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Hochschule Niederrhein. Dein Weg.
Die Luftdurchlässigkeit sowie das Rückerholungsvermögen textiler Strukturen nach Kompression sind u.a. ausschlaggebende Kriterien für ihre Eignung als textile Dichtungslösungen. Abstandsgewirke haben in Vorversuchen bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt. (Bildquelle: Karin Ratovo/HSNR)

300.000 Euro Fördermittel für textile Dichtungssysteme

Im Wohnungsbau werden im Fenster- und Türenbereich oft elastische Kunststoffdichtungen verwendet, um Kälte und Zugluft vorzubeugen. An der Hochschule Niederrhein wird nun an einer nachhaltigeren und energieeffizienteren Alternative geforscht: Dichtungssysteme basierend auf textilen Materialien. Hierfür haben kooperierende Forschungsteams der Hochschule Niederrhein und der RWTH Aachen knapp 300.000 Euro Fördermittel eingeworben.

Elastische Kunststoffdichtungen haben den Nachteil, dass kein ausreichender Luft- und Feuchteaustausch mehr gegeben ist. Bedingt dadurch steigt die Gefahr der Schimmelbildung, der nur zusätzliche Lüftungssysteme verbunden mit dauerhaften Kosten entgegenwirken können. Diese konventionellen Lüftungskonzepte sind jedoch zumeist mit einem erhöhten Wärmeenergiebedarf verbunden. Das Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung (Mönchengladbach) der Hochschule Niederrhein und der Lehrstuhl Energieeffizientes Bauen der RWTH Aachen erarbeiten nun eine innovative textile Alternative für die Kunststoffdichtungen.

Im Gegensatz zu den bisherigen Dichtungen sorgen textile Varianten für einen größeren Luftaustausch. Textilien bieten eine natürliche Luftdurchlässigkeit, die abhängig vom verwendeten Material und der Verarbeitung optimal eingestellt werden kann. Die Forschungsteams haben bereits drei Projektphasen erarbeitet, um das Produkt zu optimieren. Zu allererst werden verschiedene Textilarten auf ihre funktionalen Eigenschaften geprüft und bewertet, um die besten Materialien für das Projekt zu ermitteln.

In einem zweiten Schritt wird die Durchlässigkeit der Prototypen, etwa in Bezug auf die Luftfeuchte, in einer nachempfundenen Fassade mit Simulation von Innen- und Außenumgebung überprüft. Die Ergebnisse der in diesem Prüfstand durchgeführten Materialtests werden dann in einem finalen Schritt gegenübergestellt und ausgewertet. Die Teams erwarten eine Verbesserung des Raumklimas, potenziell gesenkte Kosten für Verbraucher und Fenster- und Türen-Hersteller sowie eine verbesserte Energieeffizienz.

Die 300.000 Euro Fördermittel werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zur Verfügung gestellt. Die Projektleitung an der Hochschule Niederrhein wird von Prof. Dr.-Ing. Marcus O. Weber übernommen. An der RWTH Aachen ist Prof. Dr.-Ing. habil Christoph von Treeck für die Leitung zuständig. Die Projektdauer ist auf 24 Monate angesetzt.