Zum Einstieg in ihre neue Rolle als Professorin an der HSNR, stellt sie sich einem kurzen 3-Fragen-Interview:
1. Welche 5 Dinge sollten andere über Sie wissen?
Meinen Bachelor habe ich an der Hochschule Bochum und der Staffordshire University (UK) für angewandte Wissenschaften (HAW) gemacht. Für den Master und die Promotion wechselte ich an die Universität Münster. Die Lehre an einer HAW kenne ich deshalb aus zwei Perspektiven: als ehemalige Studentin und heute als Professorin.
Diese Erfahrung prägt auch meine Lehre. Praxisnähe war mir schon immer wichtig, denn ich bin überzeugt, dass man Dinge selbst machen muss, um sie wirklich zu verstehen. Deshalb lasse ich meine Studierenden lieber reale Fälle bearbeiten, als ihnen Lösungen theoretisch vorzustellen. Das gilt für mich übrigens nicht nur im Hörsaal, sondern ist auch eine persönliche Grundhaltung.
Dass ich mich gerne Herausforderungen stelle, zeigt sich auch in meinem Hobby: ich boxe. Vielleicht passt das ganz gut zu mir, denn irgendwie habe ich mich schon immer durchs Leben geboxt.
Und dann gibt es gelegentlich noch eine ganz besondere Besucherin meiner Vorlesungen: meine siebenjährige Tochter kommt manchmal gerne mit. Das ist für die Lehre oft praktisch. Zum Beispiel dann, wenn es um Fragestellungen im Marketing geht, die sich gezielt an Kinder richten. Beim Thema Konsumentenmarketing wurde sie kurzerhand selbst zum Role Model: am Beispiel von PAW Patrol.
2. Was begeistert Sie an Ihrem Fach?
Ich komme aus dem Marketing, insbesondere aus dem digitalen Vertrieb. Besonders spannend finde ich das Industriegütermarketing. Hier sind Kaufentscheidungen häufig komplex: es sind mehrere Personen oder ganze Teams beteiligt, unterschiedliche Interessen müssen berücksichtigt werden und auch Künstliche Intelligenz spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Wie herausfordernd das sein kann, zeigt ein Beispiel aus der Energiewirtschaft: Wenn Bürgerinnen und Bürger eine defekte Straßenlaterne melden können sollen – an wen richtet sich dann das Angebot? An die Stadtwerke? An die Kommune? Wer entscheidet über die Anschaffung, wer nutzt das Produkt und wer muss überzeugt werden?
Genau solche Fragen machen für mich den Reiz des Industriegütermarketings aus. Es geht nicht nur darum, ein gutes Produkt zu haben, sondern auch darum, die richtigen Ansprechpersonen zu finden und die oft vielschichtigen Entscheidungsprozesse zu verstehen.
3. Worauf freuen Sie sich beim Einstieg in die Lehre an der HSNR am meisten?
Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen in der Lehre und aus der energiewirtschaftlichen Praxis und dem Arbeiten im Management an die Studierenden weiterzugeben – und gleichzeitig selbst von ihnen zu lernen. Gerade beim Thema Künstliche Intelligenz bringen viele Studierende bereits viel Wissen und Erfahrung mit. Diesen Austausch finde ich besonders spannend.
Auch die Verbindung von Technik und Marketing reizt mich sehr. An der HSNR gibt es verschiedene technische Fachbereiche, die spannende Anknüpfungspunkte für gemeinsame Lehre und Forschung bieten. Ich kann mir gut vorstellen, dass daraus interessante fachübergreifende Projekte entstehen.
Und last but not least freue ich mich, ganz ehrlich, auch auf die Mensa. Wenn man zwischendurch schnell und unkompliziert etwas essen gehen kann, ist das einfach praktisch!
Autor:in
Dr. Sandra Scheele koordiniert das Neuberufenenprogramm der Hochschule Niederrhein und verantwortet die Frühjahrs- und Herbstangebote im Qualifizierungsprogramm „Lehren & Lernen an der Hochschule Niederrhein“ (Le/Ni).
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