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Die Beteiligten am Projekt „KIRaPol.Next“ trafen sich zum Projektauftakt an der Hochschule Niederrhein. Foto: Thomas Lammertz/HSNR

KI-gestützte Radarsysteme: KIRaPol.Next startet die nächste Entwicklungsphase

Mit dem Start des Forschungsprojekts „KIRaPol.Next“ beginnt die nächste Entwicklungsstufe eines intelligenten Assistenzsystems für den polizeilichen Einsatz. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Vorgängerprojekts KIRaPol.5G zielt das Nachfolgeprojekt auf die Entwicklung innovativer, mobiler Radarsysteme zur Unterstützung der polizeilichen Videobeobachtung in öffentlichen Räumen ab. 

Die Hochschule Niederrhein (HSNR) beteiligt sich mit dem Institut iPattern (Institut für Mustererkennung) und den Kompetenzzentren EthNa CSR (Kompetenzzentrum für Ethik und Nachhaltigkeit), ISA (Intelligente Systemlösungen Automatisierung sowie FAST (Intelligente Assistenzsysteme und -technologien) an dem Projekt. Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2028 und wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert. Davon erhält die HSNR rund 745.500 Euro.

Am Projekt beteiligt sind neben der HSNR auch die IMST GmbH aus Kamp-Lintfort, die die Projektkoordination übernimmt, sowie die Telefonbau Arthur Schwabe GmbH & Co. KG aus Mönchengladbach. Als assoziierte Partner wirken das Polizeipräsidium Mönchengladbach, das Polizeipräsidium Düsseldorf, die Bundespolizei sowie das Bayerische Landeskriminalamt mit.

Ziel von KIRaPol.Next ist die Entwicklung eines mobilen polizeilichen Beobachtungssystems, das Radar- und Videosensorik intelligent kombiniert. Ein besonderer Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der bestehenden Sensorik: Die Radartechnologie ist so konzipiert, dass keine Identifikation von Personen über das Radarsignal erfolgt. Die eingesetzte Künstliche Intelligenz (KI) wertet abstrakte Bewegungsmuster aus und soll dabei zwischen Gefahrensituationen (Schläge, Tritte, stürzende Personen) und harmlosen Interaktionen wie Umarmungen unterscheiden können.

Erzeugt die Radartechnologie eine Alarmmeldung, wird die Situation durch die Polizei anhand des Videobildes geprüft. Erst nach der menschlichen Bewertung wird entschieden, ob weitere polizeiliche Maßnahmen wie die Entsendung von Einsatzkräften erforderlich sind. Außerhalb der Kernbeobachtungszeiten findet keine Radar- und Videoanalyse statt. Damit die KI-gestützte Radartechnologie zuverlässig arbeitet, werden die dafür benötigten Radarsignale in Zusammenarbeit der Partner unter Labor- als auch unter realitätsnahen Bedingungen erfasst und zum Training der Mustererkennung genutzt.

„Als Institut für Mustererkennung liegt unsere Stärke in der intelligenten Auswertung komplexer Daten. Durch den Einsatz moderner KI-Verfahren können wir Bewegungsmuster präzise klassifizieren und zwischen harmlosen und potenziell gefährlichen Situationen unterscheiden,“ sagt Professorin Dr.-Ing. habil Regina Pohle-Fröhlich, Leiterin des Instituts iPattern und Professorin für Informatik und Grafische Datenverarbeitung am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Informatik der HSNR.

Georg Lehnen, Projektleiter der Polizei: „Im Vergleich zur radarunterstützten Videobeobachtung über stationäre Anlagen, ermöglicht die mobile Variante der Polizei nicht nur einen örtlich und zeitlich flexibleren Einsatz, sondern auch eine ressourcenschonende Umsetzung der Videobeobachtung in den stets einsatzbelasteten Phasen."

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