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Nachhaltige Textilien
Khorshed Alam bei seinem engagierten Vortrag vor Studierenden. Links Prof. Dr. Marina-Elena Wachs.

Ethisch fragwürdig: Vorträge zur nachhaltigen Textil-Produktion

Mönchengladbach, 3. April. Die Zustände in den textil-produzierenden Unternehmen in Bangladesch sind erschreckend: Arbeiter dürfen während ihrer Arbeitszeit nicht auf die Toilette, sie sind giftigen Chemikalien schutzlos ausgesetzt, immer wieder kommt es wegen Bränden zu Todesfällen. Der Lohn, den die Arbeiter mit nach Hause nehmen, wird verspätet ausgezahlt und ist mit weniger als 30 Euro pro Monat kaum mehr als ein Hungerlohn. Das berichtete Khorshed Alam, Arbeitsforscher und Leiter der Alternative Movement for Resources and Freedom Society (AMRF Society) aus Bangladesch, gestern vor Studierenden des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein.

 

Der Vortrag fand im Rahmen der fachlichen Spezialisierung „Nachhaltiges Textiles Design" für Bachelor-Studierende des Studiengangs Textile and Clothing Management und für die Masterstudierenden des Studiengangs Textile Produkte statt. Eingeladen hatte Prof. Dr. Marina-Elena Wachs, für die das Thema Nachhaltigkeit bei der Textilproduktion von vorrangiger Bedeutung ist. „Nicht nur die Discounter, auch andere Markenhersteller im Premium- und Luxussegment werben damit, ihre Textilprodukte ökologisch und sozial verträglich herzustellen. Wenn man hinter dieses Image guckt, stellt man fest, dass das oft nicht der Wahrheit entspricht und sich als greenwashing herausstellt", sagt die Professorin für Designtheorie. „Mir geht es darum, die Studierenden für dieses Thema zu sensibilisieren. Schließlich können sie später in den Unternehmen auf die Herstellungsbedingungen Einfluss nehmen."

 

Die kleine Vortragsreihe geht weiter. Am morgigen Mittwoch, 4. April, spricht Dr. Gisela Burckhardt auf Einladung von Prof. Dr. Rudi Voller über die Kampagne für saubere Kleidung (CCC) und über das Thema „Wirkungen freiwilliger Verhaltenskodizes von Unternehmen und Notwendigkeit von mehr staatlicher Regulierung". Dabei geht es um Corporate Social Responsibility im Allgemeinen und um die Unterschiede zwischen den Zielen der EU und der Praxis in Deutschland im Besonderen. Burckhardt ist Geschäftsführerin von FEMNET e. V. und Co-Autorin der Studie „Im Visier: Discounter", die sie kürzlich gemeinsam mit Khorshed Alam auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt hat. In der Studie werden die Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben deutscher Discounter untersucht.

 

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-3610; christian.sonntag@hs-niederrhein.de

 

Autor: Christian Sonntag