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Hochschule Niederrhein

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.

Hochschule Niederrhein

Die Hochschule Niederrhein ist eine der größten und leistungsfähigsten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Deutschlands. Wir eröffnen Perspektiven: Mit einer zukunftsfähigen akademischen Ausbildung und einer problem- und transferorientierten Forschung schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.

In der deutschen Hochschullandschaft sind wir eine renommierte Bildungs- und Forschungsstätte. Mit zehn Fachbereichen, Standorten in Krefeld und Mönchengladbach und rund 14.500 Studierenden sind wir wichtiger Ansprechpartner für Unternehmen aus der Region, wenn es um das Thema Forschung und Transfer geht.

Unsere rund 80 Bachelor- und Masterstudiengänge decken ein breites Fächerspektrum ab und sind auf den Bedarf der Region zugeschnitten. Am Campus Krefeld Süd sind die Fachbereiche Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Gesundheitswesen angesiedelt. Am Campus Krefeld West sind die Fachbereiche Chemie und Design zu Hause. Und in Mönchengladbach haben neben dem größten Fachbereich der Hochschule, Wirtschaftswissenschaften, die Fachbereiche Oecotrophologie, Sozialwesen sowie Textil- und Bekleidungstechnik ihren Sitz.

Wir stehen für Orientierung und Optimismus

In einer komplexen und sich rasch verändernden Welt braucht es Institutionen, die durch ihre Erfahrung, Stärke und Möglichkeiten Orientierung schaffen können. Dazu gehören auch wir, eine der größten und leistungsfähigsten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Deutschlands. Mit dem Wissen von unserer Region, dem Niederrhein, mit unserer Expertise in Lehre, Forschung und Transfer eröffnen wir Perspektiven für Menschen und Organisationen und liefern unseren Beitrag dafür, dass unsere Gesellschaft gut vorbereitet an zukünftige Herausforderungen herangehen kann.

Wir bilden eine starke Gemeinschaft und vermitteln Zuversicht und Vertrauen in das eigene Können. Mit einer zukunftsfähigen akademischen Ausbildung und einer problem- und transferorientierten Forschung schaffen wir die Grundlage dafür, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.

Wer bei uns studiert, macht seinen Weg.

Wir vermitteln Wissen - Wissen, welches Brücke sein will zwischen akademischer Bildung und Ausbildung.

 Unsere Studierenden gut bilden und ausbilden - das sind die wichtigsten Ziele der Hochschule Niederrhein. Dabei verbinden wir die akademische Bildung einer Hochschule mit der fachlichen Ausbildung hin auf einen künftigen Beruf. Das ist unsere Stärke: Wer uns mit einem Abschluss verlässt, kann schon an seinem ersten Arbeitstag produktive Arbeit leisten. Dafür garantieren wir mit unserer Bachelorausbildung, die sich auf bewährte Strategien unserer Hochschule stützt (z.B. praxiserfahrene Dozentinnen und Dozenten, Praxissemester, Bachelorarbeit im Betrieb).

 

Wir sind eine der größten Fachhochschulen in Deutschland und bieten hinsichtlich Größe und Vielfalt ein außergewöhnliches Studienangebot.

In den Städten Krefeld und Mönchengladbach studieren auf dem Campus Krefeld West, dem Campus Krefeld Süd und dem Campus Mönchengladbach 14.650 Studierende in über 50 Bachelor- und mehr als 20 Masterstudiengängen. Unsere Hochschule umfasst zehn Fachbereiche aus den Ingenieur-, Natur-, Sozial-, Wirtschafts- und Designwissenschaften mit jährlich über 1300 Absolvierenden. Die Vielfalt ebenso wie die Verschiedenartigkeit der Fachbereiche und Studiengänge ist außergewöhnlich und gibt unserer Hochschule ein markantes Gesicht. Dazu gehört auch das umfangreiche und für eine Fachhochschule einmalige Gasthörerprogramm.

 

Wir sind die Pioniere und Wegbereiter des dualen Studierens mit einer über 30-jährigen Tradition.

