mögliche Präsenzlehre z.B. mit den Angeboten aus Moodle und dergleichen vorzubereiten und nutzen Sie auch die Angebote der Lehrenden, sie über diesen Weg zu kontaktieren, Fragen zu stellen, Aufgaben abzusprechen und in Projekten und Abschlussarbeiten betreut zu werden.

Prof. Dr. Ernst Cleve
Prof. Dr. Ernst Cleve

Fachbereich
Chemie

Lehrgebiet 
Physik und Datenverarbeitung
 

Prof. Dr. Ernst Cleve

Was bieten Sie digital / online an?
Seit vier Jahren biete ich – begleitend zu den Vorlesungen –  für „Datenverarbeitung 1 & 2“ im Grundstudium der Chemie und für alle Studierenden im Masterstudium die Veranstaltung „Optimierung“ über Lehrvideos, Excelübungen mit Lösungen über die Sciebo Cloud an. Bisher habe ich dazu über 100 Videos und Übungsvorlagen erstellt. Momentan bereite ich einen YouTube Channel vor.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Bisher gibt es an der Hochschule kaum Möglichkeiten Vorlesungen webbasiert zu festen Zeiten zu gestalten. Softwarelösungen gibt es und diese werden in der Industrie oder im Fernstudium erfolgreich eingesetzt. An der Hochschule Niederrhein diskutiert man noch über den Datenschutz. In der HN sollten schon mit der Einschreibung die passenden Voraussetzungen geschaffen werden.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Meine persönliche Meinung ist, dass die digitale Lehre gegenüber der Präsenslehre zu Beginn des Studiums keine Vorteile bietet. Gerade zu Beginn des Studiums wird alles gesammelt und kaum bearbeitet. Am Ende reicht die Zeit für die Prüfungsvorbereitung nicht aus. Bei mir in der Datenverarbeitung haben sich die Noten seitdem, obwohl sehr guter Lehrbewertungen, verschlechtert.

Anders ist es im Masterstudium. Man hat gelernt zu lernen. Dort haben sich die Notendurchschnitte über die begleitenden digitalen Angebote erheblich verbessert.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Nutzt die Zeit, entsprechende Inhalte (siehe Modulhandbücher) mit den zur Verfügung gestellten Mitteln eigenständig zu bearbeiten.

Prof. Dr. Anne-Friederike Hübener
Prof. Dr. Anne-Friederike Hübener

Fachbereich
Sozialwesen

Lehrgebiet
Sozialmedizin,
insb. Sozialpsychiatrie

Prof. Dr. Anne-Friederike Hübener

Was bieten Sie digital / online an?
Im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit stelle ich folgende Kurse digital zur Verfügung:

  • Grundlagen-Vorlesung "Sozialmedizin/Sozialpsychiatrie",
  • das Modul "Handlungskonzepte und Methoden der klinischen multiprofessionellen Sozialen Arbeit zur Vermeidung von Gewalt gegenüber Menschen mit psychischen Störungen"
  • und meine Gruppe der "Praxisreflexion"

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Eigentlich bin ich der Ansicht, dass online Lehre nur unterstützend zum Einsatz kommen sollte. Ein persönlicher Austausch mit den Studierenden ist m.E. gerade im Sozialwesen, wo es auf das Zwischenmenschliche ankommt, eigentlich unverzichtbar. Ich stehe nunmehr vor der Herausforderung, in relativ kurzer Zeit meine gemischten Online-Präsenz-Kurskonzepte komplett umzuwerfen.

Problematisch ist hierbei, dass ich, wie so viele aktuell keine KITA-Betreuung für mein 3-jähriges Kind habe und meine PC-Zeitfenster für die Konzeption und Durchführung begrenzt sind. Daher muss ich das Homeoffice teilweise auf den Boden zwischen Bauklötzchen und Loopingbahn verlegen. Der Zeitaufwand ist deutlich höher und es gibt einige technische Grenzen. Meine Hauptherausforderung ist es, kollaboratives Arbeiten zu ermöglichen.

Ich erachte es jedoch für sehr wichtig, den Studierenden jedwede Möglichkeit zu geben, ihr Studium fortzuführen. Fachkräfte der Sozialen Arbeit werden zukünftig noch mehr gebraucht werden. Kreative Lösungsstrategien sind gefragter denn je. 

