29.03.2017

Forscher entwickeln Verfahren zur Erkennung von fehlerhaften Lötstellen

 

Krefeld, 29. März. Wenn ein Gerät der Hightech-Elektronik seinen Dienst versagt, dann kann das an fehlerhaften Lötstellen liegen. Um solche Fehler frühzeitig zu erkennen, stellt das Willicher Unternehmen modus hightec-electronics optische Prüfsysteme her, die weltweit von Platinenherstellern eingesetzt werden.

 

Forscher der Hochschule Niederrhein haben jetzt ein Verfahren entwickelt, um Lötstellenfehler noch schneller automatisch erkennen zu können. „Wir sind mit unseren Algorithmen an eine Grenze gestoßen und wollten bei der Entwicklung einer neuen Produktgeneration neue Wege gehen“, sagt Geschäftsführer Klaus Franck. Der Unternehmer nahm Kontakt zum Forschungsinstitut iPattern am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik auf. Dort beschäftigen sich die Professoren Regina Pohle-Fröhlich und  Christoph Dalitz mit den Themen Bildanalyse und Mustererkennung.

 

Sie werteten über 20.000 Bilder verschiedener Lötstellen aus, die mit unterschiedlichen Kamerasystemen aufgenommen worden waren. Dabei wurden die Lötstellen in Fehlerklassen und Regionen unterteilt. Mithilfe ausgeklügelter Bildverarbeitungsmethoden wurden Kennzahlen berechnet, die eine Unterscheidung möglich machen.

 

Dazu Klaus Franck: „Der leere Print wird mit Lötpaste bedruckt, bestückt und  durch den Lötofen gefahren. Ein kleiner Fehler in diesem Prozess kann  innerhalb einer Produktionsschiene zu sehr vielen fehlerhaften Lötstellen führen.“ Das Problem liegt aber daran, diese schnell und sicher zu erkennen. „Ein typisches Einsatzgebiet für die an unserem Institut erforschten Methoden der Mustererkennung“, erklärt Prof. Dr. Christoph Dalitz.

 

Das Projekt, an dem Dalitz und Pohle-Fröhlich fünf Monate arbeiteten, wurde mittels eines Innovationsgutscheins des Landes NRW finanziell unterstützt.  Diese Gutscheine  ermöglichen die vergünstigte Nutzung von Know-how und Infrastruktur von Hochschulinstituten zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Klaus Franck ist von der Zusammenarbeit angetan: „Wir haben als kleines Unternehmen mit 15 Mitarbeitern nicht die Möglichkeit, ein solches Verfahren selbst zu entwickeln. Daher freuen wir uns über ein praxisnahes Ergebnis, das wir konkret anwenden können.“  

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation: Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Die Professoren Christoph Dalitz (links) und Regina Pohle Fröhlich stellen dem Unternehmer Klaus Franck (rechts) und seinem Mitarbeiter Matthias Breier ihre Forschungsarbeit vor.


Autor: Christian Sonntag