Wie verändert generative KI Studium und Lehre? Die Fachbereichsbesprechung Wirtschaftswissenschaften erprobte dazu erstmals ein partizipatives Format mit World Café, thematischen Diskussionstischen und gemeinsamer Entwicklung konkreter Ansatzpunkte für den Fachbereich. Generative KI verändert Studium, Lehre und Prüfungen bereits heute spürbar. Gleichzeitig stehen viele Lehrende vor ähnlichen Fragen: Welche Kompetenzen brauchen Studierende künftig? Wie verändern sich Prüfungen? Welche generativen KI-Systeme schaffen tatsächlich Mehrwert? Und wie können Lehrende dabei unterstützt werden? Um diese Fragen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern gemeinsam konkrete Ansatzpunkte für den Fachbereich zu entwickeln, wurde die Fachbereichsbesprechung am 14. April 2026 erstmals in einem neuen partizipativen Format gestaltet. Grundlage bildete ein kurzer inhaltlicher Impuls von Lea-Sophie Natter aus dem Projekt „KI in Lehre, Lernen und Prüfen“ / Team digitaLe zum aktuellen Stand des „Positionspapiers zum Einsatz generativer KI in Studium und Lehre der HSNR“. Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden im World-Café-Format gemeinsam an unterschiedlichen Fragestellungen weiter.
Beteiligung und Austausch im Mittelpunkt
Ziel des neuen Formats war es, die Fachbereichsbesprechung stärker als Raum für Beteiligung, Austausch und gemeinsame Entwicklung zu nutzen. Statt langer Präsentationen standen konkrete Leitfragen, Diskussionen und Perspektiven aus der Lehrpraxis im Vordergrund.
Die Gesamtmoderation des World Cafés übernahmen Saraa Feiter und Sabine Hoffmann. Ziel war es, einen offenen Rahmen für Austausch, Reflexion und gemeinsame Weiterentwicklung zu schaffen.
Im Zentrum des World-Café-Formats standen drei thematische Diskussionstische:
- Curricula & Didaktik weiterentwickeln
- Wirkung & Einsatz generativer KI
- Zusammenarbeit & Unterstützung im Umgang mit generativer KI
Die Diskussionstische wurden von Prof. Dr. Christina Rosenthal, Prof. Dr. Jens Kaufmann sowie Prof. Dr. Martin Wenke als Gastgeber:innen begleitet. Die Teilnehmenden konnten zwischen den Tischen wechseln oder vertieft an einem Thema weiterarbeiten. Zentrale Erkenntnisse, konkrete Ideen und offene Fragen wurden direkt an den Tischen dokumentiert.
Gemeinsame Diskussionen zu Lehre, Prüfungen und KI-Kompetenzen
In den Diskussionen zeigte sich schnell, dass generative KI längst Teil des Studienalltags geworden ist. Besonders intensiv wurde darüber gesprochen, welche Kompetenzen Studierende künftig benötigen. enannt wurden unter anderem kritisches Denken, Prompting, ethische Reflexion sowie die Fähigkeit, KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass Fachkompetenz weiterhin die zentrale Grundlage bleibt.
Auch Fragen rund um Prüfungen und Bewertung spielten eine zentrale Rolle. Diskutiert wurde beispielsweise, wie individuelle Leistungen künftig sichtbar gemacht werden können und welche Prüfungsformate stärker Verständnis, Reflexion und Prozesssichtbarkeit fördern. Darüber hinaus wurden konkrete Unterstützungsbedarfe formuliert: Austauschformate für Lehrende, Leitlinien zur KI-Nutzung, Beispiele guter Praxis sowie Weiterbildungsangebote wurden als wichtige nächste Schritte benannt.
Das Format als Ausgangspunkt für weitere Zusammenarbeit
Das neue Format machte sichtbar, wie viel Wissen, Erfahrung und Entwicklungsbereitschaft bereits im Fachbereich vorhanden sind. Gleichzeitig entstand Raum für offene Fragen, unterschiedliche Perspektiven und gemeinsame Reflexion.
Besonders wertvoll war dabei die Verbindung aus kurzem fachlichen Impuls und anschließendem kollegialem Austausch. Dadurch konnten strategische Entwicklungen der Hochschule direkt mit Erfahrungen aus der Lehrpraxis verknüpft werden.
Die Ergebnisse der Diskussionstische bilden nun eine Grundlage für die weitere Arbeit im Fachbereich. Geplant ist, einzelne Themen im Laufe des Semesters weiterzuführen und konkrete Maßnahmen schrittweise zu entwickeln.
Fazit
Die Fachbereichsbesprechung zeigte, dass generative KI nicht nur neue Anforderungen an Studium und Lehre stellt, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit notwendig macht. Das partizipative Format bot dafür einen passenden Rahmen: offen, praxisnah und beteiligungsorientiert.
Gerade bei komplexen Zukunftsthemen wie generativer KI kann gemeinsamer Austausch helfen, Unsicherheiten sichtbar zu machen, Perspektiven zu bündeln und konkrete nächste Schritte gemeinsam zu entwickeln.
Falls Sie Fragen haben, dann nehmen Sie gerne Kontakt zur Autorin auf.
Autorin:
Sabine Hoffmann ist Mediendidaktikerin im Team digitaLe. Sie begleitet Lehrende bei der Entwicklung digitaler Lehr- und Lernformate, gibt Workshops und moderiert Austausch- und Weiterbildungsformate rund um das Thema Mediendidaktik. Darüber hinaus berät sie Lehrende zu Open Educational Resources (OER).
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