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre? 
Digitale Lehre bietet den Vorteil, dass die Inhalte unabhängig von Zeit und Ort abgerufen werden können. Man kann alles nochmal ansehen und durchgehen, im jeweiligen Tempo. 

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Die Studierenden sollen den Kopf bloß nicht hängen lassen! Ein digitales Kontaktverbot gibt es glücklicherweise nicht! Email-, Telefon- und Skype stehen zur Verfügung, sodass wir Lehrenden trotz der aktuellen Krise, die Lernbegleitung weiter übernehmen können. ​

 

Prof. Dr. Harald Vergossen
Prof. Dr. Harald Vergossen

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Marketing
 

Prof. Dr. Harald Vergossen

Was bieten Sie digital / online an?
Wir haben die Begrüßungs- und Informationsveranstaltung für die neuen MBA-Studierenden am 13. März online über Adobe Connect durchgeführt. Neben den zwölf Studierenden waren auch drei Lehrende und René Steinwartz als Studiengangkoordinator dabei. Zudem haben Online-Lehrveranstaltungen im MBA und BBS stattgefunden. Wir versuchen, möglichst viel über Adobe Connect anzubieten, damit die Studierenden keine Zeit verlieren: Ein Sommersemester ist ohnehin schon kurz und soll nicht noch kürzer werden. In meiner eigenen Lehrveranstaltung im BBS-Schwerpunkt Marketing halte ich Online-Lehrveranstaltungen ebenfalls über Adobe Connect. Dabei gab es auch Gruppenarbeiten, was mit dem Tool sehr gut geht. Insgesamt reagieren die Studierenden sehr positiv auf die Angebote. Es ist in jedem Fall besser als ein Ausfall.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Eine große Herausforderung ist sicherlich die nicht immer gewährleistete Stabilität der Systeme, einfach weil diese zurzeit ausgelastet sind. Allerdings scheint es bislang in den Randbereichen abends und am Wochenende gut zu klappen. Kleinere Probleme sind zum Teil gegeben, wenn Mikros von Studierenden nicht auf Anhieb funktionieren. Die Lehrenden und Studierenden werden außerdem mit einer Vielzahl von digitalen Tools konfrontiert, was unübersichtlich für beide Seiten ist. Das ist so, als würde jeder Dozent seine Präsenzlehre in einem anderen Gebäude mit jeweils etwas anderer Infrastruktur durchführen. Hier sollte die Hochschule ein Instrument zur Verfügung stellen, was einheitlich genutzt werden kann.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Sicherlich Zeit- und Kostenersparnis für die Studierenden, wenn sie gemütlich zuhause sitzen und an der Lehrveranstaltung teilnehmen. Zudem lassen sich die Lehrveranstaltungen aufzeichnen, sodass die Studierenden diese nochmals ansehen können. In einer Veranstaltung hatte ich auch einen Studenten dabei, der in Quarantäne bleiben muss und doch teilnehmen konnte.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Die Studierenden kann ich nur dazu aufrufen, die Interaktionsmöglichkeiten in den verschiedenen Formaten zu nutzen. Oft beschränkt sich der studentische Beitrag auf Posts in den üblichen Chats. Wenn Studierende häufiger ihr Mikro nutzen würden, wäre der Austausch noch besser.

Mirja Kreuziger, M. Sc. im Home-Office
Mirja Kreuziger, M. Sc.

Fachbereich
Textil- und Bekleidungstechnik

Lehrgebiet 
Digitales Textildesign Grundlagen der Entwurfsgestaltung Digital- und 3D-Druck

Mirja Kreuziger, M. Sc.

Was bieten Sie digital / online an?
In diesem Semester biete ich die Kurse „Digitales Textildesign“ und „Digitale Darstellungstechnik“ online an. Bereits vor zwei Jahren habe ich angefangen sukzessiv meine Pflicht- und Wahlkurse mit Video-Tutorials zum Nacharbeiten zu ergänzen. Dies wurde von den Studierenden sehr gut aufgenommen. In dieser Ausnahmesituation haben wir es jetzt umgekehrt. Die Studierenden nutzen die Tutorials zum Vorarbeiten. Kleinere aufkommende Fragen und Probleme lösen wir direkt entweder über WhatsApp oder ich erhalte über Anydesk Zugriff auf die Rechner der Studierenden. Im Anschluss treffen wir uns online im Webinar über Adobe Connect. Das erste Webinar mit 19 Teilnehmern fand bereits statt.

