Certificate of Advanced Studies (CAS)
Software Engineering Professional

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.

„Software is eating the world“ (Marc Andreessen im Wallstreet Journal 2011). Software ist heute allgegenwärtig. Schon lange unterstützt Software die Geschäftsprozesse in Unternehmen. Software wird aber auch immer mehr zum wesentlichen Bestandteil von industriellen Systemen und Produkten und auch von Dienstleistungen. Stichwörter wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung“ stehen stellvertretend für diese Veränderungen der Wirtschaft.

Für die Unternehmen bedeutet dieser Trend, dass die Anforderungen an Software und ihre Entwicklung immer herausfordernder werden: Die Ansprüche der Benutzer*innen an Funktionalität und Benutzbarkeit von Software steigen, die Software muss in immer kürzer werdenden Zeiträumen an sich verändernde Bedingungen angepasst werden – und gleichzeitig muss Software zeit- und kosteneffizient entwickelt und betrieben werden.

Immer neue Tools, Frameworks, etc. versprechen, dies zu ermöglichen. Das effiziente Entwickeln einer bedürfnisorientierten, zuverlässigen und langlebigen Software erfordert jedoch vor allem anderen eine konsequent methodische Vorgehensweise über den gesamten Entwicklungsprozess, angepasst auf die jeweilige Situation. Darum geht es in diesem Zertifikatstudium.

Das Zertifikatsstudium CAS Software Engineering Professional vermittelt Ihnen in vier aufeinander folgenden Zertifikatskursen die Grundlagen und Kompetenzen, um ausgehend von einer Projektidee unter Verwendung von angemessenen Methoden, Prozessen und Werkzeugen langlebige Softwareprodukte oder Softwareservices zielgerichtet und systematisch zu realisieren.

Eine Besonderheit des Zertifikatsstudiums ist die kursübergreifende Projektarbeit „YourBestTravelGuide“: Sie lernen den Entwicklungszyklus in ganzheitlicher Sichtweise kennen, indem Sie alle relevanten Prozesse der Softwareentwicklung an diesem durchgehenden Beispiel umsetzen.

Ziele

Mit erfolgreichem Abschluss des Zertifikatsstudiums werden Sie in der Lage sein,

  • für eine spezifische Projekt- und Produktsituation das am besten geeignete Vorgehen festzulegen,
  • digitale Produkte und Services nutzerzentriert zu gestalten,
  • Architekturen zu verstehen und ihre Angemessenheit zu beurteilen,
  • Software-Prototypen zu entwickeln und Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen zielgerichtet einzusetzen,
  • die Inbetriebnahme und den Einsatz von Software zu planen und zu steuern
  • und Qualitätsmanagementsysteme einzuschätzen, anzuwenden und Software-Tests systematisch durchzuführen.
Zielgruppe

Das Zertifikatsstudium richtet sich an Berufstätige aller Branchen, ...

  • die in ihrem Arbeitsumfeld digitale Lösungen gestalten und entwickeln oder IT-Projekte umsetzen,
  • die ihre Kenntnisse in diesen Bereichen aktualisieren und auf wissenschaftlichem Niveau erweitern möchten.
     

Sie sind zum Beispiel...

  • IT-Projektmitarbeitende/r (Umsetzung oder Spezialfunktionen)
  • (angehende) IT-Projektleitung,
  • Produkt- und Prozessverantwortliche/r mit Schnittstellen.
     
Vorteile
  • Das didaktische Konzept der Weiterbildung ist speziell auf Berufstätige zugeschnitten.
  • Wir bieten Ihnen ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität durch die Kombination von Präsenz- und onlinegestützten Selbstlernphasen.
  • Sie verknüpfen Ihre berufspraktischen Erfahrungen mit wissenschaftlichen Theorien und Methoden und erweitern so Ihre Kompetenzen.
  • Der hohe Praxisbezug der Weiterbildung ist durch die langjährige Berufserfahrung unserer Lehrenden in Unternehmen und Institutionen garantiert.
  • Bei uns lernen Sie in Kleingruppen, so garantieren wir Ihnen optimale Betreuung und genügend Raum für Ihre individuellen Fragestellungen.
  • Sie profitieren vom Austausch mit Fachkolleg*innen und erweitern Ihr berufliches Netzwerk.
Lehr- und Lernform

Das Zertifikatsstudium findet in einer Kombination aus Präsenz- und Selbstlerneinheiten (Blended Learning) statt. Das Selbststudium wird mit der Online-Lernplattform Moodle begleitet. Die Präsenzphasen sind in einem interaktiven Seminarcharakter gehalten, wobei sich Impulsvorträge und Übungselemente abwechseln. Das vermittelte Wissen wird „Hands-on“ erprobt und es besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen und Problemstellungen der Teilnehmenden zu bearbeiten.

