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„Raum bieten, sich selbst zu finden“: Ein Interview mit dem Alumnus Peter Lindbergh von 2004

Gestern ist der weltberühmte Modefotograf Peter Lindbergh gestorben. Von 1965 bis 1969 hat er an der Werkkunstschule in Krefeld, der Vorgängereinrichtung des Fachbereichs Design, freie Malerei studiert. 2004 interviewte der damalige Pressesprecher der Hochschule Niederrhein Rudolf Haupt den Starfotografen. Aus Anlass seines Todes veröffentlichen wir hier das Interview leicht gekürzt erneut.

Peter Lindbergh, der von 1965 bis 1969 an der Werkkunstschule in Krefeld Design studierte, gilt als weltweit renommiertester Fotograf. Modeaufnahmen von ihm im Jahr 1978 im "Stern" waren für ihn das Sprungbrett in die internationale Popularität. Seine Aufnahmen werden heute oft kopiert. Noch immer ist die Modefotografie sein Spezialgebiet. Seine Bilder werden in den wichtigsten Modezeitschriften der Welt publiziert. Peter Lindbergh war und ist für die bedeutendsten Modedesigner tätig. Seine Vorliebe der Schwarz-Weiß-Fotografie hat er sich bis heute bewahrt.

Frage: Herr Lindbergh, worauf haben Ihre Professoren im Studium besonderes Augenwerk gelegt? Kreativität lässt sich bekanntlich nicht erlernen, aber inwieweit kann man sie durch ein Studium weiter entwickeln?

Peter Lindbergh: Das Beste ist, dass man die Studenten sich selbst entwickeln lässt, ihnen sozusagen den Raum gibt, sich selbst zu finden.

Frage: Sie haben Design studiert, dann aber eine Karriere als Modefotograf gestartet. In welchem Maße konnten Sie das im Studium Erlernte in der professionellen Praxis nutzen?

Peter Lindbergh: Was ich in Krefeld lernte, war, selbst und allein verantwortlich zu sein für das, was ich machte; und das kann nur von Nutzen sein, egal wo man später ist.

Frage: Sie sind in Lissa (Polen) geboren und in Duisburg aufgewachsen. Wie fiel Ihre Wahl auf Krefeld als Studienort? Und können Sie sich noch an Ihre damaligen Professoren erinnern?

Peter Lindbergh: Prof. Kirchberger. - Ich war in Düsseldorf, und die Krefelder Werkkunstschule (wie sie damals hieß) hatte eine Klasse 'Freie Malerei', zu der ich mich eingeschrieben hatte. Der Name änderte sich im Laufe des Studiums in 'Angewandte Malerei' und später in 'Objekt-Design'.

Eine letzte Frage: Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sollte nach Ihrer Meinung ein junger Mensch mitbringen, den es zur Fotografie zieht?

Peter Lindbergh: Kreativität und Stärke, um seine Vorstellungen durchzusetzen.