Seit 1982 wird an der Hochschule Niederrhein die kooperative Ingenieurausbildung angeboten, in der ein Studium an unserer Hochschule und eine Ausbildung in einem Betrieb zu einem gemeinsamen Ausbildungsprogramm kombiniert werden. Diese Form des dualen Studierens wurde bundesweit bekannt als das "Krefelder Modell" und ist vielfach kopiert worden. Die Hochschule Niederrhein hat diese Ausbildungsidee stetig fortentwickelt und auf andere Studiengänge und Fachbereiche übertragen. Sie sieht sich auch heute als Schrittmacher auf dem zukunftsträchtigen Gebiet der berufsbegleitenden und ausbildungsintegrierten Studiengänge. Uns überzeugt an dieser Idee vor allem die Unternehmensbindung und die besondere Motivation, die diese Studierenden mitbringen, und der auf diese Weise institutionalisierte, wechselseitige Informationsfluss zwischen Hochschule und den regionalen Unternehmen.

 

Wir legen großen Wert auf einen persönlichen Umgang mit unseren Studierenden. 

Trotz unserer Größe verlieren wir die einzelne Studentin und den einzelnen Studenten nicht aus dem Blick. Eine persönliche Betreuung und der direkte Kontakt zu den Lehrenden sind uns wichtig. Gerade das Masterstudium ist ein stark personalisiertes Studium, bei dem die Studierenden vor allem Projektmitarbeitende sind. Die Fähigkeit zur Teamarbeit, in der Lehre wie in der Forschung - das ist erklärtes Ausbildungsziel der Hochschule Niederrhein.

 

Wir sind davon überzeugt: Wissen erwirbt man vor allem durch eigenes Erproben. Angewandte Forschung und projektorientiertes Studieren sind Grundlage unserer Wissensvermittlung.

Wir wollen unsere Studierenden möglichst früh mit angewandter Forschung und Entwicklung vertraut machen. Es ist unsere feste Überzeugung, dass heutzutage junge Akademikerinnen und Akademiker nur dann zukunftsfest für einen Beruf ausgebildet sind, wenn sie ihr praktisches Denken vermittels angewandter und praxisnaher Wissenschaft geschult haben. Nur wer in den Laboren und Denkzellen seiner Hochschule kreativ zu forschen gelernt hat, kann auch in seinem Beruf die Dinge selbständig weiterentwickeln. Sich an Neuem versuchen, sich als eigenständiger, kreativer Kopf einmal erproben: Das ist uns wichtig. Das ist eine Ausbildungsidee, die wir mit dem Schlagwort "Ideenschmiede" bezeichnen, weil dieses Wort das Neue, die Idee und das Selbst-Handanlegen zusammenfasst
Unsere Philosophie kommt ganz besonders bei unseren Masterstudiengängen zum Ausdruck. Sie sind: (i) personalisiert, (ii) projektorientiert , (iii) wissenschaftlich, (iv) praxis-nah, (v) und somit eine sinnvolle Ergänzung des Bachelorstudiums und gleichzeitig eine überzeugende Alternative zum Universitäts-Master.

 

Wir haben ein enges kooperatives Verhältnis zur regionalen Wirtschaft und zu den Kommunen und Institutionen in der Region und darüber hinaus.

Die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft, den Unternehmen, den Kommunen, Verbänden, sozialen Einrichtungen und Institutionen ist uns wichtig. Wir wollen in unseren Master- und Bachelorarbeiten Probleme bearbeiten, die sich in der Alltagspraxis eines Unternehmens stellen. Unser Ideal ist es, praxisnah und akademisch solide auszubilden. Letzteres wird durch den akademischen Hintergrund unseres Lehrpersonals sichergestellt, das zweite Ziel, die Praxisnähe, durch die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft garantiert. In unserem hochschulinternen Forschungsbeirat haben Mitglieder der regionalen Forschung und der Wirtschaft einen festen Sitz. Unsere Vorstellung vom projektorientierten Lernen setzt eine funktionierende Interaktion mit unseren Nachbarinnen und Nachbarn in der Wirtschaft und Gesellschaft voraus.

 

Wir haben eine mehr als 150-jährige Tradition.

"Aus Wurzeln wachsen und blühen." Geschichte ist Identifikation, Tradition Teil jeder Marke. Von der 1855 gegründeten Krefelder Sonntagsschule bis zur Hochschule Niederrhein des Jahres 2010 war es ein langer Weg. Vergangene Leistungen sind uns Ansporn für die Zukunft. Mit der Einführung von Bologna ist an deutschen und europäischen Hochschulen eine neue Studienvielfalt entstanden - das Angebot ist für den einzelnen Studierenden oft nicht mehr überschaubar. Eine 155 Jahre währende Tradition zeugt von Erfahrung und vermittelt das Gefühl von Sicherheit und Beständigkeit.

