Der Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein (HSNR) war beim ADC Talent Award 2026 gleich mehrfach erfolgreich. Studentische Arbeiten aus dem Studiengang Kommunikationsdesign wurden mit einem Goldenen Nagel, drei Silbernen Nägeln, einem Bronzenen Nagel und mehreren Auszeichnungen prämiert.
Der ADC Talent Award zählt zu den wichtigsten Nachwuchswettbewerben für kreative Kommunikation und Design im deutschsprachigen Raum. 2026 wurde er zum 41. Mal verliehen. Am Wettbewerb beteiligten sich 71 Hochschulen aus der DACH-Region mit insgesamt 531 studentischen Projekten. Die Preisverleihung fand im Rahmen des ADC Festival of Creative Excellence auf der großen Showbühne im Schuppen 52 im Hamburger Hafen statt.
Besonders erfolgreich war die Semesterarbeit „Anadolukraft“ von Seymar Kilic, entstanden im Projektkurs „Art Direction / Shake Your Money Maker“ bei Prof. Richard Jung, Professor für Kommunikationsdesign und Markenidentität. Die Arbeit wurde mit einem ADC Nagel in Gold, zwei ADC Nägeln in Silber und einer weiteren Auszeichnung prämiert.
Im Kurs lautete die Aufgabe: eine eigene Marke entwickeln, Produkte gestalten, Kommunikation aufbauen und die Marke real in den Markt bringen. Seymar Kilic entwickelte daraus Anadolukraft, eine Fashion- und Merch-Marke, die deutsch-türkische Alltagskultur sichtbar macht. Sprachmischungen, Humor, Popkultur, Familiencodes und gemeinsame Erfahrungen werden zu einem selbstbewussten Markensystem. Aus dem oft beschriebenen „Zwischen zwei Kulturen“ entsteht hier eine eigene kulturelle Kraft.
Ebenfalls mehrfach ausgezeichnet wurde die Bachelorarbeit „Anti-Bias AI Project“ von Sirin Ezgin. Die Arbeit entstand im Studiengang Kommunikationsdesign bei Prof. Richard Jung; Korreferentin war Inseeyah Stieldorf, Executive Creative Director bei Scholz & Friends Hamburg. Das Projekt erhielt einen ADC Nagel in Bronze, sowie drei weiteren Auszeichnung.
Das Anti-Bias AI Project beschäftigt sich mit einem der zentralen Technologiethemen unserer Zeit: Künstliche Intelligenz (KI) und gesellschaftliche Vorurteile. Generative KI wirkt häufig neutral, kann jedoch bestehende Biases reproduzieren. Sirin Ezgin macht dieses Problem nicht nur sichtbar, sondern interaktiv erfahrbar. Plakate im öffentlichen Raum führen per QR-Code auf eine Plattform, auf der Nutzer selbst testen können, wie unterschiedliche Prompts die Ergebnisse generativer KI verändern. So wird ein abstraktes Thema konkret verständlich.
Auch drei Arbeiten aus Semester-Kursen von Prof. Nora Gummert-Hauser und Jens Könen (Professurvertretung) im Bereich Typografie und Editorialdesign wurden ausgezeichnet.
Mit einem ADC Nagel in Silber und einer weiteren Auszeichnung prämiert wurde die Arbeit „Algorithms Without Fascism“ von Charlotte Finzel. Das Projekt setzt sich mit der Frage auseinander, wie digitale Systeme, algorithmische Logiken und gesellschaftliche Verantwortung zusammenhängen. Damit greift diese Arbeit ein hochaktuelles Thema auf: die Gestaltung und kritische Reflexion digitaler Technologien, die Alltag, Wahrnehmung und öffentliche Kommunikation zunehmend prägen.
Das Projekt „Haaralarm“ von Vivian Assmann, Lena Bothe und Conor Doherty wurde in drei Kategorien eingereicht und erhielt eine Auszeichnung. Die Semesterarbeit widmet sich dem scheinbar alltäglichen Thema Haar und entfaltet daraus ein vielschichtiges Editorialprojekt über Identität, Schönheitsnormen, persönliche Geschichten und kulturelle Codes. Texte, Interviews, Fotografien, Illustrationen und experimentelle Bildstrecken werden zu einem Buch verbunden. Besonders überzeugend ist die editoriale Struktur: Alphabetische Ordnung, Querverweise und thematische Routen übersetzen die Logik digitaler Verlinkung in ein analoges Medium.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Semesterarbeit von Nadia Radau, die in zwei Kategorien eingereicht wurde und eine Auszeichnung erhielt. Ausgangspunkt war ein freies Editorialwerk zum Thema „Abschied“. Nadia Radau interpretiert den Begriff als Abschied vom Vertrauen in fotografische Bilder. Ihr experimentelles Buch untersucht, wie KI-generierte Bilder, Deepfakes und algorithmische Ästhetiken die Glaubwürdigkeit von Fotografie infrage stellen. Gestalterisch wird diese Verunsicherung durch rote Fäden, Durchstreichungen, schwarze Balken sowie Bild- und Textstrecken sichtbar gemacht.
Weitere Informationen und Videos zu den Arbeiten unter: https://www.adc.de/wettbewerb/adc-gallery/talents/year/2026/





















