Aktuelle Meldungen
Hochschule Niederrhein

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.
Recycling
Studentin Katharina Dobiosch präsentierte Recycling-Mode.

Design mischt sich ein: Absolventen und Studierende laden zur Werkschau

Krefeld, 9. Februar. „Design ist eine Haltung, die nicht nur ästhetische Ansprüche hat." Diesen Satz gab Prof. Nicolas Beucker, Dekan des Fachbereichs Design, gestern Abend den Bachelor- und Diplomabsolventen des Fachbereichs mit auf den Weg. „Design hat auch Verantwortung, eine bessere Welt zu schaffen, Design mischt sich ein in den gesellschaftlichen Diskurs", sagte Beucker. Ein Großteil der Designarbeiten, die noch bis Samstag am Frankenring ausgestellt sind, kommt dieser Forderung nach: Sie drängen nach gesellschaftlicher Einmischung, sind weit mehr als nett anzuschauende Objekte.

 

Dieser Trend ist in allen Lehrschwerpunkten zu beobachten. Iris Maschauer etwa entwarf ein Kommunikationskonzept zum Thema Lebensmittelverschwendung. Ihre Idee: Sie gründete die fiktive Guerilla-Bewegung „Food Bürger", die mit Aktionen in Fußgängerzonen auf den Missstand aufmerksam macht, dass rund die Hälfte aller Lebensmittel in Deutschland auf dem Müll landet. Unter anderem fotografierte die Bachelor-Absolventin die Gruppe dabei, wie sie verdutzten Passanten das Essen wegnahm.

 

Mit der Wegwerfgesellschaft beschäftigt sich auch Katharina Dobiosch, indem sie das fiktive Unternehmen „Zweitnaht" gründete, das aus der abgetragenen Kleidung seiner Kunden neue Mode schafft. Die frisch gebackene Diplom-Designerin hatte bei der Präsentation ihrer Abschlussarbeit selbst einen Rock an, der mal eine Bluse war und eine Bluse, die aus einem alten Discounter-Pullover genäht war. „Zweitnaht möchte den Menschen eine Möglichkeit bieten, ihre alte Kleidung zu neuem Leben zu erwecken", sagt sie.

 

Jonas Heidenreich entwickelte die Idee für einen Weltspendentag, bei dem alle mitmachen und ihren Teil dazu beitragen können, Spenden für ganz verschiedene Organisationen einzuwerben. Vom Kickerspiel um Spendengelder über Straßenmusik bis hin zu Street Art gehören zu Heidenreichs Konzept ganz unterschiedliche Aktionen, die alle das Ziel verfolgen, Geld für wohltätige Organisationen zu sammeln. „Ich will den Menschen vermitteln, dass sich Spenden lohnt", sagt Heidenreich.

 

Schmuckdesign der etwas anderen Art präsentiert Bettina Schlicht. Sie entwarf Schmuckstücke aus weißem Porzellan, die der Benutzer mit einem Hammer zerschlägt. „So entstehen individuelle Bruchkanten, jeder hat eine individuelle Kette, Ohrring oder Ring", erklärt die Studentin ihre Arbeit. Über eine spezielle Anfertigung der Anhänger stellte sie sicher, dass die Bruchkanten die Benutzer beim Tragen nicht verletzen können.

 

Auch klassische Produktdesignarbeiten präsentieren die Studierenden im Rahmen ihrer Werkschau. Eine Gruppe Studierender entwickelte unter Anleitung von Prof. Bernd Grahl Thermoskannen für ein höheres Preissegment. Im Bereich Messedesign entwarfen Studierende eine Werbewelt auf 147 Quadratmeter im Corporate Design bekannter Unternehmen im Maßstab 1:50. Andere Studierende zeigen Animationsfilme, Druckgrafiken zur Unendlichen Geschichte von Michael Ende, alternative Lernmaterialien für Vor- und Grundschüler, Gedanken zum Thema Medien und Gewalt und vieles mehr.

 

Noch bis Samstag sind die Abschluss- und Projektarbeiten der Designstudentinnen und Studenten zu sehen. Dabei funktioniert das erstmals angewendete Konzept, neben der Shedhalle auch die anderen Räumlichkeiten am Frankenring in die Ausstellung mit einzubeziehen, sehr gut. Die Objekte haben den nötigen Platz, um sich entsprechend entfalten zu können. In 23 Räumen sind insgesamt knapp 40 studentische Arbeiten zu sehen.

 

Werkschau, Am Frankenring 20, 47798 Krefeld; Öffnungszeiten: Donnerstag/Freitag, jeweils 15 bis 19 Uhr, Samstag, 11 bis 17 Uhr

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-3610; E-Mail: christian.Sonntag@hs-niederrhein.de

 

Autor: Christian Sonntag