Mein Auslandssemester
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Yannik - FB 08 - San Diego/USA (SS 22)

Yannik berichtet von seinem Aufenthalt an der Westküste der USA

Erfahrungsbericht vom Auslandssemester an der San Diego State University

Zeitraum: Januar 2022 – Mai 2022

Nach der Corona-Pandemie und etlichen Onlinesemestern habe ich mich dazu entschieden, mein Studiengang zu wechseln und das 6. Semester meines Studiums im Ausland zu verbringen, da ich dort die Möglichkeit hatte in Präsenz unterrichtet zu werden und Auslandserfahrung zu sammeln.

Vorbereitung:

Aufmerksam über das Angebot zum Studieren im Ausland wurde ich durch ein Seminar einer Studienberatung, welche mit 4 amerikanischen Universitäten zusammenarbeitet. Das Seminar bot außerdem Aufschluss über Möglichkeiten, wie ich meinen Auslandsaufenthalt finanzieren kann. Zur Auswahl standen Universitäten in Hawaii, San Francisco, Los Angeles und San Diego. Aus persönlichen Präferenzen habe ich mich dann für San Diego entschieden. Nach der meiner Bewerbung an der San Diego State University und der Zusage der Universität habe ich mich ran gemacht meine F1 Visum mit allem, was dazugehört zu beantragen. Um das Visum dann zu bekommen, musste ich meinen Reisepass an die US-Botschaft in Berlin schicken, welche das Visum in meinen Reisepass geklebt hat und mir den Pass dann zurückgeschickt hat. Zeitgleich habe ich meinen BAföG-Antrag gestellt und PROMOS beantragt, um mir die Reise halbwegs finanzieren zu können. Nachdem ich das Visum in meinen Händen gehalten habe, habe ich mich um meinen Hin- und Rückflug gekümmert. Dazu muss man sagen, dass die Entscheidung ins Ausland zu gehen, relativ spontan gefallen ist und ich nur 3 Monate Vorbereitungszeit hatte, um alle Vorbereitungen abzuschließen. Bevor es dann losging, musste ich mir noch Gedanken darüber machen, welche Module ich gerne in Amerika besuchen möchten. Diese musste ich dann im sogenannten „Learning Agreement“ mit der Hochschule Niederrhein abstimmen. Des Weiteren musste ich meinen Studiengang von „Wirtschaftswissenschaften“ zu „Wirtschaftswissenschaften mit Auslandssemester“ wechseln. Anfang Januar ging es dann ab in den Flieger und Richtung Amerika.

-Englisch Qualifikationen noch erwähnen

Studieren vor Ort:

In Amerika angekommen hatten wir zuerst eine Einführungswoche für die internationalen Studierenden, in der uns der Campus und alles andere Notwendige gezeigt wurden. Außerdem konnten wir uns bei einer kostenlosen City-Tour anmelden, beider uns San Diego gezeigt wurden. Unsere Module konnten wir leider erst nach Anreise wählen. Da die Amerikaner ihre Module schon im November wählen konnten, waren die Plätze in den Vorlesungen, die morgens stattfinden schon vergeben, weshalb meine Vorlesungen erst nachmittags oder abends angefangen haben und teilweise bis 21:45 Uhr gingen. Teilweise habe ich Module gar nicht belegen können, da alle vorhandenen Vorlesungen schon komplett ausgebucht waren.

Der Campus an sich ist riesig und wirkt wie eine Kleinstadt. Der Campus besitzt ein eigenes Basketballstadion, wo über 12.000 Besucher Platz haben, ein riesiges Fitnessstudio und eine eigene Schwimmbadanlage. Die Mitgliedschaft für das Fitnessstudio und für das Schwimmbad sind in den Studiengebühren enthalten und somit für Studierende kostenlos. Zudem können sich Studierende die Basketballspiele kostenlos anschauen (sollte man auf jeden Fall mal gemacht haben selbst wenn man kein Basketball-Fan ist). Des Weiteren besitzt der Capus eine eigene Essensmeile (Subway, Starbucks, Chipotle, Panda Express und Co.), einen eigenen Supermarkt, Bookstore, Bowlinganlage, riesige Bibliothek, etliche Räume, in denen man in Ruhe studieren kann und vieles mehr.

Die ersten Wochen vom Semester waren etwas stressig, da sich meine Semester in Deutschland und in Amerika im Januar überschnitten haben. Da das Semester in Deutschland online stattgefunden hat, konnte ich unabhängig vom Ort das Semester weiterführen. Dennoch musste ich teilweise mitten in der Nacht aufstehen, um Präsentationen zu halten oder Klausuren zu schreiben. Als das Semester in Deutschland vorbei war, konnte ich mich zu 100% auf das Semester in Amerika konzentrieren. Ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt, Unterricht auf Englisch zu haben und generell alles auf Englisch zu kommunizieren. Das Notensystem ist anders als in Deutschland. Es gab jede Woche Hausaufgaben auf, die benotet wurden, es gab jede Woche verschiedenen Tests, die absolviert werden mussten, um Punkte zu sammeln. Somit musste man immer am Ball bleiben, um Punkte für die Endnote zu sammeln und am Ende gab es dann noch eine Präsentation oder eine Klausur (manchmal auch 2). Außerdem wurde auch viel Wert auf Teamarbeit gelegt. In einem Modul bestand die Gesamtnote aus 3 Klausuren, die über das Semester verteilt geschrieben wurden.

