26.09.2005

Die Schönheit des technischen Kristalls

Vom Reiz und der Schönheit des keramischen Werkstoffs Siliciumcarbid ließen sich 17 Design-Studenten der Hochschule Niederrhein und der Fachhochschule Düsseldorf inspirieren und entwarfen in einem Wettbewerb Schmuck, der die besonderen ästhetischen Eigenschaften des kristallinen Materials zur Geltung bringt. Die kreiierten Ringe, Broschen, Ohrhänger und anderen „Hingucker“ werden auf einer Münchner Schmuckmesse als Prototypen vorgestellt. Schon am 10. Oktober sind sie bei der Eröffnung des neuen Europäischen Museums für Technische Keramik in Selb zu sehen.

 

„Da kann man wirtschaftlich mehr draus machen!“ Das dachte sich Richard Utzschneider, Geschäftsführer der Saint-Gobain Industrie-Keramik Rödental GmbH, der mit seinem industriellen Werkstoff neue Wege gehen wollte. An der Hochschule Niederrhein fand er im Keramik-Design mit Prof. Gerhard Hahn und an der Fachhochschule Düsseldorf im Schmuck- und Geräte-Design mit Dipl.-Designer Herbert Schulze die geeigneten Partner. In einem ersten Projekt an der Hochschule Niederrhein waren die ästhetische Eignung und Wirkung von Siliciumcarbid im Wohnambiente bereits mit sehr gutem Erfolg abgeklopft worden. Denn diese technische Keramik, die wegen ihrer hohen Brenntemperatur von ca. 2400 Grad etwa in Müllverbrennungsanlagen und als Hitzeschild von Raumfähren Verwendung findet, entfaltet eine ganz besondere ästhetische Wirkung - wegen ihrer kristallinen Struktur funkelt sie im Licht wie ein Diamant. Diesen besonderen ästhetischen Reiz arbeiteten die Studenten in ihren Entwürfen besonders heraus, indem sie die Steine etwa durch Federn in Bewegung setzten, sie in einem Käfig hin und her rollen ließen, sie mit künstlichem Licht bestrahlten oder durch eine integrierte Lupe die Schönheit der Mikro-Struktur erschlossen. Dafür gab es nicht nur hohes Lob des Auftraggebers und der Betreuer, sondern auch ein Preisgeld von zusammen 2.500 Euro. Und das Versprechen, dass dieses Projekt nicht das letzte dieser Reihe war.

 

 

 

Sarah Kowollik, die sich mit Andreas Lehmann den ersten Preis teilte, entwarf jeweils drei Ringe und drei Broschen (Bild oben). Bild unten: Die Preisträger mit ihren Betreuern und dem Auftraggeber Richard Utzschneider (hinten links)


Autor: Rudolf Haupt