Unsere Tradition ist eine Tradition der Veränderung. Die Hochschule hat immer wieder Impulse aus der Wirtschaft aufgenommen und sich weiterentwickelt. Sie war in den vergangenen 155 Jahren ein Abbild der Wirtschaft am Niederrhein - und ist es bis heute geblieben. Der Gedanke, in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft akademisch auszubilden, ist so alt wie die Vorgängerinstitutionen der HN. Schon Professor Heinrich Lange, Direktor der königlichen Färberei- und Appreturschule Krefeld, hat unsere Leitidee der Kombination von akademischer Bildung und fachlicher Ausbildung in Kooperation mit der Wirtschaft erfunden, also das FH-Prinzip gelebt, bevor es etabliert war.

 

Wir sind die Hochschule am Niederrhein.

Die Region Niederrhein ist uns wichtig. Sie ist Teil unseres Namens und definiert unseren primären Aktionsradius. Das steht nicht im Widerspruch zu unserer Strategie, unsere Studierenden auch ins Ausland zu schicken bzw. überregional/international zu kooperieren. Der Niederrhein war historisch immer schon transkulturell und ein Grenzland unter dem Einfluss sehr verschiedener Nachbarn, er war und ist Region des Grenzüberschreitenden und der Toleranz. Das passt gut zu der Hochschule Niederrhein, der Hochschule in der Region.

Aus der Region gewachsen

Im Jahr 2019 feiern die Fachhochschulen, die neuerdings Hochschulen für Angewandte Wissenschaften heißen, ihren 50. Geburtstag. 1969 wurden in Schleswig-Holstein die ersten Hochschulen neuen Typs begründet. In Nordrhein-Westfalen legte das Fachhochschulgesetz vom 29. Juli 1969 und das Gesetz über die Errichtung von Fachhochschulen vom 8. Juni 1971 den Grundstein zur Gründung der ersten Fachhochschulen. Unter diesen befand sich auch die damalige Fachhochschule Niederrhein, die seit 2001 Hochschule Niederrhein heißt. Am 1. August 2021 begeht die Hochschule Niederrhein ihren 50. Geburtstag.

Dabei reicht die Geschichte der Hochschule Niederrhein viel weiter zurück, nämlich bis ins Jahr 1855. Damals wurde die Crefelder Höhere Webeschule gegründet, aus der später mit der Färberei- und Appreturschule sowie der Textilingenieurschule die beiden Vorgängereinrichtungen der heutigen Fachbereiche Chemie sowie Textil- und Bekleidungstechnik hervorgingen. Wichtige Daten unserer spannenden Geschichte finden Sie im Folgenden.

1855: Höhere Webschule Crefeld

Arbeitssaal Botanik

Basis der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert ist auch am linken Niederrhein die Textiltechnologie. Diese wird anfangs getragen vom Verlegersystem, bei dem von Webern in Heimarbeit hergestellte Textilien von Verlegern vermarktet werden.

Mechanisierung und Automatisierung sorgen in der Mitte des Jahrhunderts für einen radikalen Wandel. Das System der Heimarbeit wird innerhalb weniger Jahre abgelöst und ersetzt durch automatisierte Webstühle in großen Fabrikhallen. Diese Veränderungen machen - trotz des preußischen Samt- und Seidenmonopols für Krefeld - eine erweiterte Qualifizierung der Beschäftigten in der Textilbranche dringend erforderlich, da viele Krefelder Fabrikanten ihren Nachwuchs zum Hauptkonkurrenten nach Lyon zur Ausbildung schicken.

Aus diesem lokalen Bildungsnotstand heraus wird 1855 durch die Initiative der Handelskammer Krefeld die "Höhere Webschule Crefeld" gegründet, die erste höhere Bildungseinrichtung am Niederrhein. Das ist die Geburtsstunde der Hochschule Niederrhein.

1883: Königl.Webe-, Färberei-, Appreturschule

Neubau Webeschule Krefeld

1878 ist es wieder die Krefelder Industrie, die sich um die Zukunftsfähigkeit der "alten" Seidenindustrie sorgt. Es scheint erforderlich, die Möglichkeiten und Chancen der neuen aufstrebenden Farben- und Chemieindustrie zu nutzen.

Die Handelskammer fordert eine grundlegende Reorganisation der "Städtischen Webeschule" nach dem Vorbild renommierter ausländischer Einrichtungen, wie z.B. in Lyon.