Die Webinare werden aufgezeichnet und den Studierenden zur Verfügung gestellt. Zusätzliches Lernmaterial wie Arbeitsblätter gibt es entweder über Moodle oder größere Dateien auch mal über Dropbox. Aktuell erlauben wir auch Studierenden anderer Studiengänge Zugang zum Lehrmaterial, sofern diese die Zeit nutzen wollen, um sich fortzubilden. Da es sich aber um Kurse des Design-Ingenieur-Textil handelt, die grundsätzlich zugangsbeschränkt sind, können die anderen Studierenden aber keine Prüfung ablegen.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Adobe Connect ist häufig überlastet und nicht alle Teilnehmer des Kurses kommen in die Session. Daher machen wir eine Bildschirmaufzeichnung für alle, damit man nichts verpasst. Leider habe ich aus Gewohnheit eine normale Bildschirmaufzeichnung gemacht, die die Tonspuren der Studierenden nicht aufgezeichnet hat. Connect hat aber eine eigene Aufnahmefunktion, die ich beim nächsten Mal nutzen werde.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Ich kann endlich die Gesichter sehen. Sonst verschwinden die Köpfe immer hinter den großen Bildschirmen. Ansonsten sehe ich auch Vorteile für Unterrichtsausfälle. Wenn ich zum Beispiel in der Vergangenheit einen Kinderkrankenschein nehmen musste, fiel der Unterricht aus und es musste ein Ersatztermin gefunden werden. So könnte ich vom Homeoffice aus den Unterricht stattfinden lassen. Auch könnten Studierende, die nicht in Mönchengladbach wohnen oder einem Nebenjob nachgehen, flexibler am Unterricht teilnehmen. Sie würden so keine unnötige Zeit in Bus und Bahn verschwenden. Dies geht mir als Pendlerin mit 75 Kilometer Entfernung zur Hochschule im Übrigen genauso. So könnte ich an Unterrichtstagen zwei bis drei Stunden Autofahrt sparen.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Sie sollten die Situation für sich als Chance begreifen. Viele tun das auch schon. Wenn die eine Pflichtveranstaltung nicht online ablaufen kann, schauen Sie, was sonst noch angeboten wird – auch außerhalb des eigenen Studienganges. Ansonsten ist Routine ganz wichtig. Als Mutter einer Zweijährigen beginnt mein Tag sowieso immer um sechs Uhr – aber die Studierenden haben diesen natürlichen Wecker ja in der Regel nicht. Daher müssen sie ihren Tag selbst strukturieren. Das fängt schon mit dem Wecker stellen an, geht mit dem Anziehen weiter und hört damit auf, nicht die halbe Nacht zu streamen. Wir fragen daher spaßeshalber immer nach, ob auch alle Teilnehmer eine Hose anhaben.

Prof. Dr. Peter Davids im Home Office
Prof. Dr. Peter Davids

Fachbereich
Elektrotechnik und Informatik

Lehrgebiet
Praktische Informatik
 

Prof. Dr. Peter Davids

Was bieten Sie digital / online an?
Schon seit knapp anderthalb Jahren ist für die Betreuung meiner Bachelorarbeiten ein "mattermost"-Server online (für ITler: das ist ein Add-On zum "GIT"). (mattermost.com; git.iot3.de / mm.iot3.de

Diesen Messaging-Dienst haben wir auch beim letzten Kreathon für unsere Kommunikation mit den "Hackern" genutzt. Kanäle ersetzen den chaotischen und unstrukturierten Email-Austausch und senken vor allem auch die Hemmschwelle vieler Studentinnen und Studenten, auch mal mit "kleinen Fragen" Kontakt zum Dozenten zu suchen. Das ist für mich wie eine offene Bürotür, die etwas einladender wirkt als ein geschlossenes Büro.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Am Anfang war es die Ungewissheit, wie es konkret weitergeht: wann sind Klausuren, was ist mit meiner noch nicht angemeldeten Bachelorarbeit, wann kann ich eine Prüfung nachholen? Wo hakt es: die großen Provider für Videokonferenzen versprechen mehr als sie halten können. Aber auch hier gibt es Lösungen. Ich habe für meine Familie, Freunde, Ärzte aus der Nachbarschaft und für meine Studierenden ein paar Videokonferenz-Server aufgebaut, die ohne Registrierung, ohne Anmeldung und ohne Protokollierung arbeiten. Diese stelle ich kostenfrei zur Verfügung.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Außer auf Windows-Rechnern: keine Viren! ;-) 

