Richtlinie zur Förderung von Forschungsverbünden zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend.

Im Sinne einer umfassenden wissenschaftlichen Annäherung an die Thematik und einer zielführenden Bearbeitung des Forschungsfeldes veröffentlichte die Bundesregierung am 29. September 2010 die „Richtlinie zur Förderung von Forschungsverbünden zu Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend“. Im Rahmen der Förderlinie wurden bundesweit elf Forschungsverbünde mit einem Fördervolumen von rund 23 Millionen Euro gefördert. Die Projekte haben zu einer wissenschaftlichen Annäherung an die Thematik beigetragen, die internationale Vernetzung gestärkt, die interdisziplinäre Nachwuchsförderung adressiert und die Entwicklung evidenzbasierter Konzepte zu Prävention, Diagnostik und Therapie vorangetrieben.

 

Gefördert werden sollen Forschungsverbünde, die folgende Bereiche thematisieren:

  • Erforschung von biologischen, psychischen und psychosozialen Ursachen von Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend;

  • Erforschung von biologischen, psychischen und psychosozialen Folgen von Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend;

  • Erforschung, Erprobung und Praxistransfer von Interventions- und Therapiemöglichkeiten bei Betroffenen und Gefährdeten;

  • Forschung zu Ursachen, Prävention, Diagnostik, Therapie und Verlauf sexueller Präferenz- und/oder Verhaltensstörungen sowie von Persönlichkeitsentwicklungen, die zur Gewaltausübung gegenüber Kindern und Jugendlichen prädisponieren (Täterforschung).

Da sich die Folgen von in der Kindheit und Jugend erlebter (sexualisierter) Gewalt oft über die gesamte Lebensspanne hinweg zeigen, schließen Forschungsfragen auch die Untersuchungen von Erwachsenen mit entsprechenden Lebenserfahrungen mit ein (Verlaufsforschung). Sind alters- oder geschlechtsspezifische Aspekte für das Forschungsgebiet relevant, müssen sie in der Forschungsstrategie und dem Forschungsvorhaben berücksichtigt werden. Sollen geschlechtsspezifische Aspekte nicht einbezogen werden, ist dies zu begründen.

 

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