News

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.
Ihre Semesterprojekte präsentierten die Studierenden dem Publikum im Audimax der Hochschule Niederrhein am Campus Mönchengladbach. Foto: HSNR

Praxisnah, interdisziplinär, zukunftsorientiert: Studierende der HSNR präsentieren Semesterprojekte

Von nachhaltigem Interior-Design über funktionale Arbeits- und Sportbekleidung bis hin zu gesellschaftlich relevanten Kommunikationskampagnen: Die Präsentation der Projekte im 5. Semester am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) zeigte eindrucksvoll, wie praxisnah, interdisziplinär und innovativ Studierende reale Fragestellungen aus Industrie, Gesellschaft und Design bearbeiten.

Insgesamt elf interdisziplinär zusammengesetzte Teams aus verschiedenen Studiengängen entwickelten Produkte und Konzepte in enger Zusammenarbeit mit Lehrenden sowie externen Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft, Bildung und Zivilgesellschaft. Die Projektpräsentation zählt seit Jahren zu den beliebtesten Veranstaltungen des Fachbereichs.

„Die 5. Semesterprojekte sind ein zentraler Baustein unseres Studienkonzepts. Die Studierenden lernen hier, komplexe Aufgaben im Team zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Ideen praxisnah umzusetzen – von der ersten Analyse bis zum marktfähigen Prototyp“, erklärt Professor Dr.-Ing. Mathias Beer, Prodekan des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik.

1. Platz: re:form – Nachhaltiges Interior-Design aus Hanf und Wolle

Den ersten Platz belegte das Projekt re:form, das im Rahmen des Projekts [Re]value entstand. Das Team entwickelte eine eigenständige Interior-Design-Marke, die regionale Hanf- und Wollfasern in zeitgemäße, nachhaltige Wohnprodukte übersetzt. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Materialentwicklung über Design und Marketing bis hin zum experimentellen 3D-Prototyping – entstanden unter anderem eine handgefertigte Sample-Couch, eine Leuchte sowie mehrere 3D-Prototypen. Das Projekt zeigt, wie nachhaltige Materialien ästhetisch, funktional und marktfähig eingesetzt werden können.

Textile Lösungen für Bildung, Sport und Arbeitswelt

Ein textiles Raumkonzept für den schulischen Ganztag entwickelte ein Team in Kooperation mit der Katholischen Grundschule Venn sowie der Manufaktur Muth. Das modulare Multi-Textil-System unterstützt Lern-, Spiel- und Rückzugsphasen gleichermaßen und reagiert auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Kernstück ist ein 150 × 150 cm großer Entdeckervorhang mit modularen Themenflächen sowie einer passgenauen Tischhusse.

Sportlich und gemeinschaftlich präsentierte sich das Projekt „On-Court, Off-Court“, bei dem Studierende eine Lifestyle-Padel-Marke inklusive Bekleidungslinie konzipierte. Die Kollektion umfasst hochwertige Ober- und Unterteile, die sowohl auf dem Spielfeld als auch im Alltag getragen werden können.

Auch funktionale Arbeitskleidung stand im Fokus: In Zusammenarbeit mit Sonepar Deutschland entstand eine innovative Workwear-Linie für das Elektrohandwerk. Herzstück ist eine ergonomisch geschnittene Arbeitsjacke mit langlebigen Materialien sowie praxisnahen Details wie modularen Taschen, abnehmbaren Ärmeln und reflektierenden Elementen. Ergänzt wird das Konzept durch einen bestickten Hoodie.

Neun Studierende entwickelten zudem neue Mitarbeiterbekleidung für EDEKA Mühlenbein. Die modulare Kleidung lässt sich an unterschiedliche Arbeitsbereiche anpassen. Ergonomische Schnitte, pflegeleichte Materialien und durchdachte Stauraumlösungen – darunter fixierte Taschen und ein Taschengürtelsystem – erleichtern den Arbeitsalltag.

Gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit

In Kooperation mit Borussia Mönchengladbach und dem Textilunternehmen Riking entwickelten zehn Studierende einen Fan-Schal, der auf die Krankheit ME/CFS aufmerksam macht. Die schwere, chronische neuroimmunologische Multisystemerkrankung steht dabei im Fokus. Der innovative Schal mit integrierter Luftfiltereinlage führt per QR-Code zur Website des gemeinnützigen Vereins Empty Stands, die Informationen, Austauschmöglichkeiten für Betroffene und einen Spendenlink bietet. Weitere Aktionen im Stadion und in Fan-Kneipen sind geplant.

Einen kommunikativen Ansatz verfolgte ein Projektteam in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein FEMNET. Entwickelt wurde eine zehnteilige TikTok-Kampagne zu Feminismus in der Bekleidungsindustrie, Nachhaltigkeit und den langfristigen Folgen von Fast Fashion. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen über soziale Medien für bewussten textilen Konsum zu sensibilisieren.

Wie nachhaltige Produktion und Funktionalität vereint werden können, zeigte ein Projekt in Kooperation mit der Schlummersack GmbH. Die Studierenden entwickelten einen nachhaltigen Kinderschlafsack-Prototyp – von der Materialauswahl über digitale Schnittkonstruktion bis zur Umsetzung. Ergänzt wurde das Produkt durch ein nachhaltiges Verpackungskonzept sowie ein Kreislaufmodell für die Schlafsäcke.

Aus hochwertigem, ungenutztem Leder der Lederfabrik Josef Heinen GmbH & Co. KG kreierten elf Studierende drei nachhaltige Schuhmodelle: einen Absatzschuh, einen Stiefel und einen Ballerina. Die Kollektion entstand im Rahmen eines fiktiven Start-ups, wurde handwerklich gefertigt und durch 3D-Druck mit passenden Sohlen ergänzt. Unterstützt wurden die Studierenden von Orthopädieschuhmachermeister Urban Oymanns.

Technik und Innovation

Mit Blick auf funktionales Design entwickelten acht Studierende gemeinsam mit Epson Deutschland GmbH ein dreiteiliges Outfit für Ausflüge ans Meer in der Übergangszeit. Ziel war es, die Vielfalt digitaler Textildrucktechnologien zu erproben. Durch Experimente im Epson Solutions Center in Meerbusch entstanden textile Oberflächen mit neuartigen visuellen Effekten und optischen Täuschungen.

Technische Innovationskraft zeigte sich auch in der Kooperation mit dem Seilhersteller Gleistein GmbH. Die Studierenden entwickelten vier leuchtende Seilprototypen für den Einsatz in der Schifffahrt und anderen sicherheitsrelevanten Bereichen. Zum Einsatz kamen unterschiedliche technische Ansätze, darunter integrierte LEDs, Polymer Optical Fibers, Elektrolumineszenzdrähte sowie induktive LED-Module.

Beratung
Barrierefreiheit