Mein Auslandssemester
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Vanessa - FB 05 - Budapest/Ungarn (WS 21-22)

Trotz Pandemie ins Ausland - Vanessa berichtet vom Aufenthalt in Ungarn.

ERASMUS Erfahrungsbericht – MATE University, Budapest:


Da ich nicht die Möglichkeit hatte, ein Wohnheimzimmer zu beziehen, kümmerte ich mich bereits im Vorfeld um die Suche nach einem WG-Zimmer. Hierfür haben sich besonders Facebook-Gruppen als sehr hilfreich erwiesen (Facebook ist in Budapest auch bei diversen Party- und Eventangeboten sehr viel stärker genutzt als hier in Deutschland). In den meisten Facebook-Gruppen kann man sich auf Englisch problemlos verständigen. So konnte ich mir nach einigen Nachrichten bereits ein freies WG-Zimmer in einer 5-er WG aussuchen und bekam auch kurz danach den Mietvertrag (ungarisch / englisch) zugeschickt.


Leicht verunsichert durch die Corona Pandemie aber auch voller Vorfreude kam ich Anfang September dann endlich nach Budapest. Besonders vom Flughafen Köln Bonn oder Dortmund ist die ungarische Hauptstadt sehr gut und kostengünstig zu erreichen. In Ungarn durfte ich schnell feststellen, dass es eine sehr große und aktive Erasmus-Community gibt, sodass ich schon in den Tagen vor dem Unibeginn andere Studierende kennenlernen konnte, mit denen ich gemeinsam die wunderschöne Stadt an der Donau erkundete. Eine Organisation namens „Erasmus Life Budapest“ sorgt durch ihre Veranstaltungsplanung dafür, dass sich die Neuankömmlinge gleich besser in der Stadt zurechtfinden und untereinander vernetzen können. Bei Facebook und Instagram gibt es zum Beispiel eine gleichnamige Seite, auf der Events / Eventkalender gepostet werden. Das Angebot ist sehr vielfältig. Es gibt viele Party / Pub Crawl / Bar oder Tasting Events, aber auch begleitete Stadtführungen, Besuche von Museen oder Sehenswürdigkeiten und Ausflüge in umliegende Städte oder Länder, sodass man sagen kann, dass wirklich für jeden Geschmack etwas dabei ist.


Nach der ersten Woche, in der ich bereits viele schöne Dinge in Budapest erleben durfte, ging es dann in der MATE-Uni los. Ursprünglich angedacht war eine ganze Woche zur Orientierung und Begrüßung der Studierenden, die für ein Auslandssemester in Ungarn bleiben. Leider wurde das Programm – wegen der Corona Pandemie – kurzfristig auf einen einzigen Vormittag verkürzt. Viele Dinge (z.B. das System für Kursbelegung und Prüfungsanmeldung) wurden uns, obwohl sie ursprünglich geplant waren, nicht gezeigt und vorgestellt und insgesamt ließ die Organisation zu wünschen übrig. Zwischendurch kam es noch zu Komplikationen, weil die Uni plötzlich nicht mehr garantieren konnte, dass die im Learning Agreement der Studierenden gewählten Module angeboten werden können. Nach einigen Tagen waren diese organisatorischen und auch technischen Schwierigkeiten behoben (also nicht gleich in Panik verfallen, wenn die Organisation anfangs Probleme bereitet) und alle Erasmus Student:innen (man kommt tatsächlich mit allen in Kontakt, da es durch die Größe der Fakultät eine überschaubare Truppe ist) haben bezüglich der Kurswahl eine Lösung gefunden, die für sie so passt. Ich selbst habe die Kurse: Dairy Technology, Sensory Analysis, Physical Properties of Food, Nutritional Biochemistry of Vitamins and Secondary Metabolites, Environment Water and Energy Management und Technology and Product Innovation belegt und kann vor allem die ersten beiden sehr empfehlen, da diese sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr ansprechend waren. Insgesamt war ich ziemlich zufrieden mit meiner Kurswahl, wobei ich es schade fand, dass – obwohl es genügend Interessenten gab – kein (Basis) Ungarisch-Kurs angeboten wurde. Vielleicht kann man aber auch sagen Glück im Unglück, denn die ungarische Sprache ist wirklich nicht ganz einfach. Außerdem kommt man gerade in der Hauptstadt meistens gut mit Englisch durch und die ein oder andere Vokabel (z.B. Szia = Hallo, Köszönöm = Danke oder Egészségére = Prost) nimmt man auch ohne Sprachkurs am Ende des Semesters ganz sicher wieder mit nach Hause.


