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Neun Studierende wurden vom Senat der Hochschule Niederrhein mit dem Senatspreis 2025 ausgezeichnet (Bianca Hilden und Martina Boller abwesend). Es gratuliert der Senatsvorsitzende Prof. Dr. Georg Oecking. Foto: Simon Erath

Senatspreis 2025: Hochschule Niederrhein zeichnet neun Abschlussarbeiten aus

In feierlichem Rahmen hat die Hochschule Niederrhein (HSNR) den Senatspreis 2025 verliehen. Neun Studierende wurden vom Hochschulsenat für ihre exzellenten Bachelor- und Masterarbeiten ausgezeichnet. Der Preis ist jeweils mit 1.000 Euro dotiert.

In der Kategorie „Gender und Gleichstellung“ erhielt Charlotte Finzel (Bachelor Kommunikationsdesign) die Auszeichnung für ihre fiktive Kampagne „Stell dich nicht so an“. Darin thematisiert sie alltäglichen Sexismus. „Der provokante Titel greift eine gesellschaftlich verinnerlichte Abwehrreaktion auf und macht sichtbar, wie Erfahrungen von Betroffenen trotz klarer Zahlen, Studien und Realitäten häufig relativiert oder zum Schweigen gebracht werden“, erklärt Finzel. Neben Plakaten und Social-Media-Beiträgen entwickelte sie eine begleitende Website mit vertiefenden Informationen.

Chantal Droste (Master Design) aus Issum wurde für ihre Arbeit zur Nachhaltigkeit geehrt. Mit ihrer App „zero“ konzipierte sie ein digitales Motivationstool für einen alltagstauglichen Zero-Waste-Lebensstil. Personalisierte Empfehlungen, Challenges, eine Übersicht nachhaltiger Orte sowie ein Belohnungssystem unterstützen Nutzerinnen und Nutzer dabei, Schritt für Schritt ressourcenschonender zu handeln.

Bianca Hilden (Bachelor Ernährungswissenschaften) analysierte jeweils neun unterschiedliche Ernährungs-Tagespläne auf Grundlage der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie der Planetary Health Diet (PHD). Dazu hat sie energieenergieäquivalente oder energie- und makronährstoffäquivalente Pläne konzipiert, um einen direkten Vergleich der Tagespläne überhaupt erst zu ermöglichen. Mithilfe umfassender Ökobilanzen untersuchte sie die Umweltwirkungen entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Ihr Ergebnis: Keine der geprüften Empfehlungen liegt automatisch innerhalb klimaverträglicher Pro-Kopf-Emissionsgrenzen. Entscheidend ist vielmehr die bewusste Auswahl einzelner Lebensmittel. Zur Bewertung entwickelte sie unter anderem einen „Nährstoff-Ökologie-Tacho“ sowie einen Performance-Index.

Julia Kocherscheidt (Bachelor Ernährungswissenschaften) untersuchte 32 Rohmilchproben aus Nordrhein-Westfalen auf Antibiotikarückstände, das Schimmelpilzgift Aflatoxin M1 sowie ihre mikrobiologische Beschaffenheit. Während keine Antibiotikarückstände nachgewiesen wurden, zeigten einzelne Proben erhöhte Hygieneparameter und in zwei Fällen potenziell krankheitserregende Keime. „Daher ist es wichtig, Rohmilch vor dem Verzehr immer abzukochen“, betont Kocherscheidt.

Giulia Weisbender (Bachelor Verfahrenstechnik) widmete sich in ihrer Abschlussarbeit dem Thema Carbon Capture in der chemischen Industrie. Im Rahmen einer techno-ökonomischen Analyse bewertete sie sowohl die technischen Grundlagen als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen entsprechender Verfahren. Ziel war es, die zentrale Frage zu beantworten: Welche Kosten entstehen, wenn Klimaschutz konsequent umgesetzt wird?

Christof Groschke (Master Informatik) beschäftigte sich mit der Verschnittoptimierung bei der Herstellung von Leiterplatten. Mithilfe mathematischer Optimierungsverfahren, insbesondere der Column-Generation-Methode, entwickelte er effiziente Produktionspläne zur Reduzierung des Materialverbrauchs. Seine Forschungsergebnisse stellte er auf der „International Conference on Operations Research 2025“ vor.

Michael Sojka (Master Cyber Security Management) aus Krefeld entwickelte ein Serious Game zur praxisnahen Vermittlung von IT-Sicherheitswissen. In einer realitätsnahen virtuellen Umgebung trainieren Nutzerinnen und Nutzer die Abwehr von Cyberangriffen. Ein eigens programmierter „Rückkanal“ analysiert technische Eingaben in Echtzeit und ermöglicht unmittelbares Feedback innerhalb des Spiels.

Jenna Kammann (Bachelor Soziale Arbeit) aus Brüggen untersuchte den Einfluss tiergestützter Interventionen auf das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz. Die Ergebnisse zeigen, dass Tierkontakte Ängste und Unruhe reduzieren sowie soziale Interaktion fördern können – wenn auch in individuell unterschiedlicher Ausprägung. Gleichzeitig weist die Arbeit auf weiteren Forschungsbedarf hin.

Martina Boller (Master Textile Produkte) aus Mönchengladbach analysierte, inwieweit sich zellulosebasierte Fasern durch mechanisches Abquetschen effizient entwässern lassen, um Energie in industriellen Trocknungsprozessen einzusparen. Die Ergebnisse belegen ein erhebliches Nachhaltigkeitspotenzial für die Textilindustrie, verdeutlichen jedoch zugleich Herausforderungen hinsichtlich der Materialqualität.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Sängerin Lina Nüchter, Studentin am Fachbereich Sozialwesen.

Eine direkte Bewerbung für den Senatspreis ist nicht möglich: Die jeweilige Prüferin oder der jeweilige Prüfer schlägt herausragende Arbeiten dem Prüfungsausschuss des Fachbereichs vor, der die Empfehlungen an den Senat weiterleitet. Eine Senatsjury wählt anschließend die Preisträgerinnen und Preisträger aus.

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