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Entwurf von Björn Hackenbruck. Foto: HSNR

Design-Studierende zeigen Entwürfe für Weihnachtstasse – Bürger:innen können das schönste Modell wählen

Krefeld wählt die Weihnachtstasse: Dieses Prinzip hat im vergangenen Jahr bei der Premiere so gut funktioniert, dass auch diesmal die Bürgerinnen und Bürger darüber entscheiden sollen, welches Design die traditionelle Weihnachtstasse bekommt. Seit Jahrzehnten gehört in Krefeld das elegant gestaltete Gefäß zur Adventszeit wie Plätzchen und Kerzenduft. Es wird auf dem städtischen Weihnachtsmarkt „Made in Krefeld“ angeboten und hat sich längst zum Sammlerstück entwickelt – so sehr, dass in der Regel irgendwann „Ausverkauft“ gemeldet werden muss.

Fünf Studierende des Fachbereichs Design der Hochschule Niederrhein haben sich diesmal im Kurs ihrer Professorin Lisa Freyschmidt mit dem Thema Tasse auseinandergesetzt. „Mood in a cup“ (Stimmung in einer Tasse) lautete diesmal das Thema. „Eine Tasse ist zunächst ein Gebrauchsgegenstand: Man kann aus ihr trinken, und sie wärmt die Hände“, sagt Lisa Freyschmidt. „Aber sie kann auch eine Stimmung verkörpern. In dem Kurs ging es darum, ein Gefühl und eine Atmosphäre in die Tasse zu bringen. Das geht zum Beispiel über die Form, über ein Motiv oder ein besonderes Relief.“

Claire Neidhardt, Leiterin des Stadtmarketings, schätzt die jährliche Kooperation mit den Designern der Hochschule aus verschiedenen Gründen. „Wir möchten den Blick darauf lenken, welch tolle Ausbildung man hier in Krefeld genießen kann und was für wunderbare Ideen die Studierenden entwickeln“, erklärt sie. „Wir merken, dass die Menschen jedes Jahr neugierig auf die Tasse sind. Im vergangenen Jahr haben sich viele an der Wahl beteiligt, und jeder hatte unterschiedliche Favoriten.“

In der Tat beeindruckt die Vielfalt der Tassen, die zwar alle weiß sind, aber sich in Form und Gestaltung stark unterscheiden. Das hat vielleicht auch mit der völlig unterschiedlichen Inspiration zu tun, die bei der Entwicklung zur Hilfe genommen wurde. Bei Laura Gorecka war es ein Gedicht über den Polarstern, das den entscheidenden Impuls gab. Mit ihrem minimalistischen Entwurf hat sie versucht, die Ruhe einer unberührten Schneelandschaft darzustellen. „In der Mitte läuft ein Band, das die Tasse gewissermaßen umarmt“, erläutert die Studentin. „Das Relief eines Sterns habe ich in die Tasse hineingesetzt.“ Der Entwurf zeichnet sich durch seine universelle, gradlinige Form und sein geringes Gewicht aus.

Sophie Armbrust hatte bei ihrem Modell Familie und Freunde vor Augen, die sich zu Weihnachten um einen festlich gedeckten Tisch versammeln. „Die Tasse soll dabei ein stiller Begleiter sein“, sagt sie. „Sie soll ein Gefühl von Zusammensein, Wärme und Ankommen vermitteln.“ Auch hier wird ein Stern als Relief verwendet, doch in wesentlich größerer Form. Die Tassen lassen sich stapeln und vervollständigen, wenn sie übereinanderstehen, das Sternenmotiv. Das Gefäß zeichnet sich durch ein großes Volumen von 350 Millilitern aus.

Björn Hackenbruck hat als einziger ein buntes Motiv auf seine Tasse gesetzt: einen Skifahrer, der einen Hang herunterfährt. „Ich hatte bei der Gestaltung die erste Skispur auf einer frisch präparierten Piste vor Augen“, erläutert der Designer. „Die Assoziation wollte ich auf die Tasse übertragen.“ Tatsächlich erkennt man beim genauen Hinsehen, dass der Skifahrer eine frische Spur als Relief hinter sich herzieht, die einmal um die Tasse herumführt. Von oben nach unten verlaufen schmalere Linien, die an die charakteristische Pistenbeschaffenheit erinnern soll, wenn gerade eine Schneeraupe darübergefahren ist.

Jana Klimmek hat ein ganzes Blatt voll mit Zeichnungen von Tassen mitgebracht. Aus ihren eigenen Inspirationen wählte sie am Ende eine äußerst originelle Idee aus. „Wir sehen im Winter immer seltener Schnee und stattdessen viel Regen“, sagt die Studentin. „Die Tasse stellt dieses neue Weihnachtswetter als stürmischen Regentag dar.“ Durch ein tropfenartiges Relief wird dieses Wetter per Hand erfahrbar, der Henkel erinnert an den Griff eines Regenschirms.

Auch Louise Köhnen hat sich bei ihrer Tasse für eine besondere Henkelform entschieden: Der Griff in Form eines Männchens erinnert an ein frisch ausgestochenes Plätzchen. „Meine Tasse verbindet Nostalgie mit historischer Trinkkultur“, erklärt die Studentin ihren beinahe klassischen Entwurf. „Ich musste dabei an Weihnachten bei meiner Oma denken. Das war für mich immer wie das Betreten einer anderen Welt.“ Die wohlige Wärme, die eine heiße Schokolade mit Sahne an den Fingern hinterlässt, soll man dank der Tassenform spüren.

Wer die fünf Prototypen für die neue Weihnachtstasse selbst aus der Nähe betrachten möchte, hat zwei Gelegenheiten dazu: Bei der Werkschau des Fachbereichs Design sind sie am Samstag, 1. August, von 11 bis 17 Uhr in der Shedhalle am Frankenring ausgestellt, und vom 4. bis zum 7. August sind sie während der normalen Öffnungszeiten in der Papeterie von Lechner & Hayn an der Rheinstraße 114 zu sehen. Die Abstimmung läuft bei den Ausstellungen vor Ort sowie am 27. Juli und 5. August über den Instagram-Kanal des Stadtmarketings (#heimatreisenkrefeld).

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