In Deutschland sind fast 9 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt – mit teils schweren Folgeerkrankungen wie dem diabetischen Fußsyndrom. Dieses kann im schlimmsten Fall zu Amputationen führen. Damit es nicht so weit kommt, haben die Forschenden des Projekts EPWUF-KI ein innovatives System entwickelt, das mithilfe von Sensorik und KI die Wundversorgung nachweislich verbessert und zugleich die Pflegekräfte entlastet. Für diese Leistung erhält das Team um den Projektleiter Prof. Dr. Hubert Otten von der Hochschule Niederrhein (HSNR) in Krefeld den mit 100.000 Euro dotierten Gesundheitspreis „Ideas for Impact“ 2026.
Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer des Bosch Health Campus: „Das Projekt bietet eine passgenaue Lösung für ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Das KI-basierte System hat einen klar erkennbaren Nutzen für Patient:innen, Pflegekräfte und Ärzt:innen gleichermaßen und trägt damit auf mehreren Ebenen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. Das hat die Jury überzeugt.“
Ein Projekt mit Hand und Fuß – und Köpfchen
Im Rahmen des Projekts EPWUF-KI (Entlastung der Pflege im Bereich der Wundbehandlung am Beispiel des diabetischen Fußsyndroms durch ein hybrides KI-System) haben die Forschenden mehrere Komponenten entwickelt: Eine sensorbasierte Sohle misst den schädlichen Druck auf die Wunden an den Füßen. Die Daten gehen per Smartwatch-App an die Patient:innen, sodass diese bei zu hoher Belastung direkt reagieren können. Zudem können Pflegende und Ärzt:innen über eine Webanwendung auf die Daten zugreifen und die weitere Behandlung anpassen. Ein mobiles KI-Tool unterstützt Pflegende darüber hinaus bei der regelmäßig notwendigen Wundvermessung und -dokumentation.
Zwei Studien liefern vielversprechende Ergebnisse
In zwei Studien haben die Forschenden die Systemlösung erprobt. „Der intelligente Verband kann den Wundschluss am Fuß um bis zu 200 Tage beschleunigen. Im Weiteren werden die Pflegekräfte im Rahmen einer KI-gestützten Wundvermessung und -bewertung sowie Entscheidungsfindung im Behandlungsprozess entlastet“, sagt Hubert Otten, Leiter des Competence Centers eHealth sowie Professor für Technische Systeme, Betriebsorganisation und Logistik in Einrichtungen des Gesundheitswesens an der HSNR.
Am Projekt waren neben der Hochschule Niederrhein in Krefeld das Zentrum für Diabetologie, Endoskopie und Wundheilung, die CID GmbH und die AKZ-Hauskrankenpflege in Köln sowie die PI Probaligence GmbH beteiligt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Bosch Health Campus fördert Weiterentwicklung
Ein wichtiges Kriterium für die Vergabe des „Ideas for Impact“ ist die Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit von Innovationen, damit sie als Vorbild dienen und die Gesundheitsversorgung für viele Menschen nachhaltig verbessern können. Hier schneidet das Projekt EPWUF-KI sehr gut ab, da die Systemlösung kostengünstig ist und perspektivisch auf andere Krankheitsbilder ausgeweitet werden kann. Der Bosch Health Campus gewährt über das Preisgeld hinaus 80.000 Euro für Transferaktivitäten.





















