Der Workshop war hochschulöffentlich und Teil der HEP-Werkstätten: In diesen offenen Arbeitsräumen am Campus Mönchengladbach und in Krefeld Süd gestalten alle Hochschulangehörigen seit Juni 2026 den neuen Hochschulentwicklungsplan 2027–2031 mit – spontan, ohne Anmeldung und über alle Statusgruppen hinweg. CampusMobil nutzte dieses offene Format, damit Ideen aus der gesamten Hochschule in die Gestaltung des „Science Truck“ einfließen: Mitgebaut und mitdiskutiert haben Studierende, Mitarbeitende und Professor:innen.
Inhaltlich zahlt der Workshop damit direkt auf den HEP-Prozess ein: Die vom Senat im Mai 2026 gebilligten Planungsgrundsätze sind Kompass für die konkreten Maßnahmen, die Fachbereiche und Ressorts nun ableiten – transdisziplinäre Lehre, wie CampusMobil sie erprobt, ist eine solche Maßnahme. Bereits in den HEP-Workshops der Beschäftigten wurde gefordert, Inter- und Transdisziplinarität stärker zu ermöglichen und die Hochschule als Partnerin von Gesellschaft und Region zu profilieren. CampusMobil übersetzt diese Grundsätze in gelebte Praxis: Es bringt Lehre in die Stadtgesellschaft und liefert Erfahrungen, die in die Entwicklungspläne der Fachbereiche und damit in den Hochschulentwicklungsplan 2027–2031 zurückfließen.
Jedes Team erhielt ein LEGO-Set mit einem eigenen Fahrzeug – Pommeswagen, Transporter oder Doppeldecker-Bus – sowie Steine, Platten und Figuren. Ein wichtiges Detail: Zu Beginn wählte jede:r Teilnehmer:in eine Figur aus, die für eine hochschulferne Personengruppe steht. Diese Figuren mussten bewusst in die Szenarien eingebaut werden – denn genau diese Menschen möchte CampusMobil erreichen.
In drei Baurunden entstanden vollständige Einsatzszenarien: der Doppeldecker auf dem Samstags-Wochenmarkt in Mönchengladbach-Rheydt, der Transporter auf einem Musikfestival und der Pommeswagen vor dem Stadion. Die Teams gestalteten jeweils den Hintergrund, die Position des Trucks, den Außenbereich mit Empfangssituation, die Gäste und eine Präsentation der Studierenden. In der zweiten Runde stellte jedes Team die größte Hürde seines Szenarios sinnbildlich dar: Konkurrenz durch das eigentliche Veranstaltungsangebot, zu „anstrengende“ Themen, Kommunikationsbarrieren – oder am Stadion schlicht Wetter, Alkoholpegel und unpassende Themen. In der dritten Runde wechselte je eine Person die Gruppe, und die neuen Konstellationen bauten Lösungen: interaktive Räume zum Mitmachen, Abbau von Barrieren durch verständliche Sprache, Gamification und Spaß statt Verkaufsatmosphäre, Give-aways, passende Themenwahl, Vorankündigungen – und vor dem Stadion lieber Trikot statt Hemd.
In der Abschlussrunde benannten alle Teilnehmer:innen, was sie nachdenklich gemacht, überrascht oder als „merk“-würdig geblieben ist. Zwei Erkenntnisse ziehen sich durch alle Szenarien: Das Format muss zum Ort passen, nicht umgekehrt. Und der erste Eindruck entscheidet – wer den Truck als Werbestand wahrnimmt, kommt nicht ins Gespräch.
Die Ergebnisse fließen nun direkt in die Projektarbeit ein: in die technische Spezifikation des „Science Truck“ (AP 02) und in die Entwicklung der Dialogformate (AP 01). Die LEGO-Modelle sind im Projektraum J245 zu besichtigen.