Unter großem persönlichen und finanziellen Engagement wohlhabender Seidenfabrikanten, der Krefelder Handelskammer und des preußischen Staates eröffnet 1883 - international beachtet - die "Königliche Webe-, Färberei- und Appreturschule" in einem prachtvollen Gebäude. Alle Zweige der Textiltechnologie und -chemie werden einbezogen, einschließlich der modernen Farben- und Veredlungsverfahren.

Unter dem Farbstoffchemiker Prof. Dr. Heinrich Lange, der die Schulleitung von der BASF kommend übernahm, entwickelt sich die Institution zu einer Bildungseinrichtung mit Weltruhm. So lassen sich in ihren ersten 25 Jahren 80 bereits promovierte Studenten aus aller Welt nachweisen. Sie haben zuvor an anderen Hochschulen bei Größen ihres Faches wie z.B. Justus von Liebig studiert und beginnen jetzt an der "Königliche Webe-, Färberei- und Appreturschule" ein zweites praxisorientiertes Studium.

Diese Vorgängereinrichtung darf 1904 in den "Boom"-Jahren der Farbstoffindustrie auf der Weltausstellung im US-amerikanischen St. Louis für das Deutsche Reich die Ausbildung in diesem Bereich repräsentieren.


Bereits 1895 ist das Gebäude zu klein. Die noch heute existierenden Gebäude auf der Adlerstraße werden die neue Heimat der ausgegliederten Färberei- und Appreturschule.

Die breite fachliche, anwendungsbezogene und praxisnahe Aufstellung begünstigt die Entwicklung weiterer Fachgebiete in der Schule. In enger Wechselwirkung mit der Wirtschaft werden die Faserveredlung, Kunstfasern, Farben und Lacke, sowie Reinigung und Hygiene zu neuen Feldern angewandter Forschung und Lehre.

1901: Preußische Höhere Fachschule

Höhere Webeschule Mönchengladbach

Das Mönchengladbach-Rheydter Industriegebiet entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Wandel von Flachs und Leinen zur Baumwolle zum "Rheinischen Manchester", eines der bedeutendsten Zentren der Faserstoffverarbeitung in Deutschland.

Der preußische Staat gründet den Bedürfnissen der Industrie entsprechend zusätzlich zu den "Webeschulen", die Werkmeister ausbilden, "Höhere Webeschulen" zur Vorbildung von „Fabrikanten und Fabrikdirektoren". Auf Initiative einer eingerichteten Sonder-Kommission aus Handelskammer, Kommunen aus dem Handelsbezirk Mönchengladbach, dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf und dem Handelsministerium in Berlin wird zur Ausbildung von Führungskräften 1901 die "Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie in München-Gladbach" gegründet.

1904: Handwerker- und Kunstgewerbeschule

Kunst und Design Hochschule Krefeld

Textile Flächenkunst und Farbenlehre spielen hier aber auch an einer anderen Vorgängereinrichtung eine wichtige Rolle, der "Crefelder Werkkunstschule".

"Design bedeutet, der Umgebung Gestalt geben", so das Credo der Gründungsbefürworter der am 1. Oktober 1904 gegründeten "Handwerker- und Kunstgewerbeschule", aus der die "Crefelder Werkkunstschule" hervorging.

Sie wurde zu einer bedeutsamen Institution der angewandten Kunst. Malerei, Grafik, Glasmalerei, Textildesign, Keramik oder Architektur waren wichtige Lehrgebiete an dieser Institution.

Heinrich Campendonk, Helmut Macke, Henry van der Velde, Jan Thorn Pricker, August Biebricher, Fritz Winter oder Peter Lindbergh sind nur einige Beispiele berühmter Künstlerpersönlichkeiten, die als Dozenten oder Studenten der Werkkunstschule verbunden waren. Einige haben die Kunstgeschichte nachhaltig beeinflusst.

1932: Höhere Bekleidungsfachschule

Forscher am Niederrhein

Die innige Zusammenarbeit mit der Industrie führt 1932 zur Neugründung und Eingliederung der "Höheren Bekleidungsfachschule" und schließlich 1936 zur "Textilingenieurschule".

Drei höhere staatliche Einrichtungen, der Kern der späteren Hochschule Niederrhein, starten ins 20. Jahrhundert. Sie sind aus der Region gewachsen und strahlen weit über sie hinaus.

