Weiterbildung für die digitale Wirtschaft

Das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung für die digitale Wirtschaft" setzt das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer für die Region" fort. Es handelt sich um die zweite Förderphase der zweiten Wettbewerbsrunde des Bund-Länder-Programms „Aufstieg durch Bildung - Offene Hochschulen", in der die Hochschule Niederrhein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung rund eine Million Euro bis Mitte 2020 erhält.

Übergeordnetes Projektziel ist es, eine Profilierung des Angebots im Bereich „Digitalisierung / Industrie 4.0“ vorzunehmen. Aufgrund des zu beobachtenden Trends der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft erwartet die Hochschule Niederrhein hier einen hohen Weiterbildungsbedarf. Das Portfolio der Hochschulzertifikatskurse soll in Form eines „Baukastensystems“ gezielt strukturiert werden, d. h. dass die Zertifikatskurse zu Zertifikatsstudien zusammensetzbar sind. Zusätzlich wird die Entwicklung eines Konzepts für einen weiterbildenden Master-Studiengang angestrebt.

Zudem wird das Projekt mit der Einführung des interaktiven Portals „HIS-ALU“ die Möglichkeiten zur Vernetzung mit den Zielgruppen Unternehmen und Institutionen sowie Alumni und Teilnehmende verstärken. Über „HIS-ALU“ soll eine neue Qualität der Vernetzung zwischen der Hochschule und ihren Stakeholdern erreicht werden und damit eine stärkere Bindung.

Weiterbildung ist ein Treiber für die Digitalisierung der Lehre an Hochschulen. Daher werden parallel zur Kursentwicklung das für das Kursangebot gewählte Blended Learning-Format optimiert und weitere E-Learning-Elemente sowie Beratungs- und Qualifizierungsangebote für die Lehrenden und Lernenden entwickelt.

Das im Projektverlauf entwickelte Weiterbildungsprogramm wird nach dem Ende des Förderzeitraums von der zentralen Weiterbildungseinrichtung der Hochschule Niederrhein verwertet und weiter ausgebaut. Daher ist es ein weiterer Projektinhalt, die Integration der Weiterbildungseinrichtung in die Strukturen und Prozesse der Hochschule vorzubereiten.

Überblick der Projektziele und -bausteine

Kontakt

Johanna Tsikouridou-Flesch
Projektassistenz Wissenschaftliche Weiterbildung für die digitale Wirtschaft

Profilbildung Digitalisierung/Industrie 4.0

Projektziel 1: Profilbildung Digitalisierung/Industrie 4.0

Übergeordnetes Projektziel ist die Entwicklung und Pilotierung von Zertifikatskursen, wobei das Portfolio in der zweiten Förderphase inhaltlich das Themenfeld Digitalisierung/Industrie 4.0 fokussiert. Im Trend der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft treffen das Kompetenzprofil der Hochschule und ein erwarteter hoher Weiterbildungsbedarf zusammen. Strukturell werden die Zertifikatskurse so entwickelt, dass sie sich in einem "Baukastensystem" zu attraktiven, gestuften Abschlüssen kombinieren lassen (Zertifikatsstudium/Studiengang). Über die generelle Anrechenbarkeit der Zertifikatskurse auf grundständige Masterstudiengänge hinaus soll ein Konzept für ein weiterbildenes Masterstudium erstellt werden, auf das die einzelnen Zetifikatskurse anrechenbar sind.

P1.1: Kursentwicklung + Pilotierung

In diesem Projektbaustein werden Zertifikatskurse und - studien zum Profilbereich "Digitalisierung/Industrie 4.0" entwickelt und pilotiert.
Zum Abschluss der im ersten Projekt begonnenen "Qualifizierung von Einrichtungsleitungen" werden außerdem Zertifikatskurse zur "Organisationsentwicklung" und "Psychosoziale und kommunikative Führungskompetenzen" angeboten.
Die Teilnahme an den Pilotkursen ist für Berufstätige kostenlos. Die Erprobung der Zertifikatskurse und -studien erfolgt innerhalb der Projektlaufzeit in vier Phasen. Zu jeder Pilotphase werden neue Zertifikate angeboten.

