01.03.2019

Wie wohnt Krefeld? Informatik-Studierende bauen Krefelder Wohnungen virtuell nach

 

Krefeld, 1. März. Informatik-Studierende der Hochschule Niederrhein haben im Auftrag des Krefelder Stadtmarketings Krefelder Wohnungen virtuell nachgebaut. Fünf Haushalte öffneten ihnen die Türen zu ihren Wohnungen und ließen die Studierenden diese ausmessen und abfotografieren. Im Anschluss erstellten sie einen virtuellen Rundgang. Ausgerüstet mit einer Virtual-Reality-Brille kann nun jeder, der sich zutraut, eine solche Brille aufzusetzen, sich durch die Wohnungen bewegen.

 

„Wir möchten an der Hochschule Techniken entwickeln, die anwendbar sind“, sagt Professor Thomas Meuser, Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik. „Der Trend im Studium geht in die Richtung der praxisorientierten Anwendung. Wir setzen unseren Studierenden nicht nur theoretisches Wissen vor, wir machen etwas.“

 

Sich Wissen übers die Anwendung aneignen: Das Projekt „Gelebte Wohnungen“ passt da gut ins Portfolio der Hochschule Niederrhein. Dem kann auch Ulli Cloos, Chef des Krefelder Stadtmarketing, nur zustimmen: „Wir verstehen das Thema Baukultur nicht als akademisches Thema. Daher war unsere Idee, allen Krefelder Bürgern die Möglichkeit zu geben, Krefelder Wohnungen zu besuchen.“

 

Wer die Brille aufzieht, steht in wohnlichen, möblierten Räumen. Im Kamin flackert ein Feuer, das Klavier lädt zum Spielen ein. Der Blick geht ins Grüne. Es geht darum, fremde Orte erlebbar zu machen – und das ist den Informatik-Studierenden so gut gelungen, dass der ungeübte VR-Nutzer schon mal seekrank werden kann. Sich in einem Raum über Joystickbewegungen fortzubewegen ohne auch nur einmal einen Schritt zu machen, ist eben gewöhnungsbedürftig.

 

Aber auch dafür hat die Gruppe vorgesorgt: Für ungeübte VR-Nutzer gibt es eine virtuelle Galerie, wo die Wohnungen in Form von 360°-Sphären-Aufnahmen ebenfalls erlebbar sind. „Die VR-Brille ist nichts für Menschen, denen leicht schlecht wird“, sagt  Projektleiter Mark Hloch. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik hat die Studierenden in dem Semester betreut und das Projekt in enger Abstimmung mit Ulli Cloos vorangetrieben. Insgesamt haben 15 Studierende aus dem fünften Semester des Bachelorstudiengangs Informatik daran gearbeitet.

 

 „Es handelt sich um eine Abstraktion der Realität, die dem Betrachter Spielraum zur Interpretation bietet“, sagt Hloch. Der erste Schritt war, vor Ort die Wohnungen und Häuser zu vermessen. Im Anschluss daran wurden Fotos mit speziellen Kameras gemacht. Die Resultate sind sogenannte 360°-Sphären-Kamera-Kugelbilder. Die markantesten Gegenstände wurden zusätzlich fotografiert. Das sind Gegenstände, bei denen es sich lohnt, sie nachzubauen. Basierend darauf bildet man erst 2D, dann 3D-Ebenen. „Es war sehr aufwendig, die vielen Details der einzelnen Wohnräume nachzumodellieren“, sagt Hloch.

 

Das erstaunliche Ergebnis tourt jetzt durch Krefeld. Am 7. März sind die virtuellen Wohnungen im Kino Primus an der Lewerentzstraße zu sehen. Beim Kirschblütenfest am Alexanderplatz am 27. April kann die Technik genutzt werden; auf dem Campusfest der Hochschule Niederrhein am 29. Mai an der Reinarzstraße; vom 14. bis 16. Juni auf dem Fest „Kultur findet Stadt“; beim Radwandertag im Mies-von-der-Rohe-Park; am 9./10. August im Rathaus bei „Treppenwitz“.

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat Hochschulkommunikation,  Tel.: 02151 822 3610; E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Dekan Professor Thomas Meuser (rechts), Stadtmarketing-Leiter Ulli Cloos (ganz links), Projektleiter Mark Hloch (rechts daneben sowie Claire Neidhardt vom Stadtmarketing und ein Teil der Studierenden stellten ihr Projekt an der Hochschule Niederrhein vo


Autor: Christian Sonntag