Kosten und Wohnsituation:

Studieren und leben in Amerika, besonders in Kalifornien, ist sehr teurer. Die Studiengebühren haben 7.000 $ betragen. Zum Glück hat BAföG davon 4.600 € übernommen. Es besteht die Möglichkeit in Studentenunterkünften in der Nähe der Universität unterzukommen, jedoch sollte man mindesten 6 Monate, wenn nicht sogar ein Jahr im Voraus versuchen ein Zimmer zu bekommen. Da ich nur 3 Monate Vorlaufszeit hatte, waren alle Unterkünfte in der Umgebung schon komplett ausgebucht. Ich habe über eine Facebookgruppe der San Diego State dann ein Zimmer in einem Haus in der Nähe der Universität gefunden, für welches ich 850 $ im Monat gezahlt habe. Ich habe mit 3 anderen deutschen in dem Haus zusammengewohnt. Mein Zimmer habe ich mir mit einem anderen geteilt der auch 850 $ im Monat gezahlt hat. Die anderen beiden, die jeweils ein eigenes Zimmer hatten, haben jeweils 1.250 $ gezahlt. In Studentenunterkünften muss man auch mindestens mit 1.000 $ im Monat rechnen. Um mobil zu sein haben wir uns zu viert ein Auto gemietet welches auch nochmal 600 $ im Monat gekostet hat. An sich ist es sehr teuer in San Diego zu leben, Lebensmittel im Supermarkt sind auch teurer als in Deutschland.

Direkt am zweiten Tag nach Ankunft haben meine Mitbewohner und ich Kontakt zu unseren amerikanischen Nachbarn aufgenommen, welche auch an der San Diego State University studieren und im Laufe der 6 Monate zu echt guten Freunden geworden sind. Wir haben in der „College Area“ gewohnt und der Campus war 15 Minuten zu Fuß entfernt. Unsere Nachbarschaft bestand nur aus Studentenhäusern, was bedeutet, dass jedes Wochenende etliche Hauspartys stattgefunden haben, bei denen man neue Kontakte knüpfen konnten. Als internationaler Student war man immer sehr willkommen bei den Amerikanern.  

Freizeit:

Meine Freizeit bestand in der Regel aus: trainieren, Freunde treffen, lernen, reisen und Party machen. Ich bin regelmäßig ins universitätseigene Fitnessstudio gegangen. Meistens bevor ich Vorlesungen hatte, da meine Vorlesungen nachmittags/abends stattgefunden haben. Wenn nach den Vorlesungen noch Zeit war und ich nicht mit Hausaufgaben oder Projekten beschäftigt war, habe ich mich noch mit meinen amerikanischen Freunden getroffen. Am Wochenende sind wir oft zum Strand gegangen oder haben einen Roadtrip unternommen nach z. B. Los Angeles, San Francisco oder Las Vegas. Ansonsten gab es auch jedes Wochenende etliche Studentenpartys. San Diego bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und Möglichkeiten, die Kultur besser kennenzulernen. Neben den vielen schönen Stränden gibt es in San Diego auch sehr viel Wanderwege durch schöne Landschaften.

Mach dem das Semester vorbei war, bin ich noch mit einem Freund 3 Wochen durch halb Amerika gereist und hab faszinierende Orte gesehen.

 

Meine Tipps fürs Auslandssemester:

Wichtig ist, zu versuchen Kontakt mit Amerikanern aufzunehmen und sich anzufreunden, denn so ist man gezwungen, Englisch zu sprechen und durchs Sprechen lernt man am besten. Selbst wenn es einem am Anfang schwerfällt, gewöhnt man sich sehr schnell dran. Außerdem kennen die Amerikaner ihre Kultur am besten und können einem beim Fragen immer weiterhelfen.

Zudem ist es wichtig sich vorm Auslandssemester eine Kreditkarte zu besorgen, bei der man keine zusätzlichen Kosten für den Umrechnungskurs bezahlt, ansonsten zahlt man bei jeder Transaktion mit der Kreditkarte nochmal extra Gebühren.

Vor Ort würde ich empfehlen, sich online eine elektronische SIM-Karte zu besorgen (E-SIM) anstatt einer normalen, denn so kann man seine deutsche SIM-Karte und die amerikanische gleichzeitig benutzen. In meinem Fall war das ganz gut, da ich oft Bestätigungsnummern auf mein iPhone gesendet bekomme, wenn ich mich irgendwo anmelde. So musste ich nicht ständig die Sim-Karte wechseln. Die meisten modernen Handys sollte E-SIM kompatibel sein.

 

Fazit

Das Semester an der San Diego State University war mit Abstand das beste Semester meiner Studienlaufbahn. Ich habe so viele über die amerikanische Kultur gelernt, neue Freunde gefunden, mit denen ich eine sehr schöne Zeit hatte und generell großartige Menschen getroffen. Nebenbei konnte ich mein Englisch verbessern und viele Erfahrungen sammeln und mich weiterbilden. Ein Auslandssemester kann ich jedem ans Herz legen. Ich werde diese Zeit, die leider viel zu schnell vorbei war, nie vergessen. Sollte ich einen Master machen, werde ich definitiv versuchen nochmal in Ausland zu gehen.