Folgende Pilotphasen sind geplant:

1. Pilotphase September 2018
2. Pilotphase März 2019
3. Pilotphase September 2019
4. Pilotphase März 2020

P1.2: Entwicklung Baukasten-System + Weiterbildende Zertifikatsstudien

In diesem Projektbaustein werden zunächst die grundlegenden Vorraussetzungen des Baukasten-Systems erarbeitet. Basis dafür sind Recherchen zum Weiterbildungssystem der Schweiz (Certificate, Diploma und Master of Advanced Studies).
Das Baukasten-System setzt umfangreiche hochschulpolitische Gremiendiskussionen und Strukturentwicklungsarbeit in den Fachbereichen und Verwaltungseinheiten voraus: diesbezüglich sind Zuständigkeiten zu klären, Dokumente und Ordnungen zu erarbeiten, Zugangsvoraussetzungen für die Teilnehmenden abzustimmen und das bestehende Qualitäts- und Prozessmanagment auf die Zertifikatsstudien anzupassen.
Hinsichtlich der inhaltlichen Ausgestaltung wird in "Curriculum-Werkstätten" mit den Lehrenden erarbeitet, welche Zertifikatskurse unter welchem "Titel" zu einem Zertifikatsstudium sinvoll und zielgruppengerichtet gebündelt werden sollen. Zudem sind die Curricula der in einem Zertifikatsstudium enthaltenen Zertifikatskurse aufeinander abzustimmen.

Information Modulbaukasten-System

P1.3: Vorbereitung Weiterbildendes Masterstudium

In diesem Projektbaustein wird ein Konzept für ein weiterbildendes Masterstudium als höchstmögliche Abschlussstufe in einem Baukasten-System erarbeitet und geprüft. Das Konzept umfasst die Erarbeitung einer Zugangs- und Zulassungsordnung, die inhaltliche und formale Ausgestaltung des Masterstudiengangs sowie alle vorbereitenden Aufgaben zur Akkreditierung des Masterstudiengangs.

Kommunikation und Vernetzung mit HIS-ALU

Projektziel 2: Kommunikation und Vernetzung mit HIS-ALU

Für die wissenschaftliche Weiterbildung an der Hochschule Niederrhein sollen die Möglichkeiten zur Vernetzung mit den Zielgruppen, Unternehmen und Institutionen sowie Alumni und Teilnehmende verstärkt werden. Hierzu soll das interaktive Portal "HIS-ALU" eingeführt und in die bestehenden Prozesse zur Vernetzung der Hochschule und ihrer Stakeholder integriert werden.

P2.1: Konzept für online-gestütztes Netzwerk und TN-Management

Mit diesem Projektbaustein soll die in der Hochschule eingesetzte Plattorm "HISinONE" um das Modul ALU ergänzt werden.
Grundlage ist die Erfassung der Anforderungen aus Sicht der Teilnehmenden, der Unternehmen/Institutionen sowie der Alumni. Nach Aufnahme der Ist- und Soll-Prozesse erfolgt deren Abgleich mit dem Referenzmodell der HIS und die Beschreibung von bislang nicht abgedeckten Prozessen.
Außerdem sind die Belange der Datenschutzbeauftragten der Hochschule und weiterer relevanter Beauftragter und Ansprechpartner aus Fachbereichen und Instituten sowie weiterer Hochschulangehöriger mit intensiven Außenkontakten einzubeziehen.
Alle Ergebnisse werden in einem integrierten Konzept für ein online-gestütztes Netzwerk und TN-Management zusammengeführt.

P2.2: Installation und Migration von HIS-ALU

Gemäß den im Projektbaustein 2.1 entwickelten fachlichen Planungen für Teilnehmende, Unternehmen/Institutionen sowie Alumni wird in diesem Projektbaustein "HIS-ALU" kofiguriert. Dafür ist u.a. ein Rechte-Rollen-Konzept zu entwickeln, "HIS-ALU" an das Corporate Design der Hochschule anzupassen sowie alle Oberflächentexte für die einzelnen Nutzergruppen zu fomulieren. Es folgen die Überprüfung der Qualität aller vorhandenen Daten, das Löschen von Datendubletten und die Überführung der vorhandenen Daten in "HIS-ALU".

P2.3: Erprobung, Schulung und Evaluation von HIS-ALU

Die "HIS-ALU"-Funktionalitäten werden für die Teilnehmenden und Alumni erprobt. Zusätzlich erfolgt eine Erprobung mit einem ausgewählten Kreis von Unternehmen.
Für die beteiligten Mitarbeitenden wird ein Schulungskonzept entwickelt. Es folgen die Entwicklung eines Evaluationskonzepts, die Durchführung und Auswertung der Evaluation sowie die Optimierung von Prozessen gemäß den Evaluationsergebnissen.

