Studierende in Lehr- und Lernsituationen an der Hochschule Niederrhein

Grundsätze unserer Lehre an der Hochschule Niederrhein

Präambel


Wir bilden unsere Studierenden wissenschaftlich und anwendungsorientiert aus. Ziel ist die Beschäftigungsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld. Unsere Lehre basiert auf wissenschaftlichen und/oder künstlerisch-gestalterischen Grundlagen und aktuellen Forschungsergebnissen. Sie ermöglicht unseren Studierenden die Teilnahme an anwendungsorientierter Forschung und befähigt sie zu einer Beschäftigung und/oder Weiterqualifizierung in Wissenschaft und Forschung. Unsere Studiengänge vermitteln Kompetenzen in den Fachdisziplinen und über Fachgrenzen hinweg. Wir möchten unsere Studierenden dazu befähigen, Verantwortung in Gesellschaft und Beruf zu übernehmen. Gute Lehre erfährt Wertschätzung durch Kollegium, Fachbereichs- und Hochschulleitung.

1. Lehrende und Lernende

a. Lehrende und Lernende tragen gemeinsam Verantwortung für den Lernprozess.


b. Wir wünschen vielfältige und verschiedene Lehr- und Lernpersönlichkeiten und die damit verbundenen vielfältigen Lehr- und Lernstile.


c. Lehrende initiieren, begleiten und moderieren den Lernprozess. Lehrende ermöglichen, dass Studierende Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen können.


d. Studierende tragen Verantwortung für ihr Studium durch Vorbereitung und Nachbereitung von Veranstaltungen sowie Mitarbeit in selbigen.


e. Wir unterstützen Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die nicht alle Kompetenzen für ein gelingendes Studium mitbringen. Wir schaffen Rahmenbedingungen und Angebote, mit deren Hilfe sich diese Studierenden fehlende Kompetenzen erarbeiten können, um dann eigenverantwortlich ihr Studium erfolgreich absolvieren zu können.


2. Kompetenz und Lernzielorientierung

a. Wir richten unsere Lehre nach den Lernzielen aus: „Was sollen unsere Studierenden nach ihrem Studium wissen und können?" Basis dafür ist ein solides Grundlagenwissen, das wir unseren Studierenden vermitteln.


b. Unsere Lehre ist anwendungsorientiert. Kompetenzen zeigen sich in Handlungen und Tätigkeiten und können am besten in praxisnahen Situationen und in der Anwendung erworben werden. Unsere Lehre ist kompetenzorientiert.


c. Unsere Studiengänge befähigen unsere Absolventinnen und Absolventen nicht nur kurzfristig für einen bestimmten Beruf. Ziel unserer Studiengänge ist eine langfristige und nachhaltige Berufsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld.


d. Begeisterte Lehrende können Lernende begeistern. Lernergebnis- und Kompetenzorientierung heißt für uns auch, Inhalte zu integrieren, von denen Lehrende begeistert sind.


e. Wir gestalten im Rahmen des Lehrens und Lernens das Prüfen so, dass es sowohl eine faire Differenzierung des Leistungsvermögens der Studierenden widerspiegelt, als auch Studierende dabei unterstützt, Kompetenzen studienbegleitend und sukzessive erwerben zu können.


f. Wir entwickeln Studiengänge und in Folge die zugehörigen Module ausgehend von den Lernzielen (2. a) und Kompetenzzielen (2. b) sowie den übergeordneten Studiengangzielen (2. c). Für einen guten Studiengang sind gute Module notwendig, aber nicht hinreichend. Ein Studiengang ist für uns mehr als eine Ansammlung isolierter, weitgehend unabhängiger Module.


g. Gute Lehre inspiriert und regt an zum Nachdenken über konkrete berufspraktische Anwendungen hinaus.


h. Für Beschäftigungsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld sind für uns überfachliche Schlüsselkompetenzen notwendig. Für die Übernahme von Verantwortung in Beruf und Gesellschaft sind für uns umfassende Allgemeinbildung sowie Selbst- und Sozialkompetenzen erforderlich. Unsere Lehre unterstützt die Entwicklung dieser Kompetenzen.


i. Wir orientieren uns am Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse.


3. Lehrmethoden

a. Lernen ist ein individueller Prozess. Methodenvielfalt unterstützt das Lernen.


b. Gute Lehre lässt sich durch Methoden nicht standardisieren.


c. Nicht jede Methode passt zu jedem Lehrenden. Lehrende sollen nur die Lehrmethoden verwenden, hinter denen sie auch stehen können.


d. So wie Lehrinhalte und Lehrmethoden sich dynamisch ändern und entwickeln, müssen sich auch Lehrpersönlichkeiten und ihre Lehrmethoden weiterentwickeln.


e. Lehrende integrieren ihre eigene Forschung in die Lehre. Wir bieten Studierenden Möglichkeiten im Rahmen der Lehre in Forschungsprojekten mitzuwirken.


f. Die Hochschule schafft Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der didaktischen Fort- und Weiterbildung für Lehrende. Die persönliche Fort- und Weiterbildung liegt in der Verantwortung der Lehrenden.


4. Qualität der Lehre

a. Gute Lehre erkennt die Heterogenität sowohl von Lehrenden als auch von Studierenden an.

 

b. Sie berücksichtigt sowohl aktuelle Entwicklungen in Forschung und Anwendungsfeldern als auch die Veränderung von Anforderungen an die Beschäftigungsfähigkeit.

 

c. Die Qualität der Lehre lässt sich nicht vollständig durch Kennzahlen oder ein Kennzahlensystem messen.

  • i. Wir sind davon überzeugt, dass einige Aspekte der Lehre durch quantitative Indikatoren beschrieben werden können.
  • ii. Wir nutzen quantitative Indikatoren, um uns ein breites Spektrum an Erkenntnissen über die Wirkung unserer Lehre zu verschaffen. In Verbindung mit qualitativen Merkmalen wollen wir sie unterstützend auch nutzen, um unsere Lehre kontinuierlich zu verbessern.

 

d. Wir sind davon überzeugt, dass wir eine Kultur der Evaluation, Rückmeldung und Diskussion benötigen, die alle beteiligten Akteure einbezieht. Neben den Lehrenden und Lernenden sind dies Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fachbereichen und in den zentralen Serviceeinrichtungen, Fachbereichsleitungen und Hochschulleitung sowie externe Akteure wie potenzielle Arbeitgeber unserer Studierenden.

 

e. Gute Lehre hat nicht nur Innovationen zum Inhalt, sie ist auch selbst innovativ. Wir ermutigen Lehrende und Lernende, neue Formate und Methoden auszuprobieren.

 

f. Wir kümmern uns um eine lernfördernde Infrastruktur.

 

g. In unseren Berufungsverfahren spielen Kompetenzen in der Lehre eine wesentliche Rolle.


Ihr Ansprechpartner bei Fragen und Anregungen:

Prof. Dr. Berthold Stegemerten

Vizepräsident für Studium und Lehre

Webschulstraße 33

41065 Mönchengladbach

Telefon: +49 (0)2161 186-3510
und +49 (0)2161 186-3511 (Assistentin)

Fax: +49 (0)2161 186-3512


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