Neuerscheinung:
SoLoMo - Always-on im Handel

 

Mönchengladbach, 11. März 2014

 

Das Shopping der Zukunft zeichnet sich durch ein begleitendes Zusammenspiel von sozialer Vernetzung, Lokalisierung und mobiler Internetnutzung beim Ladenbesuch aus. Dieser Dreiklang bildet die Basis für die „Synergien des SoLoMo“, die ganz neue Möglichkeiten der Vermarktungseffizienz insbesondere für stationäre Händler erlauben. Die sich daraus ergebenden Chancen greift das vorliegende Buch auf, indem es den aktuellen Stand der Forschung und Praxis zu dem Thema darstellt und die Basisfaktoren des SoLoMo umfassend klärt. Dabei werden die Location Based Services (LBS), denen eine Schlüsselrolle im Handel der Zukunft zukommt, besonders gewichtet und mit einer empirischen Studie in Hinblick auf Nutzung sowie Potenzial am Beispiel von kaufDA erforscht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Kunden LBS als attraktiv ansehen und bereit sind, durch sie habitualisiertes Einkaufsverhalten in Frage zu stellen. LBS befinden sich allerdings noch im Anfangsstadium und sind vom Begriff her relativ unbekannt, lassen allerdings große Potenziale erkennen.

 

Dieses Buch ist neu erschienen.


Online-Handel gräbt stationärem Einzelhandel das Wasser ab – bereits 15 Prozent Anteil in 2013 erwartet

 

Mönchengladbach, 4. März 2013

 

Mit Analyse der Einzelhandelsumsätze in 2012 wird die wahre Wucht der Entwicklung deutlich: Der Online-Handel gräbt dem stationären Einzelhandel das Wasser ab. Ohne Lebensmittel ist 2012 der Umsatz der stationären Einzelhändler nominal um 3,9 Prozent und real um weit über fünf Prozent geschrumpft. Gleichzeitig ist der Online-Handel für Waren um mehr als 27 Prozent auf über 27 Milliarden Euro gewachsen in 2012, so die neuesten Zahlen des BVH.  „Schon in diesem Jahr könnte der Anteil des Online-Handels im Einzelhandel (ohne Lebensmittel) auf 15 Prozent steigen, denn die Online-Umsätze in Deutschland werden in diesem Jahr um mindestens 21 Prozent zulegen“, sagt Prof. Dr. Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb-Research-Centers. Nimmt man den gesamten Einzelhandelsumsatz (mit Lebensmitteln) mit voraussichtlich 427 Milliarden Euro Umsatz in 2013 als Richtschnur, wird der Anteil des Online-Handels in diesem Jahr zwar „nur“ auf rund 7,8 Prozent (33,5 Milliarden Euro Warenumsätze) wachsen. Allerdings gilt der Lebensmittel-Einzelhandel, der im vergangenen Jahr vor allem preissteigerungsbedingt knapp 210 Mrd. EUR Umsatz erzielt hat, nicht als onlinetauglich. Die nicht einmal 0,5 Prozent Online-Anteil mit Lebensmitteln werden auch weiterhin nicht nennenswert gesteigert werden. „Insofern kann als Vergleichsbasis auch nur der Non-Food-Einzelhandel mit rund 213 Mrd. EUR herangezogen werden“ so Heinemann. Demnach betrug im Non-Food-Einzelhandel der Onlineanteil im vergangenen Jahr bereits 12,3 Prozent. Geht man von 21,3 Prozent Online-Wachstum in diesem Jahr aus - wie vom BVH (Bundesverband des Versandhandels) vorsichtig prognostiziert - so dürfte die 15 Prozentmarke bereits in 2013 erreicht werden. Inklusive Services, also Online-Umsätze für Dienstleistungen wie Tickets, Medienprodukte oder Apps in Höhe von noch einmal rund 10 Mrd.  Euro sogar 20 Prozent Online-Anteil.

