02.02.2010

Hilfe zur Selbsthilfe - Hochschule Niederrhein setzt Mission der Deutsch-Russischen Gesellschaft fort

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne.... Weil sich die Deutsch-Russische Gesellschaft in Krefeld kürzlich aufgelöst und ihr Vermögen in Höhe von rund 45.000 Euro auf die Hochschule Niederrhein übertragen hat, kann der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Elena Sulejewa, Mitarbeiterin der Staatlichen Universität Uljanowsk, mit einem Teil der Mittel einen halbjährigen Gastaufenthalt in Mönchengladbach finanzieren. Sie wird in einer Arbeitsgruppe mitarbeiten, die sich mit der Reakkreditierung und Evaluierung der Bachelor- und Masterstudiengänge befasst. Zwar gibt es derzeit noch gravierende Strukturunterschiede zwischen den deutschen und den russischen Curricula, doch mit der Häufigkeit der Kontakte und der Einblicke in die Studienprogramme wächst zugleich die Chance der Annäherung. Als Vision in der fernen Zukunft sieht Dekan Prof. Dr. Martin Wenke ein „double degree“, einen gemeinsamen deutsch-russischen Studiengang der Wirtschaftswissenschaften mit deutschem und russischen Abschluss. Ein solches Curriculum für den textilen Bereich hat die Hochschule Niederrhein bereits vor Jahren im Verbund mit der Universität Roubaix/Frankreich und russischen Universitäten entwickelt.

 

Dies entspricht in seiner Zielrichtung exakt den Intentionen der Deutsch-Russischen Gesellschaft, die deren Vorsitzender Helmut Kupski bei der Bekanntgabe der Mittelübertragung erläuterte: Sie habe im Sinne einer Hilfe zur Selbsthilfe stets darauf hingewirkt, die Curricula der russischen Universitäten im Bereich der Wirtschaftswissenschaften jenen ihrer deutschen Pendants anzugleichen, um Manager auszubilden, die später nach „marktwirtschaftlichen“ Kosten-Leistungs-Kriterien die Unternehmen auf Erfolgskurs bringen.

 

Die Hochschule Niederrhein verfügt beim Studenten- und Dozentenaustausch, bei gemeinsamen Projekten und Forschungsvorhaben über langjährige Erfahrungen mit den beiden Universitäten in Uljanowsk, mit der Universität St. Petersburg, drei Universitäten in Nishni Novgorod sowie der Staatsuniversität in Moskau. Diese Beziehungen können dank der Entscheidung der Deutsch-Russischen Gesellschaft nun intensiviert werden. Dekan Prof. Dr. Wenke selbst wird in diesem Monat eine Gastprofessur in Nishni Novgorod übernehmen, im Sommersemester werden sich sechs Krefelder Studierende in St. Petersburg weiterbilden. Und weiterer Austausch ist geplant. Wie der Volksmund richtig sagt: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne....

 

 

 

 

 

Fördern die deutsch-russischen Hochschulbeziehungen (v.l.): Rektor Prof. Dr. Hermann Ostendorf, Dekan Prof. Dr. Martin Wenke, Helmut Kupski sowie Helmer Raitz von Frentz, der Vorsitzende und der Schatzmeister der Deutsch-Russischen Gesellschaft


Autor: Rudolf Haupt