Aufbau einer Weiterbildungseinrichtung

Projektziel 3: Aufbau einer Weiterbildungseinrichtung

Die Verwertung und der Ausbau des Weiterbildungsprogramms nach Ablauf der Förderung sollen über die zentrale Weiterbildungseinrichtung der Hochschule Niederrhein erfolgen. Die Grundlagen für den Aufbau einer solchen Einrichtung sind bereits in der ersten Förderphase gelegt worden. In der zweiten Förderphase werden die Verknüpfung der Weiterbidlungseinrichtung mit internen Einrichtungen und die Kooperation mit externen Partnern weiter vorangetrieben.

P3.1: Verknüpfung der WB-Prozesse mit den Verwaltungsprozessen

Die Erfahrungen aus der ersten Projektrunde haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit der Weiterbildungseinrichtung mit den Organisationseinheiten der Hochschule als auch die sich daraus ergebenden Schnittstellen standardisiert und transparent gestaltet werden müssen, um die benötigte Servicequalität zu erreichen. Nur so kann ein professionelles Auftreten der Weiterbildungseinrichtung sowohl innerhalb als auch außerhalb der Hochschule erreicht werden. Daher soll in diesem Projektbaustein anhand der bestehenden Prozesse und Erfahrungen ein Konzept erarbeitet werden, welches sich mit der Optimierung von Prozessen und Schnittstellen zwischen der Weiterbildung und den Organisationseinheiten der Hochschule befasst.

P3.2: Einbindung von internen Einrichtungen und externen Partnern

In diesem Projekbaustein soll die Einbindung interner und externer Einrichtungen in die Weiterbildungsaktivitäten verstärkt werden, so dass alle Aktivitäten im Bereich Weiterbildung an der Hochschule Niederrhein aufeinander abgestimmt werden.
Darüber hinaus ist es wichtig, die Akzeptanz der Wissenschaftlichen Weiterbildung als zentrale Einrichtung innerhalb der Hochschule zu fördern. Hierzu werden zum einen Kommunikationsmaßnahmen entwickelt, um die Einrichtung bekannter zu machen. Zum anderen muss Transparenz über die Vergütung von Lehre innerhalb der Weiterbildung hergestellt werden, da die Dozent/innen die Lehrleistung zusätzlich zu ihrem Deputat einbringen. Dazu soll eine Vergütungsordnung entwickelt werden, die Leistungen neben der Präsenzlehre umfasst.

 

Weiterentwicklung Blended Learning

Weiterbildung ist ein Treiber für die Digitalisierung der Lehre an Hochschulen. Parallel zur Entwicklung und Pilotierung der Zertifikatskurse werden das hierfür grundsätzlich gewählte Blended Learning-Format optimiert und weitere E-Learning-Elemente sowie Beratungs- und Qualifizierungsangebote für die Lehrenden und Lernenden entwickelt.

P4.1: Beratung und Qualifizierung von Lehrenden

Die Zertifikatskurse werden im Blended Learning-Format entwickelt, um den Berufstätigen verstärkt raum-zeitlich unabhängiges Lernen zu ermöglichen. Die Erstellung von E-Learning-Elementen setzt jedoch entsprechende Kompetenzen bei den Lehrenden voraus. In diesem Projektbaustein werden entsprechende Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt, unter anderem:

  • Leitfaden zur Beratung von Lehrenden zum Einsatz von E-Learning-Elementen
  • Handreichung für Lernpakete aus Videos und Test
  • Handreichung für Online-Präsenzen und Lerncoaching über Adobe Connect
  • Handreichung für Alternative zum Peer Review in Moodle

Die Weiterentwicklungen werden bei Eignung in die bestehenden Lernräume für Lehrende integriert und über Workshops und weitere Qualifizierungsformate geteilt.

P4.2: Lernberatung

Die Nutzung der E-Learning-Angebote setzt auch bei den Teilnehmenden entsprechende Kompetenzen bzw. Lernerfahrungen voraus. Zur Entwicklung einer Lernberatung für die Teilnehmenden soll zunächst eine Abfrage des Unterstützungsbedarfs erfolgen. Für den so ermittelten Unterstützungsbedarf sollen Lösungen erarbeitet und in die bestehenden Prozesse integriert werden, z. B. Handreichungen oder Erklärvideos in Moodle.

