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Das Team des FTB der Hochschule Niederrhein zu Besuch bei der Firma Bache GmbH, mit der im Rahmen von „KnitCycle“ neue Strickgarne entwickelt wurden, die aus bis zu 100 Prozent Recyclingmaterial bestehen und erneut zu hochwertigen Textilien verarbeitet werden können. Foto: FTB

Hochwertiges Textilrecycling möglich: HSNR-Projekt entwickelt Garne aus 100 Prozent Recyclingmaterial

Das Forschungsprojekt „Knitcycle“ an der Hochschule Niederrhein (HSNR) zeigt: Hochwertiges Textilrecycling ist technisch möglich. In Kooperation mit dem Flachstrickspezialisten Bache Innovative konnten Strickgarne entwickelt werden, die aus bis zu 100 Prozent Recyclingmaterial bestehen und erneut zu hochwertigen Textilien verarbeitet werden können.

Weltweit landen derzeit rund 87 Prozent der Textilabfälle auf Deponien oder werden verbrannt. Gleichzeitig wird recyceltes Material häufig nur für minderwertige Anwendungen eingesetzt. Genau hier setzt das Projekt an: Ziel war es, die Recyclingfähigkeit von Strickprodukten bereits in der Design- und Entwicklungsphase gezielt zu verbessern – im Sinne eines „Design for Recycling“.

Im Fokus der Forschung standen unter anderem Materialauswahl, Produktgestaltung und Bindungskonstruktionen. Ergänzend wurden zentrale Parameter des mechanischen Recyclingprozesses untersucht, insbesondere mithilfe einer Reißmaschine, die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde.

Unterstützt wurde das Projekt von den assoziierten Partnern Textechno H. Stein GmbH & Co. KG, die Unterstützung bei der Analyse und Bewertung der Faserqualität gaben, sowie Turns Faserkreisläufe, die ihre Expertise im Bereich des hochwertigen Recyclings einbrachten. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Bereits in der Produktentwicklung getroffene Entscheidungen haben erheblichen Einfluss auf die spätere Wiederverwertbarkeit von Textilien.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung neuer Strickgarne, die vollständig aus recycelten Fasern bestehen und dennoch die Anforderungen an hochwertige Textilien erfüllen. Damit ist es erstmals gelungen, den Materialkreislauf im Strickbereich weitgehend zu schließen.

„Die Branche steht vor einem grundlegenden Wandel: Hochwertiges Recycling ist möglich, derzeit aber noch deutlich kostenintensiver als die Herstellung von Neuware. Genau hier braucht es Innovationen und ein Umdenken entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Professorin Ellen Bendt, die das Projekt an der HSNR leitete.

Insbesondere für regionale Produzenten ergeben sich neue Perspektiven: Produktionsreste und textile Abfälle könnten künftig effizienter wiederverwertet und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, Recyclingprozesse wirtschaftlicher zu gestalten und breiter zu etablieren.

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in einem Folgeprojekt weiter vertieft werden. Angesichts begrenzter Ressourcen wird die mehrfache Nutzung von Materialien künftig eine zentrale Rolle für die textile Industrie spielen.

Über das Projekt Knitcycle: Das Forschungsprojekt „Knitcycle“ wurde am hochschuleigenen Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (FTB) der Hochschule Niederrhein durchgeführt. Es beschäftigte sich mit innovativen Ansätzen zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Strickprodukten im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte das Projekt über zwei Jahre mit insgesamt rund 290.000 Euro.

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