Gleichstellung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften
Hochschule Niederrhein
Gerade im Bereich der Wirtschaftswissenschaften ist Sexismus ein relevantes Thema. Wirtschaftliche Organisationen sind häufig von hierarchischen Strukturen, Leistungsdruck und traditionellen Rollenbildern geprägt. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert und sehen sich nicht selten subtilen Abwertungen ausgesetzt. Sprache spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie beeinflusst, wie Kompetenz wahrgenommen wird, wer sich gehört fühlt und wer sich im beruflichen Umfeld entfalten kann.
Als Hochschule Niederrhein – und insbesondere als Fachbereich Wirtschaftswissenschaften – verstehen wir Gleichstellung als festen Bestandteil akademischer Bildung und beruflicher Vorbereitung. Studierende erwerben hier nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch soziale Verantwortung. Ein respektvoller Umgang, frei von Diskriminierung und abwertenden Zuschreibungen, ist eine wesentliche Grundlage für zukunftsfähige Arbeitswelten.
Was Betroffene tun können
Oftmals fühlen sich Menschen von vermeintlich belanglosen Sprüchen angegriffen, trauen sich aber nicht, etwas zu sagen. Angst vor Abwertung, Konflikten oder dem Stempel „zu empfindlich“ hält viele davon ab, Grenzen zu setzen. Doch es gibt Wege, auf subtile Weise deutlich zu machen, dass bestimmte Aussagen unangemessen sind:
- Direkt, aber sachlich reagieren: Ein kurzes „Dieser Satz trifft mich persönlich und ist unangemessen“ oder „Das empfinde ich anders“ signalisiert Grenzen, ohne aggressiv zu wirken.
- Nachfragen: Mit einer offenen Frage wie „Was genau meinst du damit?“ lässt sich oft bewusst machen, wie die Aussage wirkt.
- Verbündete suchen: Kollegen und Kolleginnen, Vorgesetzte oder Gleichstellungsbeauftragte können unterstützen und entlasten.
- Reflexion und Dokumentation: Notizen über wiederkehrende Kommentare helfen, Muster zu erkennen und bei Bedarf systematisch anzusprechen.
- Selbstfürsorge: Es ist legitim, die eigene emotionale Belastung ernst zu nehmen und sich Pausen oder Abstand zu nehmen.
Grenzen zu setzen bedeutet nicht, ein großes Aufheben zu machen, sondern ist ein wichtiger Schritt für ein respektvolles Miteinander. Jede:r hat das Recht, herabsetzende Bemerkungen oder Belästigungen nicht hinzunehmen – auch wenn es sich nur um einen scheinbar harmlosen Spruch handelt.
Unser Ziel
Mit dieser Kampagne wollen wir:
- für Alltagssexismus sensibilisieren,
- zum Nachdenken über eigene Aussagen und Reaktionen anregen,
- Betroffenen zeigen: Ihr Empfinden ist berechtigt,
- und einen offenen Dialog über Gleichstellung, Respekt und Sprache fördern.
Die Sprüche auf unseren Kaffeebechern sollen irritieren, innehalten lassen und Gespräche anstoßen. Denn oft beginnt Veränderung mit der Erkenntnis, dass das, was „doch nur ein Satz“ ist, eine größere Wirkung hat, als wir denken.
Hinter diesem Beitrag stehen: die Gleichstellung des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften sowie Prof. Dr. Regina Hahn, Dr. Frederike Hautmann und
Sabine Molls


















