Der diesjährige Fachtag zu Diversität und Diskriminierungskritik an Hochschulen hat eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, vielstimmig und engagiert die Hochschule Niederrhein aufgestellt ist, wenn es um den Schutz vor Benachteiligung und die Stärkung demokratischer Räume geht.
Bereits im World Café der Antidiskriminierungsstelle wurde spürbar, wie groß das Bedürfnis nach Austausch und Veränderung ist. Unter der Leitung von Julide Yalçın brachten Interessierte, Studierende und Mitarbeitende Erfahrungen, Fragen und Wünsche ein, immer klar verbunden mit dem Anliegen, Diskriminierung an der Hochschule sichtbar zu machen und nicht allein zu lassen. Die Gespräche machten deutlich: Intersektionalität ist kein abstrakter Begriff, sondern Alltagserfahrung, die ernst genommen und strukturell bearbeitet werden muss.
Im Anschluss daran folgte eine Vorlesung von Prof. Dr. Waltraud Meints-Stender zum Thema „Demokratie und Heterogenität“. Sie rückte die Rolle von Hochschulen als demokratische Bildungsorte in den Mittelpunkt und beleuchtete die Bedeutung heterogener Lern- und Lebenswelten.
Mit der offiziellen Eröffnung gewann der Fachtag zusätzlich an Kraft. Die Dekanin Prof. Dr. Anne-Friederike Hübener benannte klar, wie wichtig diskriminierungskritische Haltung im Fachbereich ist und dass es dafür sowohl Haltung als auch handfestes Handeln braucht.
Ein zentrales Highlight war der Impulsvortrag von Prof. Dr. Donja Amirpur: „Hochschule unter Druck von Rechts: Die Normalisierung rechter Positionen in der Wissenschaft“. Amirpur zeigte eindrücklich, wie antidemokratische Bewegungen Diskurse und Forschungsräume beeinflussen und welche Gegenstrategien Hochschulen entwickeln können.
Abgerundet wurde das Eröffnungsprogramm durch die musikalische Begleitung durch Damla und Musab Bilgiç, welche einen eindrucksvollen kulturellen Rahmen schufen. Ein eindrücklicher Spoken-Word-Beitrag von Jouhaina Lahchaichi zum Abschluss machte sichtbar, wie sehr Diskriminierungserfahrungen, Kunst und gesellschaftspolitischer Diskurs ineinandergreifen können. Die Moderation lag bei Vesa Koca.
Der Nachmittag bot breite Möglichkeiten zur Vertiefung. Werkstätten, Filme, Diskussionen und Theater setzten bei ganz unterschiedlichen Zugängen an: vom AGG über antirassistische Praxis bis zur postmigrantischen Erzählkultur. Besonders wertvoll war, dass viele Angebote partizipativ angelegt waren. Interessierte wurden nicht nur eingeladen, sondern aktiv einbezogen.
Am Ende des Tages stand für viele Teilnehmende ein ähnliches Fazit: Diskriminierungskritik an Hochschulen braucht Räume des Zuhörens, kontinuierliche Reflexion und die Bereitschaft, Machtverhältnisse zu hinterfragen. Gleichzeitig ist Veränderung bereits im Gange: getragen von Menschen, die mutig Impulse setzen, Verantwortung übernehmen und solidarisch handeln.
Der Fachtag hat damit nicht nur Wissen vermittelt, sondern Motivation gestiftet: für konkrete Schritte, Vernetzung und eine Hochschule, die Vielfalt nicht verwaltet, sondern aktiv stärkt.
Mehr Informationen zu vergangenen Fachtagen und deren Programmpunkten finden Sie hier: https://www.hs-niederrhein.de/sozialwesen/fachtag-zur-diversitaet-und-diskriminierungskritik/


















