Richtlinie zur Förderung von Verbundprojekten im Themenfeld Nanosicherheitsforschung: „NanoCare4.0 – Anwendungssichere Materialinnovationen“

Die bisherige Förderung des BMBF auf dem Gebiet der Nanosicherheitsforschung (ehemals Nanorisikoforschung) hat sich auf die Untersuchung von Nanomaterialien beschränkt. In vielen Forschungsverbünden werden dabei die Aus- und Wechselwirkungen von synthetischen Nanomaterialien auf den Menschen und die Umwelt untersucht. Aus den bis­herigen Forschungsergebnissen zeigt sich, dass frühe Befürchtungen nicht bestätigt wurden und Nanomaterialien nicht per se mit einem Risiko für Mensch und Umwelt verbunden sind. Dennoch zeigen sich mögliche Risiken freigesetzter Nanomaterialien z. B. bei der Aufnahme von faserförmigen Partikeln in der Lunge. Diese Risiken sind jedoch nicht von der Nanoskaligkeit eines Materials ableitbar, sondern werden teilweise durch andere Eigenschaften – wie beispielsweise die Biobeständigkeit, die chemische Zusammensetzung, die Geometrie oder die spezifischen Oberflächeneigenschaften eines Materials – verursacht.

 

Sicherheitsaspekte sind bereits frühzeitig im Entwicklungsstadium bei jeder Materialinnovation zu berücksichtigen. Eine sichere Materialentwicklung muss deshalb den gesamten Lebenszyklus von Materialien und den daraus hergestellten Produkten betrachten: Herstellung, Weiterverarbeitung, Anwendung, Entsorgung und Recycling von Produkten sind sicher zu gestalten. Um diesen Ansprüchen von Industrie und Verbraucherinnen und Verbrauchern gerecht zu werden, sollen im Rahmen der Fördermaßnahme Nanosicherheitsforschung zukünftig auch andere innovative Werkstoffe untersucht werden, die im Verdacht stehen, umwelt- oder gesundheitsschädigende Wirkung zu haben.

 

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