Online wächst auf Kosten der Einzelhandelsflächen

 

Das Online-Wachstum kommt zunehmend von den Einzelhandelsflächen. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Substitutionseffekt die nächsten Jahre kontinuierlich fortsetzen und dem stationären Handel und damit den Innenstädten erheblich zusetzen wird. Vor allem die Sortimente, die im innerstädtischen Handel verkauft werden, sind besonders erfolgreich im Netz: So wird die Warengruppe Textil und Bekleidung in 2013 auf über 18 Prozent  Online-Anteil kommen. Auch wenn Bücher B2C mit rund 50 Prozent noch höher liegen, so erreichen Medien/Bücher/ Bild-/Tonträger als Warengruppe mit rund 29 Prozent Online-Anteil in 2013 erstmals nicht mehr den höchsten Wert. Die Elektronik-Warengruppe mit den „Mediamarkttypischen Sortimenten“ dürfte 2013 mehr als 8 Milliarden Euro Umsatz im Internet machen. Damit nehmen die Warengruppen UE/Elektronik sowie PC/-Zubehör/TK/Mobiles mit wahrscheinlich mehr als 30 Prozent Online-Anteil den Spitzenplatz ein. Spielwaren werden auf rund 25 Prozent Online-Anteil kommen und damit ebenfalls einen vorderen Platz im Online-Anteils-Ranking einnehmen. Hobby-/Sammel-/Freizeitartikel inklusive Sport erreichen mit rund 15 Prozent immer noch einen durchschnittlichen Online-Anteil. Haushaltsgeräte kommen mit rund 10 Prozent Online-Anteil in 2013, ebenso wie Uhren/Schmuck mit 7,5 Prozent und Möbel/Deko mit ebenfalls 7,5 Prozent auf einen unterdurchschnittlichen Wert. DIY/Garten/Heimwerken fällt mit 3,0 Prozent Online-Anteil bereits deutlich ab liegt nur noch vor Drogerie/Kosmetik/Parfüm mit 2,5 Prozent online. Allerdings wächst diese Warengruppe überdurchschnittlich stark und holt damit rasant auf. Zum Vergleich: Lebensmittel erreicht nicht einmal 0,5 Prozent Online-Anteil und legte in 2012 mit 18 Prozent Wachstum auch nur relativ verhalten zu. Deswegen bleibt Online-Handel auf absehbare Zeit ein klares Non-Food-Thema.

 

Ein Ende des Online-Wachstums ist noch nicht abzusehen. Wie Prognosen des eWeb-Research-Centers belegen, ist bis 2020 von mindestens einer Verdopplung des Onlineanteils auf dann rund 30 Prozent auszugehen, ohne die sogenannten RoPo-Umsätze zu berücksichtigen, die im Internet getroffen und nur noch nstationär ausgeführt werden. Das bei dieser Prognose unterstellte durchschnittliche Wachstum von rund 13 Prozent jährlich erscheint eher konservativ angenommen. Großer Nachholbedarf besteht vor allem bei den Online-Shops der stationären Einzelhändler, die in 2012  nicht einmal 10 Prozent Marktanteil im Online-Handel erreichten. Klarer Gewinner sind hier die Pure Plays, die mindestens ein Drittel aller Online-Umsätze auf sich vereinen und mit über 40 Prozent am stärksten gewachsen sind.

 

Kunden honorieren "Einkaufen ohne Grenzen"

Verbraucher sind bereit, für bestimmte Serviceleistungen einen Preisaufschlag zu zahlen. Für Händler, die oft glauben, zusätzliche Leistungen dürften nichts kosten, ist das eine gute Nachricht. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das eWeb-Research-Center der Hochschule Niederrhein gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Accenture durchgeführt hat. Hintergrund ist der boomende Online-Handel. Wenn mehr Waren online gekauft werden, gewinnen so genannte Multi-Channel-Leistungen an Bedeutung. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Möglichkeit, online abzufragen, ob die gewünschte Ware stationär verfügbar ist

 

„Die Kunden erwarten auf der einen Seite ein grenzenloses Einkaufserlebnis. Auf der anderen Seite sind sie aber auch bereit, dem Händler, der ihnen dies bietet, einen höheren Preis zu bezahlen. Damit kann eine Investition in verbesserte Serviceleistungen für den Händler gewinnbringend werden“, sagt Prof. Dr. Michael Schleusener, einer der Leiter des eWeb-Research-Centers. Gewinner würden Händler sein, die als erste ihre Vertriebskanäle derart miteinander vernetzen, dass der Kunde diese übergreifend nutzen kann.