Vorgehensmodelle und Qualitätsmanagement

Mit Hilfe von Vorgehensmodellen wird der komplexe Softwareentwicklungsprozess in vorhersehbare und steuerbare Phasen strukturiert. Eine konsequente Vorgehensweise ist der Schlüssel, um ein Softwareprojekt in Bezug auf die Kosten, die Qualität und die Zeit erfolgreich realisieren zu können. Der Zertifikatskurs behandelt in diesem Zusammenhang drei wesentliche Fragestellungen:

  • Wie organisiert man Softwareentwicklungsprojekte und welche Vor- und Nachteile haben einzelne Vorgehensweisen?
  • Wie kann man die Ressourcen und das Budget eines Softwareentwicklungsprojektes realistisch planen?
  • Was ist Qualität und wie wird sichergestellt, dass die Software die geforderte Qualität erfüllt?

Entlang dieser Fragestellungen werden der theoretische Hintergrund und die praktische Umsetzung von Vorgehens- und Prozessmodellen erläutert. Sie lernen Werkzeuge der Aufwandsschätzung und Qualitätssicherung sowie verschiedene Testverfahren kennen. Die erlernten Methoden und Werkzeuge werden anhand konkreter Praxisbeispiele eingeübt.

Design digitaler Produkte und Services

In diesem Zertifikatskurs geht es um Digital Design, also um die Gestaltung und Optimierung digitaler Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Dazu muss man aus zwei Richtungen denken: Von den Geschäftsprozessen, die auf eine neue Art und Weise unterstützt werden – und vom Nutzer und seinen Bedürfnissen. Es geht also um eine aufgaben- und nutzerorientierte Gestaltung von digitalen Produkten und Services – die dabei außerdem auch die technischen Möglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit im Blick hat.

„Für die Digitalisierung soll der Digital Designer das sein, was der Architekt für das Bauwesen ist. So wie kein Bauvorhaben ohne Architekt durchgeführt werden sollte, sollte auch kein Digitalisierungsvorhaben ohne Digital Designer stattfinden.“
Digital Design Manifest, www.digital-design-manifest.de

Softwarearchitektur im Unternehmen

Nur mit den richtigen Architekturentscheidungen kann die steigende Komplexität durch kürzere Innovations- und Entwicklungszyklen, individualisierte Produkte sowie die unüberschaubare Auswahl an Technologien und Werkzeugen beherrscht werden.

IT-Systeme sind heute meist verteilte, komplexe Systeme. Sie sollen Geschäftsprozesse unterstützen oder (teil)automatisieren und gleichzeitig flexibel und effizient anpassbar und weiterentwickelbar sein. Dies stellt hohe Herausforderungen an ihre Entwicklung. Nur wer in der Lage ist, die Struktur von IT-Systemen und die Auswirkungen von Architekturentscheidungen zu verstehen und zu beherrschen, kann IT-Systeme auch erfolgreich einsetzen. Bei der Gestaltung einer Softwarearchitektur muss der schwierige Übergang von der Analyse des fachlichen Problems zu einer passenden und umsetzbaren technischen Lösung gelingen. Hier entscheidet sich maßgeblich der Erfolg von Projekten sowie der langfristige Nutzen von IT-Systemen.

Software implementieren und testen

Die Software-Implementierung ist ein wesentlicher Schritt in Softwareentwicklungsprojekten: Nach der Analyse der Anforderungen und der Festlegung der Softwarearchitektur entsteht in der Phase der Implementierung das fertige Softwareprodukt. Erst dann zeigt sich, auch mit Hilfe systematischer Tests, ob die gestellten Herausforderungen gemeistert und die gewünschte Qualität erzielt werden.
Am Beispiel webbasierter Anwendungen wird im Kurs demonstriert, welche speziellen methodischen Aspekte zu berücksichtigen sind, welchen Einfluss die Auswahl und der Einsatz von Programmier- und Beschreibungssprachen sowie von Entwicklungswerkzeugen auf die Software-Implementierung haben und wie die Software-Qualität mit systematischen Tests ermittelt und verbessert werden kann.
Der Zertifikatskurs behandelt ferner ausgewählte Themen, die in der praktischen Anwendung von besonderer Bedeutung sind: die Konstruktion von Benutzungsschnittstellen, den Einsatz von Datenbanksystemen und die Verwendung von Frameworks.