1933: Meisterschule des deutschen Handwerks

Zerstörte Webeschule Krefeld

1933 führt die Machtergreifung der Nationalsozialisten zu einer Gleichschaltung aller staatlichen Einrichtungen, insbesondere der Bildungseinrichtungen. Vor allem erfährt die freie Kunst eine beispiellose Knebelung und Diskreditierung. Die "Kunstgewerbeschule" wird umbenannt zur "Meisterschule des deutschen Handwerks". Die Abteilungen Architektur, Bildhauerei und Keramik werden 1934 geschlossen. Fünf von sieben "Künstlerlehrern" werden entlassen, nur noch Handwerksabteilungen bleiben bestehen.

Die "Höhere Fachschule für textile Flächenkunst" hat 1932 das Glück, an die Krefelder Webeschule angegliedert zu werden. Die dort beschäftigten Künstler können ihre abstrakten Ambitionen teils hinter dem Textilen verstecken, teils dafür nutzbar machen.

Die Nationalsozialisten erkennen die Textilproduktion - möglichst ohne Rohstoffe aus dem Ausland - und die zugehörige Forschung und Ausbildung als einen entscheidenden Faktor für Wirtschaft und Rüstung an. Wenige fachliche Einschränkungen und Korrekturen werden vorgenommen. In Mönchengladbach wird die Beschäftigung mit dem als fremdländisch geltenden Rohstoff Baumwolle eingeschränkt. In der Bekleidungstechnik spielen Uniformen eine größere Rolle. In Krefeld wird die Forschung für chemische Fasererzeugung verstärkt. Entlassungen werden vorgenommen, wenn ein Professor nicht "jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eingetreten ist".

Der "Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund" wird gegründet. Deren Mitglieder werden zum SA-Dienst und somit zur Erziehung im militärischen Sinne verpflichtet. Andere studentische Vereinigungen werden verboten.

Am Ende stehen Krieg, Tod und Chaos: im Juni 1943 trifft es zuerst die Höhere Webeschule in Krefeld. Die Ausbildung wird im ebenfalls stark beschädigten Gebäude der "Färberei und Appreturschule" an der Adlerstraße fortgeführt. Einen Tag später trifft es die Kunstgewerbeschule an der Peterstraße in Krefeld. Die Ausbildung wird im Herrenhaus der Burg Linn fortgeführt.

Das Gebäude der Mönchengladbacher Textilingenieurschule und die Einrichtungen werden im Wintersemester 1944/45 fast vollständig zerstört. Die Ausbildung wird Ende 1944 nach Münchberg (Oberfranken) verlegt.

1945: Nachkriegsjahre

Neubau Textilingenieurschule Krefeld

Die Gewaltherrschaft und die Kriegszeit zerstörte vieles, aber nicht alles. Die drei Schulen haben überlebt und sich wieder aufgerappelt. Die traditionsreiche Textilingenieurschule Krefeld erhält 1955 am Frankenring einen modernen preisgekrönten Neubau mit eindrucksvoller Glasfassade. Er stellt ein Frühwerk der Architekten Lohrscheidt und Pfau dar, die u.a. durch das Düsseldorfer Schauspielhaus berühmt wurden.

Die Werkkunstschule wird an der Peterstraße wieder aufgebaut. In Mönchengladbach entstehen an der Webschulstraße aus den Ruinen die Gebäude der Textilingenieurschule.

1958: Staatl. Ing.-schule für Maschinenwesen

Historisches Bild von Forschern der Hochschule Krefeld

Am 1. April 1958 wird die "Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen" gegründet. Die Industrie- und Handelskammer zu Krefeld steuert über eine Sonderbeitragsordnung eine Million Deutsche Mark (DM) zur Finanzierung bei. Die Stadt Krefeld spendiert eine weitere Million DM, das Baugrundstück an der Reinarzstraße, wo der heutige Campus Süd entsteht, sowie das Erweiterungsgelände in der Kleingartenanlage.

Alle Krefelder Metall- und Elektrounternehmen leisten einen Beitrag, aber auch die chemische Industrie und die Post als damaliger Betreiber der Kommunikationsnetze. Die Abteilungen Maschinenbau, Elektrische Nachrichtentechnik und später Verfahrenstechnik und Elektronik werden eingerichtet. Die Hochschulfachbereiche "Maschinenbau und Verfahrenstechnik" sowie "Elektrotechnik und Informatik" entwickeln sich.