 

Schleusener befragte zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Gerrit Heinemann und Prof. Dr. Silvia Zaharia rund 2700 Konsumenten von Multi-Channel-Leistungen. Dabei ging es zunächst darum, den Bekanntheitsgrad dieser Leistungen zu erheben. Am bekanntesten ist demnach die Online-Verfügbarkeitsabfrage, also die Möglichkeit, online zu prüfen, ob eine bestimmte Ware in einem bestimmten Geschäft vorrätig ist. Laut Studie sind die Verbraucher bereit, für diesen Service 1,4 Prozent Aufschlag auf den Warenpreis zu zahlen. Die Autoren schreiben: „Kunden schätzen offenbar das definitive Wissen über die jetzige Verfügbarkeit des Wunschartikels in der Filiale und die damit verbundene Zeitersparnis.“

Interessanterweise ist den Verbrauchern jedoch die Möglichkeit, online die Ware für sich reservieren zu lassen, keinen Aufpreis wert. „Kunden geben sich offenbar noch damit zufrieden, zu wissen, dass das Produkt in der Filiale in dem Moment vorhanden ist.“ Die Autoren nehmen aber an, dass dieser Service in Zukunft interessanter werde, da er „für eine zeitliche Entspannung im Kaufprozess“ sorge. Die Kunden müssten nicht sofort nach der Online-Abfrage in die Filiale eilen.

 

Dagegen sind die Kunden heute schon bereit, für ein generelles Rückgaberecht über alle möglichen Kanäle zu zahlen. Bei Möbeln beispielsweise wären die Käufer bereit, drei Prozent mehr zu zahlen, wenn das Produkt bei Nicht-Gefallen später bei ihnen abgeholt wird. Leichter verpackbare Ware würden Käufer lieber im Geschäft zurückgeben als zurückschicken. Laut Studie wäre ihnen dieser Service zwei Prozent Preisaufschlag wert. Auch die Möglichkeit, online einen Warenkorb zusammenzustellen, um diesen später abzuholen, da man bei einer Anlieferung per Post nicht zu Hause anzutreffen ist, wäre den Kunden Geld wert. In den Branchen Medien, Tonträger, Unterhaltungselektronik, Haushaltswaren sowie Camping könnten Händler immerhin 1,3 Prozent des Warenpreises dafür verlangen.

 

Für die Händler, so die Autoren, komme es nun darauf an, die Vertriebskanäle zu verschmelzen, um ihren Kunden maximales „Channel-Hopping“ zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Kunden für entsprechende Leistungen der Händler zu zahlen bereit seien. „Multi-Channel-Leistungen liefern einen erheblichen Beitrag zur Kundenbindung im Rahmen des Kaufprozesses und damit einen echten Mehrwert für Kunden und Händler“, schlussfolgern die Autoren.

 

Die Studie zu Preisbereitschaften für Leistungen im Multi-Channel-Handel kann auf Anfrage kostenfrei über das eWeb Research Center bezogen werden.

