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Die Absolventinnen und Absolventen der Digitalen Forensik mit den Hochschulpräsidentinnen Prof. Dr. Marion Halfmann (vordere Reihe links) und Prof. Dr. Susanne Meyer (vordere Reihe rechts) sowie Ministerialdirigent Gerrit Weber, Leiter der Polizeiabteilung im NRW-Innenministerium (hintere Reihe rechts). Foto: Carlos Albuquerque

Cyber Campus NRW verabschiedet ersten Jahrgang der Digitalen Forensik - Cybersecurity-Kooperation mit NRW-Innenministerium bis 2035 verlängert

Gelöschte Chats, verschlüsselte Festplatten, anonyme Angriffe aus dem Netz: Wo andere verzweifeln, beginnt für die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Digitale Forensik am Cyber Campus NRW (CCNRW) die Arbeit. Der erste Jahrgang der Cyberkriminalist:innen hat in den vergangenen Jahren gelernt, digitale Spuren und Beweise zu sichern und nun das Studium abgeschlossen. Unter den 20 Graduierten sind elf Polizistinnen und Polizisten des Landes Nordrhein-Westfalen, die sich berufsbegleitend qualifiziert haben. Bei der feierlichen Verabschiedung im TextilTechnikum im Mönchengladbacher Monforts Quartier wurde NRW-Innenminister Herbert Reul durch Ministerialdirigent Gerrit Weber, Leiter der Polizeiabteilung im NRW-Innenministerium, vertreten. Während der Veranstaltung wurde zudem die Kooperation zwischen dem NRW-Innenministerium, der Hochschule Niederrhein (HSNR) und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) zur akademischen Qualifizierung von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten bis 2035 verlängert.

„Die ersten Absolventinnen und Absolventen dieses Studiengangs haben Pionierarbeit für die Polizei Nordrhein-Westfalen geleistet. Sie haben über vier Jahre hinweg Studium und polizeiliche Praxis miteinander verbunden und sich Wissen erarbeitet, das wir für eine moderne, erfolgreiche und rechtsstaatliche Strafverfolgung dringend brauchen. Digitale Spuren müssen beweissicher erhoben, nachvollziehbar dokumentiert, fachgerecht ausgewertet und gerichtsverwertbar aufbereitet werden – dafür braucht es Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, die sowohl die Sprache der Kriminalistik als auch die der Technik beherrschen“, fasst Gerrit Weber die Bedeutung für die Polizei Nordrhein-Westfalen zusammen.

„Mit aktuell 151 Polizistinnen und Polizisten im Studiengang wird deutlich: Dieser Weg hat Zukunft. Wir bauen unsere digitale Ermittlungskompetenz weiter aus und schaffen damit die Voraussetzungen, um Kriminalität auch in einer zunehmend technologischen, datenintensiven und weltweit vernetzten digitalen Welt wirksam zu bekämpfen. Die Absolventinnen und Absolventen sind dabei auch wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Dienststellen und Ermittlungsverfahren. Digitale Ermittlungskompetenzen brauchen wir in jeder Dienststelle der Kriminalpolizei“, führt Gerrit Weber mit Blick in die Zukunft weiter aus. 

„Digitale Forensik zeigt, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Handlungskompetenz zu übersetzen. Im Studium verbinden die Studierenden Wissen aus Informatik, IT-Sicherheit und Kriminalistik und lernen, komplexe digitale Sachverhalte systematisch zu untersuchen. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und dem Innenministerium ermöglicht es uns, die fachlichen Anforderungen der digitalen Ermittlungsarbeit in der akademischen Ausbildung aufzugreifen. Die erste abgeschlossene Kohorte zeigt, was aus diesem Ansatz entstehen kann“, sagt Prof. Dr. Susanne Meyer, Präsidentin der Hochschule Niederrhein.