1962: Staatliche Höhere Wirtschaftsschule

Die "Staatliche Höhere Wirtschaftsfachschule" wird am 2. Oktober 1962 im Balkonsaal der Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach feierlich eröffnet. Der "Fachbereich Wirtschaftswissenschaften" entsteht. Auf der Gästeliste stehen die Paten dieser Gründung: der aus Mönchengladbach stammende Ministerpräsident Franz Meiers, der Kammerpräsident Prof. Dr.Viktor Achter und der Stadtdirektor Dr. Elbers. Erst 1970 kann man den Neubau an der Webschulstraße beziehen. Der "Campus Mönchengladbach" formt sich langsam.

1971: Fachhochschule Niederrhein

Gründung der Hochschule Niederrhein

Am 1.8.1971 wird die "Fachhochschule Niederrhein" gegründet. Sechs Fachbereiche haben als Fundamente insgesamt 13 "Staatliche höhere Fachschulen", die eine erhebliche Tradition und fachliche Leistung einbringen. Fachliche und räumliche Verknüpfungen gibt es bereits in vielfältiger Form, die neu geordnet und intensiviert werden. Zwei Fachbereiche kommen erst bei der Gründung der Fachhochschule hinzu, der Fachbereich Sozialwesen und der Fachbereich Oecotrophologie. Diese Fächer werden bisher an Fachschulen gelehrt und werden jetzt den gestiegenen Anforderungen in der Gesellschaft angepasst. Lebensmittel und Ernährung sind inzwischen zu wichtigen Wirtschaftszweigen am Niederrhein geworden. Der "Campus Mönchengladbach" wird durch diese beiden Fachbereiche vervollständigt.

Ebenfalls 1971 wird ein Teilbereich der "Staatlichen Ingenieurschule für das Textilwesen in Krefeld" mit der "Staatlichen Ingenieurschule für das Textilwesen in Mönchengladbach" vereint. Es entsteht der Fachbereich "Textil- und Bekleidungstechnik" der Hochschule Niederrhein mit seiner in Europa einmaligen fachlichen Bandbreite von der Faser bis zu fertigen Produkten im Bereich der Bekleidung und der Werkstoffe für technische Textilien.

Das interdisziplinäre Angebot wird erweitert, zunächst um das "Wirtschaftsingenieurwesen" und schließlich - dann schon unter dem Namen Hochschule Niederrhein (seit dem 9.7.2001) - das "Gesundheitswesen". Zum WS 2010/11 stellt die Hochschule Niederrhein ein Bildungs- und Forschungsangebot aus zehn Fachbereichen bereit.

Anwendungsorientierte Hochschulen in Deutschland

Die Hochschule Niederrhein ist Gründungsmitglied des neuen Hochschulverbundes Hochschulallianz für den Mittelstand (HAfM). Die Allianz verfolgt das Ziel, bundesweit auf das Potenzial von Hochschulen für Angewandte Wissenschaften aufmerksam zu machen. Sie vertritt die Idee eines akademischen Studiums, das sich eng an den Bedürfnissen der mittelständischen Wirtschaft orientiert sowie einer anwendungsorientierten Forschung, die Lösungen für zentrale technologische und gesellschaftliche Fragen erarbeitet.

Hochschulen und mittelständische Unternehmen sind ideale Partner: Sie bilden gemeinsam junge Menschen aus, stärken auf diese Weise die Region und arbeiten lösungsorientiert in Forschung und Entwicklung zusammen. Die Hochschulen stehen dem Mittelstand auch in strukturschwachen Regionen partnerschaftlich zur Seite, um das Abwandern junger Talente zu verhindern. Als regionale Entwicklungszentren haben sie eine bindende Funktion und sind ein wirkungsvoller Schutz gegen einen demographisch bedingten Strukturwandel. Sie leisten außerdem einen entscheidenden Beitrag bei der Integration von Migranten und deren Kindern in die akademische Welt.

Vorsitzender der Hochschulallianz für den Mittelstand ist derzeit Prof. Dr. Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein.