Detaillierte Informationen finden Sie in der Broschüre und in der Modulbeschreibung im Downloadbereich.

     Präsenztermine der Kurse

  • Vorgehensmodelle und Qualitätsmanagement:  ​​​​​​
    Fr., 20.11.2020, 11.12.2020 I 9-17 Uhr
  • Design digitaler Produkte und Services:
    Fr., 15.01.2021, 22.01.2021, 05.02.2021 I 9-17 Uhr
  • Softwarearchitektur: 
    Fr., 19.03.2021, 26.03.2021, 23.04.2021 I 9-17 Uhr
  • Software implementieren und testen:
    Fr., 30.04.2021, 21.05.2021, 11.06.2021, 25.06.2021 I 9-17 Uhr
    Zwischen den Präsenztagen liegen onlinegestützte Selbstlernphasen.
    Sollten Corona-bedingt Präsenztermine nicht möglich sein, werden diese flexibel durch Online-Lehre ersetzt.

     
  • Umfang (Workload) gesamt: 300 h, davon 96 h Präsenz, 12 ECTS
  • Anmeldefrist: 25.10.2020
  • Teilnehmendenzahl: max. 12 Personen
  • Ort: Campus Krefeld Süd
  • Teilnahmeentgelt: 4.100 € (inkl. Verpflegung und Getränke). Eine Ratenzahlung in drei Raten, die erste Rate 1.400 Euro, die beiden weiteren à 1.350 Euro, ist möglich.
     
  • Teilnahmevoraussetzungen: Hochschulabschluss mit mindestens einjähriger Berufserfahrung oder anderweitiger berufsqualifizierender Abschluss mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung. Es werden Erfahrungen in der Programmentwicklung und Anwendung von Programmiersprachen vorausgesetzt.
     
  • Abschluss: Jeder einzelne Zertifikatskurs kann mit einer Prüfung (jeweils Projektarbeit und Peer-Review) oder mit einer Teilnahmebescheinigung (bei 75% Anwesenheit) abgeschlossen werden. Sind die Prüfungsleistungen aller vier Zertifikatskurse bestanden, so wird das Certificate of Advanced Studies Hochschule Niederrhein „Software Engineering Professional“ vergeben.

Wir haben Ihre Dozenten gefragt: Warum ist eine Weiterbildung zum Thema Software Engineering aktuell für viele Berufstätige interessant?

„'Software is eating the world‘ (Marc Andreessen, 2011): Kaum ein Produkt und erst recht kein Service kommt heute ohne Software aus. Autonom fahrende Autos, Carsharing, mobiles Bezahlen, Smart Home, vorausschauende Wartung,  etc. – all das ist ohne Software undenkbar. Mehr noch – Software macht all diese Innovationen erst möglich. Die Durchdringung aller Arbeits- und Lebensbereiche mit Software wird weitergehen. Kenntnisse im Bereich Software und ihrer Entwicklung sind daher für viele Berufstätige bereits heute wichtig – in der nahen Zukunft werden diese Kenntnisse für immer mehr Berufstätige in immer mehr Branchen wichtig sein. Das Zertifikatsstudium „Software Engineering Professional“ verschafft Ihnen einen fundierten Einstieg in die spannende Welt der Softwareentwicklung.“

"Die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in diesem Zertifikatsstudium ermöglichen den Teilnehmenden berufliche Positionen einzunehmen, die neben fundierten Detailkenntnissen einen umfassenden Blick auf den Softwareentwicklungsprozess als Ganzes erfordern."

Die Vitae Ihrer Dozenten finden Sie im Downloadbereich.

Prof. Dr.-Ing. Hans Dieter Beims
Zertifikatskurse: „Vorgehensmodelle und Qualitätsmanagement“ und „Software implementieren und testen“ Informatik an der Hochschule Niederrhein
Prof. Dr. Daniel Retkowitz
Zertifikatskurs: "Softwarearchitektur" Wirtschaftsinformatik, insb. Software Engineering an der Hochschule Niederrhein
Prof. Dr. André Schekelmann
Zertifikatskurse: „Design digitaler Produkte und Services“ und „Softwarearchitektur“ Wirtschaftsinformatik, insbesondere Softwareentwicklung an der Hochschule Niederrhein

Ihre Ansprechpartnerinnen

Britta Benning
Zentrum für Weiterbildung

Ulrike Schoppmeyer
Zentrum für Weiterbildung