Aktuelle Meldungen
Hochschule Niederrhein

Hochschule Niederrhein. Dein Weg.
Foto: Prof. Dr. Susanne Meyer, Präsidentin der Hochschule Niederrhein, und Eckart Preen, Dezernent für Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales der Stadt Krefeld, unterzeichnen im Future Work Lab eine Vereinbarung über die strukturierte Zusammenarbeit. Eine konkrete Idee ist die Umsetzung von „City Challenges“. Copyright: Simon Erath/Hochschule Niederrhein

Stadt und Hochschule Niederrhein verstetigen Zusammenarbeit – Projekt „CityChallenges“ zielt auf innovative Lösungen für Krefeld

Ob im Austausch mit internationalen Partnern oder bei Innovations- und Bildungsformaten: Schon seit vielen Jahren arbeiten die Hochschule Niederrhein (HSNR) und die Stadt Krefeld eng miteinander zusammen, um für gesamtstädtische Herausforderungen neue Lösungsansätze zu entwickeln. Aus dem direkten, bislang aber häufig noch eher informellen Austausch zwischen Verwaltung, Lehrenden und Studierenden sind dabei bereits viele konkrete Ideen und Projekte für Krefeld entstanden. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit soll nun systematisch ausgebaut und dauerhaft verankert werden. Unter dem Namen „CityChallenges“ schaffen Stadt und Hochschule dafür einen neuen gemeinsamen Rahmen. Eingebettet in den „Tag der Smart City“ am 19. September haben Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Susanne Meyer und Eckart Preen, Dezernent für Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales (WDI) der Stadt Krefeld, eine Vereinbarung über die strukturierte Zusammenarbeit unterzeichnet.

Das Prinzip der „CityChallenges“: Die Stadt leitet der HSNR reale Fragestellungen und Herausforderungen aus ihrer täglichen Arbeit weiter. Professorinnen und Professoren der Hochschule können geeignete Themen auswählen und in ihre Lehrformate integrieren. Studierende bearbeiten diese anschließend im Rahmen von Projekten, Seminaren oder Abschlussarbeiten. Am Ende fließen die Ergebnisse zurück an die Stadt. Dabei können beispielsweise Analysen, Konzepte, technische Prototypen oder erste funktionsfähige Lösungsansätze entstehen. Ein fachlicher Ansprechpartner aus der Stadt begleitet die jeweilige Challenge als „Project Owner“ und stellt den Studierenden den notwendigen Praxisbezug her. Zum Start konzentrieren sich die „CityChallenges“ auf Digitalisierungsthemen. Perspektivisch soll das Modell auf weitere Themen und möglichst viele Fachbereiche der Hochschule ausgeweitet werden.

„Eine tolle Win-Win-Situation: Die Zusammenarbeit verknüpft sehr praxisorientiertes Projektlernen an der Hochschule mit einem konkreten Nutzen für die Stadt als Partnerin. Daraus werden sicherlich spannende, wichtige Impulse und Lösungsansätze hervorgehen. Wir freuen uns schon auf die ersten Aufgaben“, sagt Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Susanne Meyer. Auch für die Stadt ist die Vereinbarung ein nächster Schritt, Innovation stärker mit der Praxis der Verwaltung zu verbinden. Krefeld erreichte im aktuellen Smart City Index des Digitalverbands Bitkom in der Kategorie Verwaltung gemeinsam mit Nürnberg den ersten Platz und die Höchstwertung von 100 Punkten – ein guter Ausgangspunkt, mit Innovationen und digitalen Services weiterzumachen. „Wir haben mit der Hochschule Niederrhein einen starken Innovationspartner direkt in unserer Stadt. In der Vergangenheit sind aus einzelnen Kontakten bereits viele gute Projekte entstanden. Mit den ‚CityChallenges‘ machen wir daraus jetzt einen verlässlichen Prozess und füllen die Idee einer intelligenten Stadt, einer Smart City, weiter mit Leben“, sagt Eckart Preen.

Dass dieser Ansatz funktionieren kann, zeigen bereits mehrere gemeinsame Projekte. So beschäftigen sich Studierende zum Beispiel mit der Frage, wie bestehende öffentliche Infrastruktur durch „Retrofit“-Lösungen intelligent nachgerüstet werden kann. Ein aktuelles Beispiel ist die Weiterentwicklung des bestehenden dynamischen Parkleitsystems: Anstatt vorhandene Infrastruktur vollständig zu ersetzen, sollen vorhandene Komponenten durch Sensorik, Vernetzung und neue technische Lösungen weitergenutzt und digital aufgewertet werden. Auch andere Projekte verdeutlichen, wie breit die Zusammenarbeit angelegt ist. Gemeinsam mit der Netzgesellschaft Niederrhein (NGN) untersuchte die Hochschule etwa die Auswirkungen künstlichen Lichts durch Straßenbeleuchtung auf Insekten. Das Projekt verbindet technische Infrastruktur mit Fragen des Umwelt- und Artenschutzes.

Bewusst ist die Kooperation auf Seiten der Stadt im Dezernat für Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales verortet. Das Dezernat übernimmt eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft und bringt Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und internationalen Partnern zusammen. Dieses Verständnis prägt auch den Krefelder Smart-City-Ansatz: Neue Lösungen für die Stadt sollen nicht isoliert innerhalb der Verwaltung entstehen, sondern gemeinsam mit den Menschen und Institutionen entwickelt werden, die Wissen, Ideen und unterschiedliche Perspektiven einbringen können. Die „CityChallenges“ übertragen diesen Ansatz nun in eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein.

Die Vereinbarung startet zunächst mit einer einjährigen Pilotphase. Danach ziehen Stadt und Hochschule gemeinsam Bilanz und entwickeln das Format auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen weiter.

Beratung
Barrierefreiheit