14.12.2016

Projekt „Belek“ ebnet HSNR-Studierenden den Weg zum Berufsschullehrer

 

Mönchengladbach, 14. Dezember. Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein, hat kürzlich auf einer SPD-Tagung in Berlin zur Zukunft von Fachhochschulen gefordert, Berufsschullehrer künftig verstärkt an Hochschulen für angewandte Wissenschaften auszubilden. Seit 2014 gibt es an der Hochschule Niederrhein das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „Belek“, das Studierenden von Fachhochschulen den Weg zum Berufsschullehrer erleichtern soll.

 

Hintergrund ist ein Nachwuchsmangel bei Berufsschullehrern für die gewerblich-technischen Fachrichtungen. Dieser rührt vor allem daher, dass die ausschließlich an den Universitäten studierenden Lehramtsanwärter Richtung Gymnasium streben, also zu der Schulform, auf der sie selbst ihre Hochschulreife abgelegt haben. Immer weniger Lehramtsanwärter studieren mit dem Ziel, später an einem Berufskolleg zu unterrichten.

 

Die Studierenden von Hochschulen für angewandte Wissenschaften bringen oft einen anderen Background mit: An der Hochschule Niederrhein lag die Quote derjenigen, die vor Beginn des Studiums bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung absolviert haben und Berufskollegs daher aus eigenem Erleben kennen, beim Absolventenjahrgang 2014 bei 42 Prozent. Belek will ihnen den bislang komplizierten Weg ins Berufsschullehramt vereinfachen. Dazu gibt es eine Kooperation mit der RWTH Aachen. Diese sieht vor, dass sich die Bachelor-Studierenden der Hochschule Niederrhein nach ihrem Abschluss auf einen Studienplatz für den viersemestrigen Master of Education bewerben können – und zwar unabhängig davon, ob sie zuvor die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife erworben haben.

 

An der RWTH müssen alle bildungswissenschaftlichen Module nachgeholt werden. Um dies zu verkürzen, haben die HSNR-Studierenden die Möglichkeit, bereits während ihres Bachelor-Studiums über eine kostenlose Zweithörerschaft an der RWTH Scheine im didaktisch-pädagogischen Bereich zu absolvieren. Dafür sind Blockveranstaltungen in den Semesterferien in Planung. Außerdem soll das im Studienverlaufsplan vorgesehene Praxis- oder  Auslandssemester für ein Semester an der RWTH genutzt werden können.

 

„Unsere Bachelor-Studierenden sollen sich auch nach vier oder fünf Semestern entscheiden können, auf Berufsschullehramt umzustellen“, sagt Susanne Küppers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Belek und angestellt am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik.

 

Dort fehlt den  Absolventen die zweite berufliche Fachrichtung. Bei der Berufsschullehrer-Ausbildung gibt es zwei Modelle: Bei Modell I werden zwei Unterrichtsfächer oder eine berufliche Fachrichtung und ein Unterrichtsfach gleichgewichtet. Bei Modell II gibt es eine große und eine kleine berufliche Fachrichtung. Maschinenbau-Studierende haben zum Beispiel Maschinenbautechnik als große berufliche Fachgruppe und Fahrzeugtechnik als kleine berufliche Fachgruppe. Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik brauchen ein zweites Fach – das Projekt Belek sieht dafür beispielsweise Wirtschaftslehre / Politik vor, da hier Module angerechnet werden können.

 

Die Studierenden hätten bei dieser Variante einen weiteren Vorteil: Durch den an der Hochschule Niederrhein erworbenen Bachelor of Science (am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik) bzw. Bachelor of Engineering (am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik) können Sie immer wieder zu ihrem ursprünglich geplantem Karriereweg zurückgehen.

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation der Hochschule Niederrhein: Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de



Autor: Christian Sonntag