Präambel

Wir bilden unsere Studierenden wissenschaftlich und anwendungsorientiert aus. Ziel ist die Beschäftigungsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld. Unsere Lehre basiert auf wissenschaftlichen und/oder künstlerisch-gestalterischen Grundlagen und aktuellen Forschungsergebnissen. Sie ermöglicht unseren Studierenden die Teilnahme an anwendungsorientierter Forschung und befähigt sie zu einer Beschäftigung und/oder Weiterqualifizierung in Wissenschaft und Forschung. Unsere Studiengänge vermitteln Kompetenzen in den Fachdisziplinen und über Fachgrenzen hinweg. Wir möchten unsere Studierenden dazu befähigen, Verantwortung in Gesellschaft und Beruf zu übernehmen. Gute Lehre erfährt Wertschätzung durch Kollegium, Fachbereichs- und Hochschulleitung.

1. Lehrende und Lernende

a. Lehrende und Lernende tragen gemeinsam Verantwortung für den Lernprozess.

b. Wir wünschen vielfältige und verschiedene Lehr- und Lernpersönlichkeiten und die damit verbundenen vielfältigen Lehr- und Lernstile.

c. Lehrende initiieren, begleiten und moderieren den Lernprozess. Lehrende ermöglichen, dass Studierende Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen können.

d. Studierende tragen Verantwortung für ihr Studium durch Vorbereitung und Nachbereitung von Veranstaltungen sowie Mitarbeit in selbigen.

e. Wir unterstützen Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die nicht alle Kompetenzen für ein gelingendes Studium mitbringen. Wir schaffen Rahmenbedingungen und Angebote, mit deren Hilfe sich diese Studierenden fehlende Kompetenzen erarbeiten können, um dann eigenverantwortlich ihr Studium erfolgreich absolvieren zu können.

2. Kompetenz und Lernzielorientierung

a. Wir richten unsere Lehre nach den Lernzielen aus: „Was sollen unsere Studierenden nach ihrem Studium wissen und können?" Basis dafür ist ein solides Grundlagenwissen, das wir unseren Studierenden vermitteln.

b. Unsere Lehre ist anwendungsorientiert. Kompetenzen zeigen sich in Handlungen und Tätigkeiten und können am besten in praxisnahen Situationen und in der Anwendung erworben werden. Unsere Lehre ist kompetenzorientiert.

c. Unsere Studiengänge befähigen unsere Absolventinnen und Absolventen nicht nur kurzfristig für einen bestimmten Beruf. Ziel unserer Studiengänge ist eine langfristige und nachhaltige Berufsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld.

d. Begeisterte Lehrende können Lernende begeistern. Lernergebnis- und Kompetenzorientierung heißt für uns auch, Inhalte zu integrieren, von denen Lehrende begeistert sind.

e. Wir gestalten im Rahmen des Lehrens und Lernens das Prüfen so, dass es sowohl eine faire Differenzierung des Leistungsvermögens der Studierenden widerspiegelt, als auch Studierende dabei unterstützt, Kompetenzen studienbegleitend und sukzessive erwerben zu können.

f. Wir entwickeln Studiengänge und in Folge die zugehörigen Module ausgehend von den Lernzielen (2. a) und Kompetenzzielen (2. b) sowie den übergeordneten Studiengangzielen (2. c). Für einen guten Studiengang sind gute Module notwendig, aber nicht hinreichend. Ein Studiengang ist für uns mehr als eine Ansammlung isolierter, weitgehend unabhängiger Module.

g. Gute Lehre inspiriert und regt an zum Nachdenken über konkrete berufspraktische Anwendungen hinaus.

h. Für Beschäftigungsbefähigung in einem weiten beruflichen Umfeld sind für uns überfachliche Schlüsselkompetenzen notwendig. Für die Übernahme von Verantwortung in Beruf und Gesellschaft sind für uns umfassende Allgemeinbildung sowie Selbst- und Sozialkompetenzen erforderlich. Unsere Lehre unterstützt die Entwicklung dieser Kompetenzen.

i. Wir orientieren uns am Qualifikationsrahmen für deutsche Hochschulabschlüsse.

3. Lehrmethoden

a. Lernen ist ein individueller Prozess. Methodenvielfalt unterstützt das Lernen.

b. Gute Lehre lässt sich durch Methoden nicht standardisieren.

c. Nicht jede Methode passt zu jedem Lehrenden. Lehrende sollen nur die Lehrmethoden verwenden, hinter denen sie auch stehen können.

d. So wie Lehrinhalte und Lehrmethoden sich dynamisch ändern und entwickeln, müssen sich auch Lehrpersönlichkeiten und ihre Lehrmethoden weiterentwickeln.

e. Lehrende integrieren ihre eigene Forschung in die Lehre. Wir bieten Studierenden Möglichkeiten im Rahmen der Lehre in Forschungsprojekten mitzuwirken.

f. Die Hochschule schafft Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der didaktischen Fort- und Weiterbildung für Lehrende. Die persönliche Fort- und Weiterbildung liegt in der Verantwortung der Lehrenden.

