Wie können Bürgerinnen und Bürger besser in die Gestaltung öffentlicher Räume einbezogen werden, wenn geplante Veränderungen noch nicht gebaut sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Lennart Hofeditz, Postdoc im Projekt Tandem Niederrhein und Leiter des MXR Labs am GEMIT Institut der Hochschule Niederrhein. Im Projekt PlaygroundXR untersucht er gemeinsam mit seinem Team, wie Extended Reality kommunale Planungs- und Beteiligungsprozesse unterstützen kann. Extended Reality bezeichnet Technologien, bei denen digitale Inhalte mit der realen Umgebung verbunden werden. Dazu zählen unter anderem Virtual Reality und Mixed Reality. Im konkreten Fall konnten virtuelle 3D-Modelle geplanter Spielgeräte direkt vor Ort in die reale Umgebung eingeblendet werden.
Im April wurde der Prototyp im Bunten Garten in Mönchengladbach gemeinsam mit der mags AöR erprobt. Eltern und Kinder hatten dort die Möglichkeit, sich den zukünftigen Spielplatz nicht nur anhand von Plänen oder Skizzen vorzustellen, sondern ihn räumlich am späteren Standort zu erleben. Dadurch konnten sie besser einschätzen, wie Spielgeräte wirken, wie sie sich in die bestehende Fläche einfügen und welche Fragen sich etwa zu Platzierung, Nutzung oder Sicherheit ergeben.
Rund 30 Eltern mit ihren Kindern nutzten das Angebot und testeten den XR-Prototypen vor Ort. Anschließend konnten sie ihre Eindrücke einbringen und Feedback geben. Für Hofeditz ist genau diese Verbindung aus Forschung, Prototyping und Anwendung im öffentlichen Raum zentral: „Extended Reality kann Beteiligung anschaulicher machen, weil Menschen nicht nur über abstrakte Planungen sprechen, sondern mögliche Veränderungen direkt erleben können.“
Das Projekt knüpft an Hofeditz’ Forschung und Transferarbeit an der Schnittstelle von Wirtschaftsinformatik, Extended Reality, Künstlicher Intelligenz und nutzerzentrierter Gestaltung an. Im MXR Lab entwickelt er mit seinem Team anwendungsnahe Prototypen, die digitale Technologien nicht nur technisch erproben, sondern ihren konkreten Nutzen für Organisationen, Verwaltung und Gesellschaft untersuchen. PlaygroundXR zeigt beispielhaft, wie die Hochschule Niederrhein gemeinsam mit kommunalen Partnern neue Formen der Bürgerbeteiligung testen kann. Die Rückmeldungen aus dem Termin im Bunten Garten fließen in die weitere Bewertung und Weiterentwicklung des Beteiligungsformats ein. Das Projekt finanziert zwei Hilfskräfte für das MXR Lab und ist ein Teilprojekt der Smart City Förderung. Es läuft noch bis Ende Juli 2026. Im Anschluss an das Projekt soll der Spielplatz dann physisch umgesetzt werden.























