Mönchengladbach. Im Rahmen der Verabschiedungsfeier des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein (HSNR) sind zwei Absolventinnen für ihre herausragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet worden. Nora Torst erhielt den Preis für die beste Bachelorarbeit, Fernanda Katharina Baum wurde für die beste Masterarbeit geehrt. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 1.500 Euro dotiert.
Den Preis für die beste Bachelorarbeit erhielt Nora Torst aus Mönchengladbach, Absolventin des Studiengangs Textile & Clothing Management. In ihrer mit der Gesamtnote 1,0 bewerteten Arbeit untersuchte sie das chemische Recycling von PET-Textilien ausgerüstet mit phosphorhaltigen Flammschutzmitteln. Ziel ihrer Forschung war es, Wege aufzuzeigen, wie sich Textilabfälle hochwertig recyceln und gleichzeitig wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen lassen.
Hierfür analysierte sie sowohl unterschiedliche Flammschutzmittelchemien, als auch verschiedene Arten der Bindung der Flammschutzmittel an die Polyesterfaser, und untersuchte deren Verhalten während eines mehrstufigen chemischen Recyclingprozesses. Besonderes Augenmerk lag auf dem Verbleib des Phosphors, sowie der Reinheit der recycelten Terephthalsäure, einem wichtigen Ausgangsstoff für die Herstellung von PET.
Die Bachelorarbeit entstand im Rahmen des Forschungsprojekts SiWerTEX des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung (FTB) der Hochschule Niederrhein in Zusammenarbeit mit dem Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik (ICTV) der Technischen Universität Braunschweig.
Das Preisgeld wurde vom Verband der Rheinischen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. gestiftet und von Dr. Uwe Kirchhoff überreicht. Nora Torst möchte das Preisgeld in ihr bevorstehendes Masterstudium in Australien investieren.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Fernanda Katharina Baum (Studiengang Textile Produkte) aus Düsseldorf für ihre Masterarbeit, die mit der Gesamtnote 1,2 bewertet wurde. Die Absolventin untersuchte den Einfluss verschiedener Spinnmittel auf den Spinnprozess und die Garneigenschaften von Lyocell-Algen-Rotorgarnen. Dafür stellte sie Garne aus Lyocellfasern und kultivierten Algen her und analysierte, wie unterschiedliche Rotoren und Abzugsdüsen den Spinnprozess beeinflussen. Im Mittelpunkt standen sowohl die Laufeigenschaften während der Garnherstellung als auch die Festigkeit der fertigen Garne. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Verarbeitung nachhaltiger Faserwerkstoffe.
Das Preisgeld stiftete das Textile and Fashion Network e. V. (TFN), der Förderverein des Fachbereichs. Nach ihrem erfolgreichen Masterabschluss arbeitet Fernanda Katharina Baum inzwischen im Forschungsprojekt Algacore am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein. Einen Teil des Preisgeldes möchte sie in die Anschaffung einer neuen Nähmaschine investieren.




