Wandel erfordert neue Kompetenzen

Im Rahmen des Projekts "Wissenschaftliche Weiterbildung für die digitale Wirtschaft" entwickelt und pilotiert die Hochschule Niederrhein Zertifikatsstudien und -kurse im Themenbereich "Digitalisierung/Industrie 4.0".

Die Pilot-Zertifikatskurse werden mit Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Aufstieg durch Bildung - Offene Hochschulen" gefördert. Die Teilnahme kann daher kostenfrei erfolgen. Die Anzahl der Teilnehmenden ist pro Kurs und pro Unternehmen begrenzt.

Die Erprobung erfolgt innerhalb der Projektlaufzeit in vier Phasen zwischen September 2018 und März 2020.

Einige der Zertifikatskurse sind Bestandteil eines Zertifikatsstudiums (CAS = Certificate of Advanced Studies und das DAS = Diploma of Advanced Studies).

Zertifikatsstudien - Was ist das?

Zertifikatsstudien sind berufsbegleitende Weiterbildungsprogramme, die nach einem Baukastenprinzip aufgebaut sind: Mehrere inhaltlich aufeinander abgestimmte Zertifikatskurse werden kombiniert und ergeben in der Summe einen höheren Abschluss.

Bei einem Certificate of Advanced Studies (CAS) müssen mindestens 10 ECTS erreicht werden. Darauf aufbauend folgt das Diploma of Advanced Studies (DAS), bei dem Zertifikatskurse zu mindestens 30 ECTS kombiniert werden.

Überblick Modulbaukasten

Diese Studienabschlüsse basieren auf der von SwissUni (einem Verbund der Schweizer Hochschulen und Universitäten) etablierten Systematik von Weiterbildungsformaten. Die Einbindung in das europäische Kreditpunktesystem (ECTS) gewährt Transparenz und Vergleichbarkeit der Abschlüsse.

Ihr Nutzen

  • Unser Weiterbildungsangebot ist speziell auf Berufstätige zugeschnitten. Die modular aufgebauten Zertifikatsstudien bieten Ihnen hohe Flexibilität, da sie zeitlich überschaubar sind und nach den eigenen Möglichkeiten zum nächst höheren Abschluss kombiniert werden können.
  • In einem Zertifikatsstudium erarbeiten Sie übergeordnete Kompetenzen, die Sie auf das individuelle berufliche Ziel vorbereiten: sei es die fachliche Spezialisierung, der berufliche Aufstieg, der Wiedereinstieg oder die berufliche Umorientierung.
  • Wir bieten Ihnen ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität durch die Kombination von Präsenz- und onlinegestützten Selbstlernphasen.
  • Bei uns lernen Sie in Kleingruppen - so garantieren wir Ihnen eine optimale Betreuung und genügend Raum für Ihre individuellen Fragestellungen.
  • Auch beruflich Qualifizierte erhalten Zugang zu wissenschaftlicher Weiterbildung auf Hochschulniveau: Sie benötigen kein vorhergehendes Studium.
  • Sie erhalten nach erfolgreich bestandener Prüfung ein Hochschulzertifikat mit Leistungspunkten (ECTS).
  • Eine Anrechnung der ECTS-Punkte auf ein späteres Studium ist nach Prüfung durch die jeweilige Hochschule grundsätzlich möglich.

 

Aktuelles Angebot Pilot-Zertifikatsstudien

Aktuelles Angebot Pilot-Zertifikatskurse

Bereits beendete Pilot-Zertifikatskurse

Diese Kurse werden ab sofort im Zentrum für Weiterbildung angeboten und sind kostenpflichtig.

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Meuser
Dekan Projektleiter Leiter der Cisco-Akademie Datennetze und Verteilte Systeme
Cordula Albersmann
Projektkoordinatorin Wissenschaftliche Weiterbildung
Johanna Tsikouridou-Flesch
Projektassistenz Wissenschaftliche Weiterbildung für die digitale Wirtschaft
Ulrike Schoppmeyer
Projektmitarbeiterin Wissenschaftliche Weiterbildung für die digitale Wirtschaft
Vera Tandler, Dipl.-Translatorin
Projektmitarbeiterin Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer
Dr. Katrin Waletzke
Projektmitarbeiterin Wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer

Förderkennzeichen: 16OH22010