 

 

2012 wird jedes fünfte Buch online gekauft

 

02.04.2012 | Studie zum Online-Handel

 

Der Online-Handel wächst rasant. In einzelnen Warengruppen wird der über das Internet abgewickelte Handel noch in diesem Jahr auf 20 Prozent steigen. Das erwartet das eWeb-Research-Center der Hochschule Niederrhein unter Leitung von Prof. Dr. Gerrit Heinemann. „Das Online-Wachstum der letzten drei Jahre entwickelt sich damit progressiv, und auch die Prognose des BVH (Bundesverband des Versandhandels) von 16,5 Prozent Online-Wachstum für dieses Jahr dürfte eher auf 19 Prozent hinauslaufen", sagt Heinemann. Gemessen am gesamten Non-Food-Einzelhandelsumsatz von rund 205 Mrd. Euro in 2011 lag der Online-Anteil mit 21,7 Mrd. Euro bereits bei 10,2 Prozent. Inklusive Services wie zum Beispiel Ticketumsätze wurden sogar 29,7 Mrd. Euro erreicht, was einem Anteil von. 14,5 Prozent entspricht.

 

Insgesamt legte der Online-Handel im vergangenen Jahr um 18,6 Prozent zu. Die Entwicklung in den einzelnen Warengruppen war allerdings sehr unterschiedlich. Gemessen am Branchenumsatz lagen Bücher 2011 mit einem Online-Anteil von 16,9 Prozent an der Spitze und werden laut Heinemann schon dieses Jahr die 20-Prozentmarke knacken. Gleiches gelte für Computer und Computerzubehör, die im letzten Jahr 15,4 Prozent Online-Anteil erreichten, sich jedoch mit 32 Prozent Wachstum besonders rasant entwickelten und 2012 ebenfalls auf einen 20- Prozent-Anteil kommen könnten.

 

Der Bereich Elektronik und Elektroartikel legte mit einem Zuwachs von 28 Prozent ebenfalls stark zu und kommt nun auf einen Online-Anteil von 12,3 Prozent. Bekleidung/Schuhe kommen auf 11,9 Prozent. Während sich Schmuck und Uhren rasant entwickelten (95 Prozent Wachstum) und 2011 einen Online-Anteil von acht Prozent erzielten, gibt es bei Möbel/ Dekoration mit 3,6 Prozent sowie Do-it-yourself (DIY)/ Garten/ Heimwerken mit nur 1,8 Prozent Online-Anteil noch Nachholbedarf. „In beiden Warengruppen tut sich insbesondere der stationäre Handel schwer mit dem Thema Internet, obwohl einige erfolgreiche Beispiele zeigen, dass gerade sperrige und großvolumige Artikel besonders onlinetauglich sind", kommentiert Heinemann.

 

„Kunden schätzen zunehmend die Möglichkeit, unabhängig von Zeit und Ort Produkte erwerben zu können, wollen aber auf der anderen Seite auch nicht auf das stationäre Flair und die damit mögliche Beratung vor Ort und das Anfassen von Produkten verzichten", sagt Heinemann. Im Zuge der neuen Kundenorientierung schickten sich immer mehr Händler an, dem Kunden den Wandel durch die Vertriebskanäle vom ersten Kontakt bis zum Kauf und auch darüber hinaus so naht- und reibungslos wie möglich zu gestalten. Insofern sei der Vormarsch des Multichannel-Handels in Deutschland ungebrochen und werde durch die sich rasant verbreitende Nutzung von Smartphones und Tablet PCs zusätzlich befeuert.

 

„Das große Potenzial des Einzelhandels liegt in der Verzahnung der Verkaufskanäle" folgert Prof. Dr. Gerrit Heinemann, der das eWeb-Research-Center zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Silvia Zaharia und Prof. Dr. Michael Schleusener leitet. „Zukünftig wird es immer weniger möglich, von den reinen Online- und Offline-Welten zu sprechen. Beides verschmilzt zu No-Line-Systemen, in denen die Kanalgrenzen verschwinden und die Betriebsformen ineinander übergehen. Die technologischen Innovationen ermöglichen eine völlig neue Form der Kundenorientierung, die insbesondere der von den Kunden geforderten Multi-Optionalität Rechnung trägt. Insofern ergeben sich enorme Chancen für die gebeutelten, stationären Einzelhändler, er muss diese nur nutzen."