30.11.2018

Hochschule Niederrhein macht mit Hochdurchsatzanlage Unternehmen fit für Industrie 4.0

 

Krefeld, 30. November. Die Hochschule Niederrhein macht einen weiteren Schritt in Richtung Transferhochschule. Auf dem Campus Krefeld West hat sie gestern Abend die ersten Anlagenteile der neuen Hochdurchsatzanlage eingeweiht. Die Anlage soll dazu beitragen Entwicklungsprozesse zu digitalisieren. Profitieren sollen kleine und mittelständische Unternehmen der Region, die mit der Anlage im Hochschule Niederrhein Institut für Oberflächentechnologie (HIT) arbeiten sollen.

 

Der Ausbau des Oberflächenzentrums zu einer Kooperationsplattform wird zum Teil mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und Gemeinsamer Wissenschaftskonferenz (GWK) „Innovative Hochschule“ finanziert. Dort war die Hochschule Niederrhein im vergangenen Jahr mit dem Antrag „Leuchtturm Niederrhein – Aus der Höhe in die Breite“ erfolgreich. Seit dem 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2022 erhält die Hochschule Niederrhein insgesamt 5,17 Millionen Euro im Rahmen der Förderung „Innovative Hochschule“.

 

Untergebracht wird die Anlage im ehemaligen Lacklabor des Fachbereichs Chemie an der Adlerstraße in einer 252 Quadratmeter großen Halle. In den angrenzenden Büros und Laborräumen arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in engem Austausch mit regionalen Unternehmen. Ihnen steht die gesamte Kompetenz der Hochschule Niederrhein im Bereich Oberfläche zur Verfügung.

 

Kern des Projekts ist die Digitalisierung eines Entwicklungsprozesses durch ein Robotersystem, das die Standards aus Industrie 4.0 auf  Innovationen in der Oberflächentechnologie überträgt. Diese vollautomatisierte Hochdurchsatztechnologie dient der Erforschung und Entwicklung  ressourceneffizienter und biobasierter Produkte. Das sind zum Beispiel Farben, Lacke, Kleb- und Werkstoffe sowie neue und innovative Bauelemente oder Funktionstextilien. Die Entwicklungen erfolgen jeweils zusammen mit  kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese sind normalerweise nicht in der Lage, die Nutzung eines derartigen Hightech-Apparats zu finanzieren.

 

Dank moderner Automatisierungstechnik soll die Produktentwicklung um den Faktor fünf beschleunigt werden. „Wir untermauern mit dem Oberflächenzentrum unseren Anspruch, Innovationsknoten der Region zu sein“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg. „Durch die Nutzung unserer Anlage können die Unternehmen unmittelbar von unserer Kompetenz profitieren.“

 

Die Hochdurchsatzanlage ist nicht nur für Unternehmen interessant, die im Bereich Oberfläche arbeiten. Auch Anlagenbauer sollen angesprochen werden. Ihre Aufgabe könnte es sein, die Roboteranlage laufend fortzuentwickeln und den Anforderungen der Unternehmen anzupassen. Zugleich sollen Dozenten der Hochschule Niederrhein zusammen mit Doktoranden, Studierenden sowie den Mitarbeitern der regionalen KMU in diesem „Co-Working-Space“ gemeinsam  angewandte Forschung und Lehre betreiben.

 

 „Das Zentrum HIT verbindet die vier Leistungsdimensionen unserer Hochschule, nämlich Forschung, Lehre, Transfer und Infrastruktur auf eine sehr nutzbringende Art und Weise“, sagt Prof. Dr. Dr. Alexander Prange, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule Niederrhein.

 

„Mit unserer Förderung will das Land Nordrhein-Westfalen den Wissens- und Technologietransfer in der Grenzregion Niederrhein unterstützen. Die Hochschule Niederrhein ist dabei ein wichtiger Partner und ermöglicht es gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen, wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Produkte und Dienstleistungen umzusetzen“, sagte Christoph Dammermann, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Neben der Förderung durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ wird das Oberflächenzentrum über INTERREG V A im Bereich der Strategischen Initiative HighTech System & Materials (HTSM) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis Mitte 2021 gefördert.

 

 „Das Oberflächenzentrum HIT stellt für unsere überwiegend mittelständischen Mitgliedsunternehmen, die sich mit Oberflächenchemie und Beschichtungstechnologie befassen, ein sehr wichtiges Angebot zur Stärkung ihrer Innovationsfähigkeit und zur Ausbildung qualifizierter Mitarbeiter dar. Mit der hochmodernen Hochdurchsatztechnologie schafft das HIT für diese Unternehmen die Möglichkeit eine Forschungsinfrastruktur zu nutzen, wie sie ansonsten nur Großunternehmen nur Verfügung steht“, sagt Hans-Jürgen Mittelstaedt, Geschäftsführer des Landesverbandes NRW, Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI). Die Hochdurchsatzanlage wird von dem Schweizer Unternehmen Chemspeed Technologies AG geliefert.

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation der Hochschule Niederrhein: Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Von links: Dr. Rolf Gueller (Chemspeed), Hans-Jürgen Mittelstaedt (VCI), Prof. Dr. Dr. Alexander Prange, Prof. Dr. Jost Göttert (beide HSNR), Christoph Dammermann (Wirtschaftsministerium), Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg und Moderator Harry Flint.


Autor: Christian Sonntag