4. Qualität der Lehre

a. Gute Lehre erkennt die Heterogenität sowohl von Lehrenden als auch von Studierenden an.

b. Sie berücksichtigt sowohl aktuelle Entwicklungen in Forschung und Anwendungsfeldern als auch die Veränderung von Anforderungen an die Beschäftigungsfähigkeit.

c. Die Qualität der Lehre lässt sich nicht vollständig durch Kennzahlen oder ein Kennzahlensystem messen.

  • Wir sind davon überzeugt, dass einige Aspekte der Lehre durch quantitative Indikatoren beschrieben werden können.
  • Wir nutzen quantitative Indikatoren, um uns ein breites Spektrum an Erkenntnissen über die Wirkung unserer Lehre zu verschaffen. In Verbindung mit qualitativen Merkmalen wollen wir sie unterstützend auch nutzen, um unsere Lehre kontinuierlich zu verbessern.

d. Wir sind davon überzeugt, dass wir eine Kultur der Evaluation, Rückmeldung und Diskussion benötigen, die alle beteiligten Akteure einbezieht. Neben den Lehrenden und Lernenden sind dies Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fachbereichen und in den zentralen Serviceeinrichtungen, Fachbereichsleitungen und Hochschulleitung sowie externe Akteure wie potenzielle Arbeitgeber unserer Studierenden.

e. Gute Lehre hat nicht nur Innovationen zum Inhalt, sie ist auch selbst innovativ. Wir ermutigen Lehrende und Lernende, neue Formate und Methoden auszuprobieren.

f. Wir kümmern uns um eine lernfördernde Infrastruktur.

g. In unseren Berufungsverfahren spielen Kompetenzen in der Lehre eine wesentliche Rolle.

Publikationen

Jahr für Jahr werden an der Hochschule Niederrhein zahlreiche Publikationen veröffentlicht. An dieser Stelle haben wir für Sie die Wichtigsten aufgeführt. 

Titelseite Präsidiumsbericht 2017
Präsidiumsbericht 2017

Auf 72 Seiten bietet der Präsidiumsbericht einen umfassenden Überblick über die Ereignisse im Jahr 2017 an der Hochschule Niederrhein. Neben dem Bericht des Präsidiums und den wichtigsten Kennzahlen der Hochschule bietet er in diesem Jahr auch wieder eine getwitterte Jahreschronik.

Ausgabe 2017
Titelseite Forschungsbericht Nr. 3
Forschungsbericht

Auf 136 Seiten informiert die Hochschule Niederrhein über laufende Forschungsprojekte in dem Zeitraum von Sommer 2014 bis Winter 2017. In diesen zweieinhalb Jahren wurden insgesamt 498 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 52,2 Millionen Euro akquiriert. 2017 hat die Hochschule Niederrhein mit 19 Millionen Euro Drittmitteleinnahmen für den bereich Forschung und Transfer einen neuen Rekord aufgestellt - das ist so viel wie in den Jaher 2014, 2015 und 2016 zusammen.

Ausgabe #3
Titelseite Hochschulentwicklungsplan 204/21
Hochschulentwicklungsplan der Hochschule Niederrhein 2017/20

Nach dem rasanten Wachstum der Hochschule Niederrhein in den Jahren 2010 bis 2015 stehen die Zeichen in den kommenden fünf Jahren auf Konsolidierung. Das gilt zumindest in Bezug auf Studierendenzahlen, die Anzahl von Studiengängen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Im Hochschulentwicklungsplan finden Sie elf Planungsgrundsätze, die in den fünf Jahren bis einschließlich 2021 besondere Beachtung finden werden.

Ausgabe 2017/21
Titelseite Statements - Diversity Magazin 2018
Statements

Mit "Statements. Diversität definieren und leben" veröffentlicht die Hochschule Niederrhein das erste Magazin zum Thema Diversität. Das Heft ist im Anschluss an den Auditierungsprozess entstanden, den die Hochschule im Februar mit dem Zertifikat „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbandes der deutschen Wissenschaft erfolgreich abgeschlossen hat. Das Magazin bietet einen umfassenden Überblick zu den Diversity-Aktivitäten der Hochschule.

Ausgabe 2018