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Nicht den Mut verlieren, Kontakt suchen, Fragen stellen. Die Zwangspause nutzen, sich mit neuen Sachen (Videokonferenzen, Mattermost, Chats etc.) zu beschäftigen. Hier sind uns auch viele Studierende voraus, zum Beispiel die "Spieler" mit Plattformen wie „discord“ oder „teamspeak“.

Prof. Nora Gummert-Hauser
Prof. Nora Gummert-Hauser

Fachbereich
Fachbereich Design

Lehrgebiet 
Typografie und Editorial-Design 
 

Prof. Nora Gummert-Hauser

Was bieten Sie digital / online an?
Der Projektkurs „Editorial-Design“ und der Kurs „Typografie Zwei“ werden ab sofort digital angeboten. Die Aufgabenstellungen habe ich ins LSF eingestellt. Dort angemeldete Studierende wurden zu einem Slack-Workspace eingeladen. Die Entscheidung fiel auf Slack, da ich dieses Messaging-Tool schon kenne und schnelles Datenhochladen möglich ist. Außerdem wird es Videokonferenztermine via DNFconf geben.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Die Projektangebote basieren auf dem persönlichen Austausch mit allen Studierenden und dem gemeinsamen Feedback, damit alle von allen lernen können. Ich bin mir noch nicht sicher, wie gut oder schlecht das mit 22 Personen im Kurs funktioniert. Alle sollen sich Präsentationen ansehen können und dann auch Feedback geben und erhalten. Ich denke, das muss auf kleinere Feedbackgruppen eingedampft werden. Es gibt natürlich auch 1:1-Feedback per Slack und Direktnachrichten.  

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Die Ruhe bewahren und loslegen mit ihren Aufgabenstellungen. Denken und Konzepte zu erarbeiten sind nach wie vor wunderbar analoge Tätigkeiten. Dazu braucht man gar kein Tool. Viel Vergnügen.

Prof. Dr. Claus Brell im Home Office
Prof. Dr. Claus Brell

 

Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften

Lehrgebiet
Wirtschaftsinformatik
 

Prof. Dr. Claus Brell

Was bieten Sie digital / online an?
Drei ganz unterschiedliche Module – dann auch mit unterschiedlichen Lehrmethoden – werden von mir digital angeboten: Die Grundlagenveranstaltung „Methoden der Wirtschaftsinformatik“ für Berufsbegleitende Betriebswirte besteht sonst aus einem Teil Vorlesung und einem HTML-Programmierpraktikum. Für den Vorlesungsteil habe ich eine Art digital-flipped-classroom eingesetzt. Die Studierenden bekommen zur Vorbereitung Videos, die statt Vorlesung meine Folien erklären. In einer Live-Session zu den sonstigen Vorlesungsterminen werden dann über zwei parallel laufende Kanäle – ein Mini Chat Programm und eine Videokonferenz – Fragen der Studierenden geklärt und ich weise noch einmal auf besonders wichtige Sachverhalte hin. Mit diesen Formaten werden bis zu 80 Studierende erreicht. Außerdem gibt es das Wahlpflichtmodul „Webanwendungen“, das für 20  Studierende offen ist. Außerdem ein weiteres Grundlagenmodul „qualitative Methoden“  für die Wirtschaftsinformatik-Studierenden im zweiten Semester. In diesem Modul haben sich über hundert Studierende eingeschrieben.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation? (Wo gibt es Probleme, hakt es?)
Der Verzicht auf jeglichen persönlichen Kontakt ist für uns Dozenten neu und ungewohnt. Mit persönlich fehlt auch etwas. Die Vorbereitung, die Durchführung und auch die Nachbereitung ist deutlich zeitaufwendiger. Es funktioniert aber erstaunlich gut, wenn man immer einen Plan B für die digitale Kommunikation hat. Die Plattformen für Videokonferenz – man kann es sich denken – waren auf den Ansturm nur teilweise vorbereitet. Immer wieder wird die Verbindung für die Studierenden getrennt und sie müssen sich neu einloggen. Deutschland ist in keiner Weise für eine flächendeckende Digitalisierung der Lehre aufgestellt. So gesehen ist die Corona-Krise vielleicht auch einmal lehrreich.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Wenn man Qualität des Kompetenzerwerbs bei den Studierenden und den Arbeitsaufwand für den Lehrenden betrachtet, erlaube ich mir als promovierter Didaktiker das Urteil: keine. Digitale Lehre kann lediglich in Krisenzeiten wie jetzt ein Ersatz oder im Standardfall eine gute Ergänzung der Präsenzlehre sein. Aber wir alle stehen in der Situation, dass wir mit der Situation umgehen müssen – machen wir alle gemeinsam – und jeder auf seine Weise - das Beste daraus. Dauerhaft sollten wir nicht auf Präsenzanteile verzichten.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Im Wesentlichen wären das ein zweigeteilter Rat: Nutzen Sie die Zeit, um Ihre Selbstlernkompetenzen zu stärken Wenn Sie Angebote von Lehrenden bekommen, jetzt schon digital einzusteigen, lassen Sie diese Chance nicht verstreichen. Sobald wieder etwas Normalität einkehrt, wird es noch anstrengend und „kompakt“ genug. Alles, was Sie bis dahin geschafft haben, muss Sie dann nicht belasten.

Prof. Dr. Franziska Hilp-Pompey im Home Office
Prof. Dr. Franziska Hilp-Pompey

Fachbereich
Sozialwesen

Lehrgebiet 
Sozial- und Migrationsrecht
 

Prof. Dr. Franziska Hilp-Pompey

Was bieten Sie digital / online an?
Das ursprünglich komplett analog geplante Modul 16 „Rechtsberatung systemisch“ im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit (gemeinsam mit Prof. Reitz) wurde in ein digital/analoges Modul umgewandelt. Das neue Konzept beruht im Wesentlichen auf den Funktionen von moodle. Die Studierenden sind in einer kleinen virtuellen Arbeitsgruppe eingeteilt. Im ersten Schritt befassen sie sich mit dem rechtlichen Hintergrund eines Falles (rechtliche Fragestellungen aus verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit, z. B. des Arbeitsrechts im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion) und erarbeiten sich das theoretische, rechtliche Wissen – zunächst durch selbständige Recherche im Gesetz. Weitere juristische Materialien werden Zug um Zug bei moodle eingestellt. Ein Austausch der virtuellen Arbeitsgruppe via skype oder per Mail ist möglich und erwünscht. Sollten die Studierenden Schwierigkeiten bei der weiteren Fallbearbeitung haben, können Sie sich jederzeit per Mail an die Dozentin wenden. Eventuell wird die Forums-Funktion von moodle aktiviert.

Was sind besondere Herausforderungen in der jetzigen Situation?
Die Campuslizenz der Bibliothek erlaubt es aktuell noch nicht, dass Studierende die Recherchedatenbanken der digibib im juristischen Bereich (beck-online, juris) von zuhause aus nutzen können.

Welche Vorteile bietet die digitale Lehre gegenüber der Präsenzlehre?
Im juristischen Bereich ist es notwendig und sinnvoll, die Fallbearbeitung zunächst mit dem Gesetz zu beginnen und erst Zug um Zug weitere Materialien (wie z. B. Lehrbücher, Kommentare) hinzuzuziehen. Durch die erst nach und nach erfolgte Bereitstellung von weiteren Materialien via moodle wird diese „klassische“ juristische Arbeitsweise trainiert.

Welche Tipps haben Sie für Ihre Studierenden in der jetzigen Situation?
Versuchen Sie an den außergewöhnlichen Herausforderungen, denen wir uns alle angesichts dieser Krise gegenübersehen, zu wachsen und mit kreativen und professionell durchdachten, neuen Ideen ihren persönlichen Lernhorizont zu erweitern!