„In unserer digitalisierten Welt hat die Häufigkeit von Cyberattacken stark zugenommen. In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein bieten wir den Cyberkriminalisten von morgen am Cyber Campus NRW ein praxisnahes Studium, um sie umfassend auf ihre herausfordernde Aufgabe vorzubereiten“, sagt die Präsidentin der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Prof. Dr. Marion Halfmann. Damit zeigten die beiden Hochschulen gesellschaftliche Verantwortung. „Wir freuen uns sehr über die Verlängerung des Kooperationsvertrags mit dem nordrhein-westfälischen Innenministerium. Er ist ein klares Bekenntnis: zur Zukunft der Digitalen Forensik, zur Zukunft des Cyber Campus NRW und zu einer langfristigen, verlässlichen Partnerschaft zwischen Wissenschaft und Sicherheitsbehörden“, so Halfmann. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die hier ausgebildeten Polizistinnen und Polizisten mit ihrer IT-Expertise unsere digitale Welt ein Stück sicherer machen werden.“

Vorbereitung auf digitale Ermittlungsarbeit

Der Bachelorstudiengang Digitale Forensik vermittelt angewandte Kenntnisse und praxisorientierte Fertigkeiten aus Informatik, IT-Sicherheit und Kriminalistik. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Spuren gesichert, analysiert und als Beweismittel ausgewertet werden können. Die Studierenden lernen unter anderem, wie sich Straftaten aufklären lassen, bei denen Informationstechnik eingesetzt wird oder die sich unmittelbar gegen IT-Systeme und Netzwerke richten.

Der Studiengang Digitale Forensik wird am Cyber Management Campus der HSNR in Mönchengladbach angeboten und im Rahmen des Cyber Campus NRW (CCNRW) in Kooperation mit der HS Bonn-Rhein-Sieg durchgeführt. Der Cyber Campus NRW wird seit 2021 vom NRW-Wissenschaftsministerium (MKW) gesondert gefördert. Das Studium kann in Voll- oder Teilzeit absolviert werden und richtet sich neben Studienanfänger:innen auch an bereits Berufstätige. Damit bietet es unter anderem Polizeivollzugsbeamt:innen die Möglichkeit, sich berufsbegleitend für die digitale Ermittlungsarbeit weiterzuqualifizieren.

Kooperation wird bis 2035 fortgesetzt

Mit der zunehmenden Digitalisierung und der rasanten Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz wächst die Bedeutung entsprechender Fachkräfte. Unternehmen, Behörden und kritische Infrastrukturen sind zunehmend von Cyberangriffen betroffen. Gleichzeitig müssen Ermittlungsbehörden in der Lage sein, digitale Straftaten aufzuklären und digitale Beweismittel zuverlässig auszuwerten. Die akademische Qualifizierung von Polizist:innen zu Cyberkriminalist:innen ist daher ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen dem Land NRW und den Hochschulen. Das Innenministerium hatte mit den Partnerhochschulen bereits 2023 einen ersten Kooperationsvertrag über die akademischen Qualifizierungsmaßnahmen unterzeichnet.

Mit der nun vereinbarten Verlängerung wird die erfolgreiche Zusammenarbeit über die bisherige Laufzeit hinaus fortgeführt. Der Vertrag regelt die Konzeption, Durchführung und Evaluation der akademischen Qualifizierungsmaßnahmen. 

Der Cyber Campus NRW

Der Cyber Campus NRW ist ein gemeinsames Projekt der Hochschule Niederrhein und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Beide Hochschulen verbinden darin ihre Kompetenzen im Bereich der Cybersicherheit und bilden Fachkräfte für unterschiedliche Einsatzfelder aus. An der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach gehören neben dem Bachelorstudiengang Digitale Forensik die Bachelor- und Masterstudiengänge Cyber Security Management zum Angebot. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bietet am Campus Sankt Augustin den Studiengang Cyber Security & Privacy auf Bachelor- und Masterniveau an.

Weitere Informationen unter: https://cybercampus-nrw.de/  

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