Im ersten Teil des Semesters waren coronabedingt leider alle Lehrveranstaltungen online. Die gehaltenen Präsentationen wurden anschließend im E-Learning System hochgeladen und es bestand (außer bei einigen Präsentationen oder Laborveranstaltungen, die in der Uni abgehalten wurden) keine Anwesenheitspflicht. Nach und nach wurden einige
Veranstaltungen auch wieder in Präsenz angeboten, wodurch man sich zwischen den Vorlesungen auf dem sehr grünen Campusgelände mit anderen Studierenden die Zeit vertreiben konnte. Der Arbeitsaufwand variierte stark je nach Modul und teilweise war die Vergabe von Credit Points für mich etwas unverständlich, da manche Fächer mit weniger CP mehr Arbeitsaufwand (z.B. in Form von Präsentationen oder Reports zusätzlich zur Klausur) erforderten. Präsentationen und kleine Gruppenarbeiten scheinen an der MATE University sehr beliebt zu sein, und das unabhängig vom Kurs oder Prüfer. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass die Prüfungsleistungen gut „machbar“ sind und dass man neben der Uni noch ausreichend Zeit hat, um Budapest sowie das In- oder auch näher gelegene Ausland zu erkunden und regelmäßig auszugehen.
In der Woche oder an Wochenenden habe ich mich meist in Budapest oder der näheren Umgebung aufgehalten. Wie eingangs bereits gesagt, ist Budapest eine wirklich sehr schöne und vielfältige Stadt. Ein Spaziergang an der Donau, durch die Shopping Street oder auf der bergigen Buda-Seite der Stadt (die Donau unterteilt die „Buda-Seite“ von der „Pest-Seite“) ist zu jeder Jahreszeit eine gute Idee. Es gibt wahnsinnig viel zu sehen und zu erleben, selbst nach einigen Monaten in der Stadt. Hier zusammengefasst möchte ich einige meiner (zugegebenermaßen ziemlich touristischen) Highlights teilen: das Parlament (auch von innen), die Fischerbastei, die Zitadelle & der Gellert-Hill, der Heros Square & City Park, die Margareteninsel, … Meiner Erfahrung nach sind alle Erasmus Studierenden meistens motiviert irgendwas zu erkunden oder eine Ausstellung, ein Thermalbad, Museum, eine Party oder sonstiges zu besuchen. Zugegebenermaßen bleibt man dadurch oft ziemlich in einer Erasmus „Bubble“, was ich persönlich aber nicht so schlimm fand, da innerhalb dieser „Bubble“ seeehr viele Nationen vertreten sind, sodass man Einblicke in viele Kulturen erhalten hat. Wer wirklich sehr viel wert darauf legt, eng mit Ungarn in Kontakt zu kommen, kann z.B. direkt bei der WG-Suche nach ungarischen Mitbewohnern schauen oder auch öfter mal in typisch ungarische Bars außerhalb der Touristengebiete gehen (das lohnt sich definitiv und die Preise sind dort auch wesentlich niedriger, wobei Budapest generell vergleichbar teuer oder sogar kostengünstiger ist als Mönchengladbach und Umgebung).


Neben Budapest bietet Ungarn noch weitere charmante Städte wie Szentendre, Esztergom oder Pécs. Wer mehr Lust auf Natur hat, kann bei einem Besuch der Puszta, des Balaton oder eines Nationalparks auf seine Kosten kommen. Die Länge des Semesters ermöglicht darüber hinaus, Ausflüge ins Ausland. Mein persönliches „Reise“-Highlight erlebte ich während meiner einwöchigen Herbstferien. Für eine günstige Reiseplanungen sind Flixbusse und Hostels empfehlenswert. Innerhalb von sieben Tagen ging es für mich somit erschwinglich von Budapest nach Zagreb, zu dem kroatischen Nationalpark „Plitvicer Seen“, nach Split an der kroatischen Küste und dann weiter in die Hauptstädte Sarajevo und Belgrad, von wo ich wieder nach Budapest reiste. Hostels haben sich nicht nur als preiswerteste Alternative für einen Schlafplatz erwiesen, sondern auch als unterhaltsamste, da man sich meist im Gemeinschaftsraum zum Essen, Karten spielen oder auf ein paar Bier traf.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich eine sehr gute Zeit in Budapest (und Umgebung) hatte. Ich, die selbst vor ihrem Auslandssemester nie in Budapest war, kann diese Stadt nur wärmstens für einen Auslandsaufenthalt empfehlen. Ich habe in diesen fünf Monaten eine Menge studienbezogenes, aber vor allem über verschiedene Kulturen und über mich selbst gelernt, habe sehr viele Dinge erlebt oder zum ersten Mal ausprobiert und fühle mich bereichert von dieser intensiven Zeit!


Übrigens: Da man im Auslandssemester recht viel Freizeit hat, bietet es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall an ein neues Hobby anzufangen oder etwas auszuprobieren, das man immer schonmal machen wollte! Ich selbst habe in Ungarn mit dem Tanzen angefangen, wodurch ich außerhalb der Erasmus Community easy neue Kontakte knüpfen konnte und zudem ein neues Hobby für mich entdeckt habe.