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10.04.2018

Vortrag: Wahrheit und Wahrhaftigkeit – Die Geschichte des Fakes

Seit im Journalismus digitale Technik die klassischen fotografischen Verfahren abgelöst hat, sind Bildveränderungen und Fälschungen einfacher denn je. Durch die digitale Revolution wächst die Verunsicherung in den Redaktionen und bei den Lesern.

 

Dabei ist die Geschichte des gefälschten oder verfälschten Bildes fast so alt wie die Fotografie selbst und beileibe kein Phänomen des Digitalzeitalters. Bereits im Krimkrieg ging man mit der Wahrheit sehr großzügig um und trug, um ein Bild vom Schlachtfeld zu dramatisieren, Kanonenkugeln zusammen. 

 

In den Zeiten totalitärer Weltmächte erreichte die Fälschung wahre Orwell’sche Dimensionen. In Ungnade gefallene Zeitgenossen wurden umgehend aus den offiziellen Bildern getilgt. Und manche historische Retuschen sind in ihrer Qualität modernen, digitalen Manipulationen ebenbürtig.

 

Der Vortrag erzählt mit zahlreichen Bildbeispielen die Geschichte der manipulierten Bilder bis in die Gegenwart. Heute gehören Fake-Bilder längst zum Instrumentarium moderner Kriege. Im Nahostkonflikt sind sie gar so häufig, dass sie als „Pallywood“ in die Mediensprache eingegangen sind.

 

Michael Ebert ist Hochschullehrer und Fotograf. Außerdem arbeitet er als Autor und Kurator. Ebert unterrichtet Fotografie an den Hochschulen Magdeburg und Hannover.

 

Wann & wo?

Montag, 30.04.2018, 10:00 Uhr.

SHEDHALLE