Akzeptanz reduzierter Cockpitbesatzungen

Sumona Sen hat auf der International Conference on Applied Human Factors and Ergonomics (AHFE) 2026 in Istanbul eine empirische Studie zur Akzeptanz reduzierter Cockpitbesatzungen vorgestellt.

 

Automatisierung im Cockpit und der Mangel an qualifizierten Pilotinnen und Piloten haben die Debatte um Reduced Crew Operations (RCO) neu belebt, von einer zeitweise reduzierten Besatzung im Reiseflug (eMCO) bis zum Ein-Personen-Cockpit (SiPO). Gemeinsam mit ihren Co-Autoren Melanie Kranich und Patrick Pötters hat Sumona Sen, die an der Hochschule Niederrhein zu Human Factors und Mensch-Maschine-Interaktion forscht und lehrt, untersucht, wie Pilotinnen und Piloten diesen Konzepten gegenüberstehen.

Die Online-Befragung aktiver, ehemaliger und künftiger Verkehrspilotinnen und -piloten zeigt eine insgesamt niedrige Akzeptanz, wobei Ein-Personen-Cockpits (SiPO) besonders deutlich abgelehnt werden. Als zentrale Barrieren erwiesen sich Sicherheitsbedenken, eine erwartete höhere Arbeitsbelastung und die Wahrnehmung, dass ein zweiter Pilot nicht ersetzbar ist. eMCO wird moderat positiver bewertet, jedoch nur bei zuverlässiger Automation, transparentem Systemverhalten und organisatorischer Absicherung. Statistisch hängt die Akzeptanz signifikant positiv mit dem Vertrauen in Automation und signifikant negativ mit dem Alter zusammen.

„Technische Machbarkeit ist nicht gleich Einführbarkeit", fasst Sen zusammen. Menschzentrierte Automationsgestaltung, Vertrauenskalibrierung und transparente Sicherheitsstrategien müssten von Beginn an mitgedacht werden - nicht nachträglich ergänzt.

Beratung
Barrierefreiheit